Ausstellung im Künstlerforum Remagen
Werkschau „Wildrauschen“
Abstrakte Malerei, Portrait-Malerei, klassische und digitale Bildhauerei
Remagen. Am Sonntag, den 8. April, geht im Künstlerforum Remagen eine Ausstellung unter dem Titel „Wildrauschen“ an den Start: Judith Funke, Martina Hengsbach und Sabine Smith zeigen abstrakte Malerei, Portrait-Malerei sowie klassische und digitale Bildhauerei. Zur Eröffnung führen die drei Künstlerinnen selbst die Besucher durch ihre Werkschau.
Judith Funke
„Durch die Konzentration auf ein Thema entstehen in meiner Arbeit oftmals Serien“, kommentiert Judith Funke ihre aktuellen Arbeiten. In Remagen zeigt Funke gleich drei davon: Ausgangspunkt ihrer Serie „Pfäle“ waren die bis zu 3.000 Jahre alten Pfahlbauten, die heute noch am Rand des Bodensees stehen: Behausungen an der Übergangszone zwischen Wasser und Land. Eine besondere Unterkonstruktion bildete das Fundament für die darauf errichteten Häuser. Aufwändig wurden diese einst mit etlichen Holzpfählen im Schlamm gesichert. Diese unendlich vielen Pfähle mit ihren Anlehnungen, Verbindungen, Überkreuzungen und ihrer „eigen innewohnenden Gestalt“ weckten das Interesse der Künstlerin. Die Serie ist vor allem durch vertikale Formen charakterisiert, die sie am Ende „organisch“ auf der Leinwand arrangiert.
Getreu ihrer Arbeitsweise, welche nach „Verwebungen von Formen und Farben“ strebt, eröffnet sie dem Betrachter stets neue Deutungsmöglichkeiten.
Ihre zweite Serie aus Collagen ist im Zusammenhang mit dem Gedichtzyklus „fallen schatten“ von Ute Dietl entstanden. Bei dieser Künstler-Kooperation nach dem „Ping-Pong-Verfahren“ wurde das Werk von mehreren Künstlern bearbeitet; es entstand durch das wechselseitige Agieren und Reagieren auf Bild beziehungsweise auf Text. Ihre dritte Serie „Pfäle Süd“ im kleinen Format entstand nach einem Aufenthalt in Venedig 2017. Sie geprägt von den Farben und Formen der Lagunen-Pfahlbauten.
Sabine Smith
Sabine Smith widmet sich im Kern ihrer künstlerischen Arbeit dem Thema „Leben“ und stellt sich dabei gerne Fragen aus den Grenzbereichen menschlichen Seins, auf die sie mit künstlerischen Mitteln reagiert.
„Manchmal finde ich Antworten, aber oft ergeben sich ganz neue Fragen“, so Smith zu ihrer Herangehensweise. In der Ausstellung „Wildrauschen“ präsentiert sie unter anderem die Skulptur „Denker“, die im 3 D-Druckverfahren aus unterschiedlichen Materialien gedruckt wurde: Eine menschliche Gestalt, die in sich gekehrt auf einem Podest sitzt und eine Erinnerung an die Arbeiten von August Rodin anklingen lässt. Seine Körperhaltung vermittelt Nachdenklichkeit, Ruhe und Kraft zugleich.
Durch die Nutzung der modernen digitalen Technik wagt sich Smith in neue Grenzbereiche der Bildhauerei vor.
Denn, wo sonst die Künstlerin selbst in klassischer Weise Hammer und Meißel führte, um die gewünschte Form aus dem Stein zu befreien, übernahm hier ein Computer die plastische Umsetzung nach der Vorlage ihres Modells aus Ton. Künstlerin und Betrachter werden sich also der Frage nach der Einzigartigkeit vs. Reproduzierbarkeit eines Kunstwerks konfrontieren müssen. Ein spannender Ansatz.
Aus der Werkreihe „Öffnung“ zeigt Sabine Smith zudem klassische Bildhauerarbeiten aus Stein sowie die Skulptur „Erwachen“, die den Übergang vom Kind- zum Erwachsen-Sein thematisiert. Smith´s Arbeiten strahlen eine besondere Ruhe aus und laden den Betrachter zum Verweilen ein. Sie bilden einen Kontrast und ergänzen gleichzeitig die Arbeiten ihrer Kolleginnen.
Martina Hengsbach
„Nicht die glatte, äußere, oberflächliche Schönheit, sondern der beseelte innere Ausdruck eines Augenblicks, eine Begegnung von Angesicht zu Angesicht, die eine unmittelbare emotionale Nähe aufbaut, ist meine Intention“, so Martina Hengsbach zu ihrer Arbeit.
Ob in den selbst fotografierten Portraits von Menschen, die sie häufig auf Reisen aufnimmt oder in den Standbildern von Videos und Filmen, sucht Hengsbach stets den besonderen Moment, den einen bestimmten Ausdruck oder die einzigartige Aussage im Anblick eines Menschen, was für sie den Impuls zum Beginn einer neuen Arbeit auslöst.
Intuitiv entwickelt Hengbach eine innere Vorstellung von der abzubildenden Person, entwirft eine Art Bildkonzept in ihrem kreativen Prozess, was später zu einer komplexen und spannungsgeladenen Aussage im Bild führt und den Betrachter tief in die Seele der dargestellten Person vordringen lässt. Spätere Verfremdung und Abstraktion erreicht sie durch eine gesteigerte Farbigkeit und die kraftvolle Struktur ihrer Pinselstriche.
Diese heben die besondere Aura der dargestellten Person hervor und laden den Betrachter dazu ein, über das äußere Antlitz in das Innenleben des porträtierten Menschen einzutauchen und dabei den gesehenen wie den eigenen Emotionen nachzuspüren.
Die Ausstellung „WILDRAUSCHEN“ startet am Sonntag, den 8. April, um 15 Uhr mit einer Einführung durch die drei Künstlerinnen selbst. Die Ausstellung ist bis einschließlich 29. April an den Wochenenden zwischen 15 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Informationen unter: www.kuefo-remagen.de.
Pressemitteilung
Künstlerforum Remagen e. V.
Martina Hengsbach sucht in ihren Portaits die einzigartige Aussage im Anblick eines Menschen. Foto: Picasa
