Allgemeine Berichte | 05.11.2021, 17:37 Uhr

Kreiswaldbauverein Neuwied hatte zum Informationsgespräch eingeladen

Wiederaufbau geschädigter Wälder wird besser gefördert

Die Zuhörer im Ratssaal VG Linz.Fotos:
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Kreis Neuwied. Über 30 Interessierte Privatwaldbesitzer waren der Einladung des Kreiswaldbauvereins Neuwied zu einem Gedankenaustausch mit dem zuständigen Referenten des Umweltministeriums in Mainz, Julius Forneck, in den Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Linz gefolgt. Als weitere Gäste konnte die ehemalige Vorsitzende des Kreiswaldbauvereins Dr. Gisela Born-Siebicke den Leiter des Forstamtes Dierdorf Uwe Hoffmann und den Privatwaldbetreuer Dieter Steinebach begrüßen. Sozusagen als letzte Amtshandlung führte Frau Dr. Born-Siebicke für den ebenfalls teilnehmenden neuen Vorsitzenden Uwe Werner durch diese informative und spannende Veranstaltung.

Ziel war es, den größeren und kleineren Waldbesitzern im Kreis Neuwied mit ihren durch Trockenheit und Borkenkäfer geschädigten Waldflächen Perspektiven für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Bestände zu vermitteln. Forstamtsleiter Uwe Hoffmann quantifizierte die Kahlflächen im Kreis Neuwied auf 4.000 ha, rund 20 Prozent des Gesamtwaldes. Das betreffe sowohl den Kommunalwald wie auch den Privatwald. Die Vermögens- und Einkommensverluste seien für die Waldbesitzer zum Teil extrem.

Julius Forneck vom Umweltministerium in Mainz machte durch seine Ausführungen klar, dass die Landesregierung in Rheinland-Pfalz sich diesen Herausforderungen stelle und ihr durch Bundes- und Landesmittel gespeistes Förderprogramm erheblich ausgeweitet und entbürokratisiert habe. Das gelte für die Beseitigung des Kalamitätsholzes ebenso wie die jetzt anstehende Wiederaufforstung der entstandenen Kahlflächen. Wichtigste Neuerung sei eine sehr einfache, an die Zahl der gepflanzten Jungbäume gekoppelte Förderung, die gleichzeitig einen weiten Spielraum für die standortgerechte Aufforstung biete. Wichtig seien die vorgeschriebene Mischung der Baumarten, der Schutz vor Wildverbiss und die Pflege der jungen Bestände.

Gerade dieser Teil des Vortrages wurde von den Teilnehmern intensiv diskutiert und im Detail besprochen. Privatwaldbetreuer Dieter Steinebach erläuterte die große Bedeutung der fachlichen Beratung vor Antragstellung als wichtige Voraussetzung zur Einhaltung der verschiedenen Förderbedingungen. Auch müsse beachtet werden, dass der Bestandsaufbau nach vier bzw. acht Jahren durch das Forstamt kontrolliert werde. Allerdings machte Julius Forneck deutlich, dass die Rückforderung von Fördermitteln (die je Hektar bis zu 18.000 Euro betragen können), bei höherer Gewalt nicht erfolge. Auch könnten Waldbesitzer rechtzeitig nachbessern und dabei unterstützt werden.

Der Kreiswaldbauverein selbst kann nach den neuen Förderbedingungen Sammelanträge für kleinere Waldbesitzer bei der Schadholzaufbereitung und der Waldpflege bzw. Naturverjüngung stellen und hierfür mit Fallpauschalen bezuschusst werden. Julius Forneck unterstrich das erklärte Ziel der Landesregierung, die Waldbauvereine in das Antragsmanagement für die vielen kleinen und kleinsten Privatwaldbesitzer aktiv einzubinden und sie dabei finanziell abzufedern. Auch stehe es den Kreiswaldbauvereinen frei, die gemeinsame Bewirtschaftung von Forstflächen in Waldgemeinschaften voranzutreiben. Gerade im Kreis Neuwied hätten die Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Linz und Unkel mit einem gesonderten Leader- Projekt außerordentliches Engagement gezeigt. Deshalb werde das Ministerium in Mainz diese Anstrengungen auch künftig tatkräftig unterstützen.

In ihrer Zusammenfassung dankte Gisela Born-Siebicke nach mehr als zweistündiger Diskussion Julius Forneck für sein überzeugendes fachliches Engagement und sagte den Teilnehmern die rasche Übersendung der vielen Details seiner Ausführungen zu.

Zusammen mit Forstamtsleiter Uwe Hoffmann warb sie für mutige Entscheidungen der Waldbesitzer für ihren Forst, eine verwaltungsmäßig einfache Umsetzung der zugesagten Hilfen und das Verständnis der Bevölkerung für die oftmals tiefgreifenden Veränderungen in den Wäldern. Nur mit dem raschen Wiederaufbau klimastabiler Waldbestände könne es aber gelingen, auch die weiteren positiven Wirkungen des Forstes auf die regionale Wirtschaftskraft, den Tourismus oder auch den Wasserhaushalt abzusichern.

Informationen zu den für die Wiederaufforstung geltenden Rahmenbedingungen sowie für die vorgeschriebenen Mischung der Baumarten können unter den Adressen

info@kreiswaldbauverein-neuwied bzw. www.kreiswaldbauverein-neuwied.de

angefordert werden.

Pressemitteilung

Kreiswaldbauverein Neuwied

Die Referenten (v. li.): J.Forneck (MKUEM), Dr. G Born-Siebicke, U. Hoffmann (FAL Dierdorf), G. Schneider (Verwaltung Fürst Wied), A. Fuchs (Vorstand KWBV). D. Steinebach (Priv.wald.Betreuer).

Die Referenten (v. li.): J.Forneck (MKUEM), Dr. G Born-Siebicke, U. Hoffmann (FAL Dierdorf), G. Schneider (Verwaltung Fürst Wied), A. Fuchs (Vorstand KWBV). D. Steinebach (Priv.wald.Betreuer). Foto: Picasa

Die Zuhörer im Ratssaal VG Linz.Fotos: Foto: Picasa

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