Allgemeine Berichte | 26.07.2021

Evangelische Kirchengemeinden schicken Helfer, Geld und Gebete

Westerwälder Hilfe für die Flutopfer

Westerwald. Nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, bei denen mindestens 160 Menschen gestorben sind und Hunderte noch vermisst werden, ist die Betroffenheit auch im Westerwald groß. Nun zeigt sich langsam auch das ganze Ausmaß der Zerstörung. Spontan haben sich viele Einzelpersonen aus dem Westerwald aufgemacht, um Freunde und Bekannte in den Krisengebieten zu unterstützen. Auch viele Mitglieder von THW, Feuerwehr und Rotem Kreuz und anderen Hilfsorganisationen sind im Einsatz. „Es sind sehr viele Menschen aus meiner Kirchengemeinde über die Feuerwehr nach Ahrweiler gereist, um direkt vor Ort mit anzupacken,“ berichtet Pfarrer Ulrich Schmidt aus Alpenrod. „Die spontane große Hilfsbereitschaft bei tatkräftiger Soforthilfe und den Geldspenden, finde ich großartig“. Schmidt hatte in seinen Gottesdiensten am vergangenen Wochenende zu Spenden aufgerufen. Innerhalb von einer Woche kamen schon 2.800 Euro zusammen, die zweckgebunden auf ein Konto der Diakonie Katastrophenhilfe eingezahlt werden. Auch in der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Marienberg wurde am vergangenen Wochenende schon in einigen Gottesdiensten gesammelt. „Unsere Kollekte geht auf das Spendenkonto der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Ich habe auch mitgeteilt, dass man, wenn man direkt spendet, eine Spendenbescheinigung erhält. Ich bin sicher, dass unsere Gottesdienstbesucher davon Gebrauch machen. Dennoch war die Kollekte deutlich höher als sonst,“ berichtet Pfarrer Matthias Neuesüß aus Höhr-Grenzhausen. In Emmerichenhain stand der sonntägliche Gottesdienst mit Pfarrerin Claudia Elsenbast ganz im Zeichen der Flutkatastrophe. Auch hier ging die Kollekte ins Krisengebiet. In Hachenburg hat die Evangelische Kirchengemeinde Altstadt ebenfalls die Kollekte für die Flutopfer erhoben. Die Kleiderkammer der Kirchengemeinde hat sich direkt an das THW in Westerburg gewandt und Kleidung zur Verfügung gestellt. Die Kirchengemeinde Höchstenbach plant am kommenden Sonntag die Kollekte für das Spendenkonto der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe zu sammeln. „Unsere Kirchengemeinde steht in Kontakt mit der Feuerwehr Langenbach b.K., die im Krisengebiet im Einsatz ist und Privatpersonen, die vor Ort helfen. Wir sammeln Geldspenden, um gezielt den Menschen vor Ort helfen mit dem, was sie dringend benötigen“, berichtet Pfarrer Rüdiger Stein aus Kirburg. „Nach der Soforthilfe planen wir eine Spendenaktion für eine konkrete Aufbauhilfe in einer betroffenen Gemeinde bzw. Kirchengemeinde.“ Die Evangelische Kirchengemeinde Unnau hilft über den persönlichen Kontakt über eine Lehrkraft Schüler:innen der Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige in Neuwied. Der Kirchenverein der Gemeinde hat es sich nach den schweren Unwettern in Rheinland-Pfalz zur Aufgabe gemacht, betroffene Familien von Schüler:innen der Gehörlosenschule, die aus dem Raum Ahrweiler stammen, zu unterstützen. Einige Familien von Schülern und Schülerinnen der Landesschule haben alles verloren und stehen nach dieser schweren Katastrophe vor dem Nichts. Geld kann auf das Konto des Kirchenvereins eingezahlt werden.

Auch die Notfallseelsorge aus Hessen-Nassau hat Vorbereitungen getroffen, das benachbarte Krisengebiet zu unterstützen. Teams sollen beispielsweise der psychosozialen Versorgung von Einsatzkräften dienen. Zu diesem Zweck wird Pfarrerin Ulrike Braun-Steinebach, die die Notfallseelsorge im Westerwaldkreis und im Rhein-Lahn-Kreis leitet, am kommenden Wochenende für zwei 12-Stunden-Dienste an den Nürburgring fahren. Dort wird sie die Einsatzleitung der Versorgung übernehmen. „Ich weiß nicht, was mich erwartet, da die dortige Lage jede Vorstellungskraft sprengt. Die Not ist so groß, dass alle Hilfe wie ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein scheint“, zeigt sich Braun-Steinebach besorgt über die Lage. „Die Szenarien, auf die wir vorbereitet sind, werden hier einfach um ein Vielfaches übertroffen.“ Die Teams der Notfallseelsorger:innen aus dem Westerwald und Rhein-Lahn wurden bisher nicht angefordert, stehen aber bereit, die Seelsorge-Teams der rheinischen Kirche in den Unwettergebieten abzulösen, sagt Braun-Steinebach.

Aus Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ihre Gemeinden gebeten, am kommenden Freitag um 18 Uhr zu Andachten einzuladen und Glocken zu läuten. Sie folgt damit einer Anregung der benachbarten und vom Hochwasser besonders betroffenen Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Die Andachten und das Glockengeläut sollen ein gemeinsames öffentliches Zeichen der Solidarität setzen. Das Erschallen der Glocken solle „zum Innehalten, zur gemeinsamen Andacht in der Kirche oder zum persönlichen Gebet zu Hause einladen“, so die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf. Es sei wichtig, Gott um Hilfe und Beistand zu bitten. „Unser Beten und Handeln möge getragen sein von der großen Hoffnung: ‚Der Herr richtet auf, die niedergeschlagen sind.‘“ (Psalm 146,8).

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) bittet weiterhin um Spenden auf das Konto der Diakonie und der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die ein eigenes Spendenkonto errichtet haben. Von Sachspenden solle wegen des hohen Organisationsaufwandes gegenwärtig Abstand genommen werden.

Spendenkontobei der Diakonie RWL

DE79 3506 0190 1014 1550 20

KD Bank Stichwort: Hochwasser-Hilfe; Online Spenden: https://www.kd-onlinespende.de/projekt/spendenaufruf-unwetter-katastrophe/display/link.html

Pressemitteilung

Evangelisches Dekanat Westerwald

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Angebotsanzeige (April)
Blütenfest
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Lagerverkauf
Empfohlene Artikel
Der weise Zauberer Gandalf wacht über die Wanderschar. Foto: Horst Hohn
30

Stellen Sie sich das mal vor: Jemand drückt Ihnen einen Ring in die Hand, den Sie tausende Kilometer entfernt in den Schlot eines Vulkans schmeißen müssen. Klingt verrückt, ist aber dem Hobbit Frodo Beutlin aus J. R. R. Tolkiens literarischem Meisterwerk „Herr der Ringe“ genauso passiert – natürlich nur im fiktiven Kontext. Aber die Verfilmung des Stoffs kennt eigentlich so ziemlich jeder; es gab Oscars zuhauf und folglich gibt es auch jede Menge Fans des fantastischen Spektakels.

Weiterlesen

Neben dem Straßenverkehr ist der steigende Einsatz von Mährobotern, sowohl in privaten Gärten als auch in städtischen Parkanlagen, gefährlich für Igel.
14

Region. Mähroboter stellen für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar. Die Geräte erkennen die Tiere nur unzureichend und verletzen sie zum Teil schwer. Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen haben sich deshalb mit einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie den Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt: Sie fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter.

Weiterlesen

Quelle: Emons Verlag
15

Region. Wo fährt ein Wildschwein Fahrrad? Wo kann man beim Blick auf den Siegfall so richtig ausspannen? Und wo atmet man unter der Erde auf? Das Siegtal bietet spannende, geheimnisvolle und lustige Orte. Rund 155 Kilometer legt die Sieg von der Quelle im Rothaargebirge bis zu ihrer Mündung in den Rhein zurück. Die Landschaft entlang des Flusses ist facettenreich, abseits der Einzugsgebiet lieblich und still.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Expertenwissen aus erster Hand: Im Rahmen eines Infoabends gibt Dr. Tim Mödder (Chefarzt Kardiologie, internistische Intensivmedizin und Schlaganfalleinheit) Einblicke in Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzklappenerkrankungen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
1

-Anzeige-Infoabend im Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr-Ahrweiler:

Herzklappenerkrankungen früh erkennen und gezielt behandeln

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Menschen kennen das Gefühl: Die Luft wird knapp, die Belastbarkeit lässt nach, vielleicht kommen Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen hinzu. Nicht selten werden solche Beschwerden zunächst als „Alterserscheinung“ abgetan. Doch in einigen Fällen steckt eine Erkrankung der Herzklappen dahinter – eine Diagnose, die ernst genommen werden sollte. Um für das wichtige Thema...

Weiterlesen

Der Hauptbahnhof in Koblenz.  Foto:ROB
26

Aus dem Polizeibericht

Festnahme am Hauptbahnhof

Koblenz. In der Nacht zu Ostersonntag nahmen Einsatzkräfte der Bundespolizei Trier im Bereich des Bahnbetriebsgeländes am Hauptbahnhof Koblenz einen 23-jährigen deutschen Tatverdächtigen auf frischer Tat fest, als dieser Graffiti anbrachte.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
23

Aus dem Polizeibericht

Hotelbrand in Cochem

Cochem. Am 08.04.2026 wurde um 13:03 Uhr ein Brand in einem Hotel in Cochem, In der Endert 2, gemeldet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand erlitten drei Personen leichte Rauchvergiftungen. Weitere Personen befanden sich nicht mehr im Gebäude. Die Löscharbeiten dauern an und konzentrieren sich auf das Dachgeschoss des Hotels. Aufgrund der Lage am Stadtrand, in unmittelbarer Nähe zu einem Wanderweg, besteht keine Gefahr eines Übergreifens auf benachbarte Gebäude.

Weiterlesen

Imageanzeige
Rund ums Haus
Anlagenmechaniker
SB Standesamt
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titelanzeige KW 15
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Wohnträume
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg