BUND Gartentipp für April
Wildbienenhotels für den Artenschutz
Region. Bienen sind für 80 Prozent der Bestäuberleistungen all Kultur- & Wildpflanzen verantwortlich und dadurch auch für das persönliche Leben unersetzlich. Das Artensterben ist in aller Munde und davon sind Bienen aller Art sehr stark betroffen. Auch der BUND Mayen-Koblenz hat auf seiner Internetseite https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/artensterben/ darauf hingewiesen. Es ist an jedem einzelnen etwas dagegen zu tun. Wenn man in einer artenreichen, gesunden Welt leben möchte, dann muss man den vielen wichtigen, kleinen und großen Helfern mehr Chancen zum Überleben geben. Auch wenn man nur eine winzige Fläche Garten oder Balkon zu Verfügung hat, so ist es dennoch möglich wichtigen Arten dort ein Zuhause zu geben. Der BUND Gartentipp für April lautet daher: „Stelle ein sogenanntes Wildbienenhotel auf, oder baue Dir eins. Auch zusammen mit Kindern kann das großen Spaß machen und ihnen helfen, die Welt der Natur besser zu verstehen. Die ebenfalls unter dem Namen ‚Insektenhotel‘ bekannten Bauten dienen den kleinen Freunden als Nistplatz, als Überwinterungshilfe und als Überlebenshilfe. Denn die natürlichen Lebensräume, vor allem in Totholz von abgestorbenen Bäumen oder abgebrochenen Ästen, auf Lehmhängen und in Mauerritzen sind durch den „Aufräumdrang“ des Menschen stark bedroht. Menschliche Eingriffe mit Pestiziden, Herbiziden und den derzeit stark kritisierten Neonikotinoiden (gebeiztes Saatgut) bedrohen die Lebensräume der Wildbienen, Schmetterlinge und Insekten abermals enorm. Mit dem Wildbienenhotel kann man einen kleinen Teil des verlorenen Lebensraums ersetzen und genau darum geht es in diesem BUND Gartentipp für April.
Das Wildbienenhotel
Das Grundgerüst des Wildbienenhotels kann aus stabilem Vierkantholz bestehen. Darin können die verschiedensten Materialien, die kleine Hohlräume aller Art wie Löcher und Ritzen haben, aufeinandergeschichtet werden. Geeignet sind dünne Bambusstangen, Schilfhalme, hohle Pflanzenstängel, Baumscheiben mit Bohrlöchern, Äste und Zweige, Rindenstücke, Schneckenhäuser, Holzwolle und hohlkammerreiche Lehmziegel. Wenn massive Holzstücke mit Bohrlöchern ausgestattet werden, dann sollten diese in Stärken von drei bis sechs Millimetern und einer Tiefe, die der vollen Bohrerlänge entspricht, vorbereitet werden. Man darf das Holz aber nicht bis zur Gegenseite durchbohren.
Der Standort des Wildbienenhotels sollte in südöstliche Richtung zeigen und möglichst regen- und windgeschützt sein. Wildbienen sind im Gegensatz zu Honigbienen solitär lebende Arten, die keine Staaten bilden. Einige der mehr als 450 Wildbienenarten in Deutschland brauchen für ihren Nachwuchs sehr feine Niströhrchen, die dann von 5-6 Bienen gemeinsam bewohnt werden können. Mögliche Bewohner, die man dort begrüßen kann, sind die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), eine Art die an Hummeln erinnert. Stahlblaue Mauerbiene (Osmia caerulescens, besonders wärmeliebend ), Rote Mauerbiene (Osmia bicornis), Grabwespe (Trypoxylon figulus), Rosen-Blattschneiderbiene (Megachile centuncularis, schneidet ovale Stücke aus Blättern heraus und bevorzugt frische Rosenblätter) und viele viele mehr. Die gesammelten BUND Gartentipps des ganzen Jahres sind auch im Internet unter https://myk.bund-rlp.de/bund-gartentipps/ zu finden. Oder auch den BUND MYK Newsletter mit dem Stichwort ‚Bitte um Newsletter‘ abonnieren: myk@bund-rlp.de.
