Die Grundpfeiler des Fairen Handels stehen unter Druck
Wie navigiert sich der Weltladen Linz durch stürmische Zeiten?
Linz. Die Grundpfeiler des Fairen Handels stehen unter Druck: zunehmender Protektionismus statt globaler Zusammenarbeit, Ausgrenzung anstelle von Kooperation, eine Beschränkung statt Ausweitung der Entwicklungszusammenarbeit, aufhetzende Rhetorik ersetzt diplomatische Verständigung und ein Rückbau anstelle eines Ausbaus von Regularien, die Menschen und Umwelt schützen sollen.
Das sind nur einige beispielhafte Entwicklungen, die exemplarisch die angespannte Weltlage darstellen. Sie machen es auch für den Verein Eine-Welt Linz als Träger des Linzer Weltladens herausfordernd, die Grundwerte und Prinzipien des Fairen Handels umzusetzen. Es entsteht ein zunehmend unsicheres und schwieriges Handlungsfeld für die Menschen und nicht zuletzt die Vorstandsmitglieder von Eine-Welt Linz und die Mitarbeiter des Weltladens, die die Bedeutung des Fairen Handels erhöhen möchten.
Für den Vorstand ist es immer wieder ein Thema, wie der Faire Handel seine Grundsätze und Ziele auch in angespannten und unsicheren Phasen verwirklichen kann. Deshalb werden die Herausforderungen, vor denen der Faire Handel steht, genau benannt und Strategien diskutiert, wie diesen begegnet werden kann.
In Linz gibt es seit 12 Jahren einen Weltladen, der von der Bevölkerung gut angenommen wird. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der politischen Realitäten zeichnet sich ab, dass es wichtiger denn je ist, dass die Menschen die positiven Wirkungen des Fairen Handels hochhalten und vom Produktangebot Gebrauch machen.
Für die Mitglieder des Vorstands stellt sich daher immer wieder die Frage, welchen positiven Beitrag der Faire Handel in diesen Zeiten leisten kann und wie er sich positionieren muss. Denn der Weltladen sollte auch in den kommenden Jahren in Linz bestehen bleiben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Bevölkerung weiterhin vom Produktangebot Gebrauch macht.
Bei der Juli-Sitzung des Vorstandes von Eine-Welt Linz wurde unter anderem über neue Weltladenprodukte sowie die im August und September in Zusammenarbeit mit der Fair Trade Steuerungsgruppe Linz, der Tourist-Information und der Werbegemeinschaft anstehenden Aktivitäten gesprochen.
Am Sonntag, 24. August, gibt es ein „Faires 3-Gang-Menü“ im Restaurant „Zur Post“ in St. Katharinen (Anmeldung ist erwünscht) und vor dem Menü in der katholischen Kirche St. Michael in Vettelschoß ein kostenloses „Faires Sonntagskonzert“ mit dem Exeter Youth Orchestra aus England. Hier kann jeder auf angenehme Weise seine Solidarität mit den Menschen im globalen Süden zeigen.
Vom 12. bis 27. September findet die bundesweite Faire Woche statt, die in Linz von Stadtbürgermeister Helmut Muthers am Freitag, 12. September um 11 Uhr auf der Winzerfestbühne eröffnet wird. In Linz gibt es kulinarische Stadtführungen, eine Stadtrallye, ein fair- ökumenischer Gottesdienst am Sonntag, 21. September, um 11 Uhr in der evangelischen Trinitatis-Kirche Linz sowie ein Faires Bürger-Frühstück am Samstag, 27. September, von 10 bis 13 Uhr in der Mittelstraße (vor dem Zahnzentrum), zu dem alle herzlich eingeladen sind.
Die Vorstandsmitglieder von Eine-Welt Linz bei ihrer monatlichen Sitzung im Restaurant „Am Strünzerbrunnen“ (von links: Luzia Kröll, A.-Peter Gillrath, Jutta Dietrich, Annette Förster, Britta Tokarz, fehlend sind Jutta Demuth, Gisela Bach und Andreas Mönig ). Themen waren unter anderem die Aktivitäten der Fairen Woche, ein fair-ökumenischer Gottesdienst in der kath. Kirche Vettelschoß, ein „Faires 3-Gang-Menü in St. Katharinen, die Teilnahme des Weltladens am First Friday sowie der erneute Druck eines Fair Trade Einkaufsführers für die Stadt und Verbandsgemeinde Linz. Foto: Hans-Joachim Schmitz
