Allgemeine Berichte | 11.12.2019

Bewegende Lesung im Köllenhof

Wolfgang Kaes stellt seinen neuen Roman „Endstation“ vor

Helga und Wolfgang Kaes lasen in verteilten Rollen drei zentrale Kapitel aus dessen Roman „Endstation“. Foto: D. Dresen

Wachtberg-Ließem. Auf Einladung des Büchereiverbundes Wachtberg las Ende November der mittlerweile weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannte Bonner Journalist und Krimiautor Wolfgang Kaes aus seinem aktuellen Roman „Endstation“. Dessen Handlung lehnt sich stark an das tragische Schicksal des Bonner Studenten Jens Bleck an, der im November 2013 nach einem Besuch einer damals bei Jugendlichen sehr beliebten Disco in Bad Honnef unter mysteriösen Umständen im Rhein ertrunken ist – nach vorschnellem Urteil der Bonner Polizei und Staatsanwaltschaft habe er Selbstmord begangen.

Vorgeschichte

Wolfgang Kaes hatte vor einigen Jahren in der Region bekanntlich Aufsehen erregt, als er dank akribischer journalistischer Recherche den „Fall Trudel Ulmen“ aufdeckte und löste, den ebenfalls mysteriösen Tod einer spurlos verschwundenen Rheinbacherin, die eigentlich offiziell für tot erklärt werden sollte, deren Leiche aber dann später verscharrt im Siebengebirge gefunden wurde. Der Täter wurde angeklagt und verurteilt. In seinem Roman „Spur 24“ hatte Kaes diesen Fall literarisch verarbeitet. Vor diesem Hintergrund hatten sich die Eltern des Bonner Studenten 2014 an Wolfgang Kaes gewandt, mit der Bitte, sich dem Fall ihres Sohnes doch auch einmal anzunehmen, um die wahren Umstände herauszufinden. Jens habe nie und nimmer Selbstmord begangen. Im Bonner General-Anzeiger hatte Kaes in den letzten Jahren dann immer wieder über den Stand der laufenden Ermittlungen und seine eigenen gewonnenen Erkenntnisse berichtet. Nachdem die Bonner Staatsanwaltschaft das Verfahren in der Zwischenzeit eingestellt hatte, wurde sie von der Kölner Generalstaatsanwaltschaft daraufhin angewiesen, die Untersuchungen wieder aufzunehmen, was auch geschah. Inzwischen wurde das Verfahren jedoch wieder eingestellt. Das höchst interessierte und sicher auch genau informierte Publikum lauschte gespannt dem gut aufgelegten und auch gut aufeinander eingespielten Ehepaar Kaes, das in verteilten Rollen drei zentrale Kapitel aus dem Roman vortrug. Vor allem der Sprechduktus von Helga Kaes traf genau die Figur einer wichtigen „Augenzeugin“, machte somit die Vernehmung vor dem geistigen Auge des Publikums höchst lebendig.

Intensive Fragerunde

In der sich anschließenden, höchst konzentrierten Fragerunde wurde sehr schnell deutlich, dass dieser „Doku-Kriminal-Roman“ nicht nur das Publikum, sondern vor allen Dingen auch den Autor vor eine schwierige Aufgabe stellt(e): die Gratwanderung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Was kann und darf der Schriftsteller schreiben, was der Journalist weiß, aber nicht weitergeben darf? Was kann, ja muss der Journalist preisgeben, damit der „Fall“ vielleicht noch einmal aufgerollt wird und die Begleitumstände des tragischen Todes geklärt werden, damit die Wahrheit – auch und vor allem für die verzweifelten Eltern – endlich ans Licht geholt wird? Und der Leser muss sich bei der Lektüre immer wieder fragen: War das so? Ja, genau so könnte es gewesen sein, muss es aber nicht! Oder etwa doch?

Einladung zum Kölner Treff

Am 3. Januar, einem Freitag, wird Wolfgang Kaes im Kölner Treff (WDR-Fernsehen) mit Bettina Böttinger über diesen Fall ausführlich und auch über den neuesten Stand berichten, weitere Experten sind ebenfalls geladen. Interessierte dürfen gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse dann vielleicht vorgetragen werden, ob der Fall doch noch einmal aufgerollt, ja vielleicht geklärt wird. Leichte Andeutungen seitens Kaes können das vermuten lassen. Auf jeden Fall ist hierfür - noch vor Weihnachten(!) - eine gezielte Petition, eine landesweite Unterschriftenaktion, an das Justizministerium in Düsseldorf in Vorbereitung. Ein Kaes lässt eben nicht locker! Auf die Frage aus dem Publikum, was ihn als Journalisten und Autor immer wieder antreibe: „Die Sucht! Die Sehn-Sucht nach Gerechtigkeit!“ Der Büchereiverbund hatte vor über drei Jahren am Ende der Lesung von „Spur 24“ dem Autor versprochen: „Herr Kaes, wir buchen Sie blind bei Ihrem nächsten Roman!“ Nach dieser bewegenden Lesung im Köllenhof wurde dieses eingelöste Versprechen wiederholt: „Herr Kaes, wir buchen Sie wieder blind bei Ihrem nächsten Roman! Versprochen!“ Der Autor signierte im Anschluss an die Lesung am Büchertisch, der freundlicherweise von der Parkbuchhandlung organisiert wurde, zahlreiche Exemplare. Das Buch ist bei Rowohlt erschienen und hat 424 Seiten.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Helga und Wolfgang Kaes lasen in verteilten Rollen drei zentrale Kapitel aus dessen Roman „Endstation“. Foto: D. Dresen

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