Allgemeine Berichte | 17.11.2016

Kreisseniorenbeirat informiert sich über Arbeit des Hospizvereins

Würdevolles Sterben ist ein Menschenrecht

Kreis MYK. Schwerstkranke und sterbende Menschen brauchen in der letzten Phase ihres Lebens die bestmögliche Zuwendung, Versorgung, Pflege und Betreuung. Daher kommt in einer stetig älter werdenden Gesellschaft der Hospiz- und Palliativversorgung eine wachsende Bedeutung zu und bildet ein Schwerpunktthema für den Kreisseniorenbeirat des Landkreises Mayen-Koblenz. Bei einem Besuch im St. Elisabeth Krankenhaus in Mayen informierte sich das Gremium über die Arbeit des Vereins Hospiz Region Mayen.

Hajo Stuhlträger, Vorsitzender des Beirates, schildert, dass er aus Gesprächen weiß, dass viele schwerkranke Menschen sich eine gute Begleitung wünschen, um zuhause sterben zu können. Dr. Michael Maasberg, ehrenamtlicher Vorsitzender und ärztlicher Ansprechpartner im Hospizverein Region Mayen, bestätigt diese Aussage. Gemeinsam mit drei hauptamtlichen Fachkräften und 58 ehrenamtlichen Helfern betreut der Mediziner das Gebiet der Stadt Mayen sowie der Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und Vordereifel. Die 180 Mitglieder des Vereins stützen die Arbeit. „Wir helfen jedem Menschen, der uns braucht, unabhängig von Versichertenstatus, Vermögen, Wohnung, Religion oder gar Vereinsmitgliedschaft“, sagt Guido Adam vom Hospizverein. Gemeinsam mit seiner Kollegin und einer Honorarkraft hilft er zuhause, in Altenheimen der Region oder auch im Krankenhaus. Sie koordinieren den Einsatz der Ehrenamtlichen, die Sterbende und ihre Familien begleiten und stützen. Als Fachpflegekräfte sind sie im Einsatz, um das Leiden in den letzten Lebenstagen zu mildern. Sie können dabei rund um die Uhr den ärztlichen Rat des Vorsitzenden Maasberg nutzen. Sei es um Schmerzen, Luftnot, Angst, Unruhe oder andere Beschwerden zu lindern oder praktische Hinweise für die Pflege zu geben. Seelsorgerischer Beistand wird vermittelt, wenn gewünscht.

Ehrenamtliche Tätigkeit nicht überstrapazieren

Der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth gab Hinweise zur Trägerschaft von stationären Hospizen und Palliativstationen in Krankenhäusern. Wenn auch solche Einheiten in der Regel defizitär arbeiteten, seien sie unverzichtbare Elemente einer guten regionalen Versorgung. Er erklärte, dass die Hospizarbeit in Mayen-Koblenz von mehr als 100 ausgebildeten Ehrenamtlichen gestützt werde und dass diese Arbeit eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung verdiene. Dennoch dürfe gerade in diesen schwierigen Aufgaben der Begleitung sterbenskranker Menschen und ihrer Familien das Ehrenamt nicht überstrapaziert werden. „Neben dem mitmenschlichen ehrenamtlichen Wirken muss es genug professionelle und verlässliche Strukturen geben“, fordert Nauroth. Sowohl der Gesetzgeber als auch alle Akteure in Gesundheitswesen und Pflege seien gefordert. Dem Landkreis kommt im Rahmen der Pflegestrukturplanung nur eine beobachtende, moderierende Rolle zu. Doch diese werde genutzt, um die Bemühungen der zuständigen Akteure zu stützen. Beispielsweise hob er die Palliativstation im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein am Standort Mayen hervor.

Maasberg erklärte dem Seniorenbeirat das Zusammenwirken der vier Säulen einer bestmöglichen Versorgung. Hospizarbeit im Verein, spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung, stationäre Hospize und Palliativstationen sind im Idealfall nebeneinander gegeben. Dass man am Standort Mayen auch mit lediglich zwei Bausteinen, nämlich der Palliativstation und dem Engagement des Hospizvereins, den hilfesuchenden Menschen gerecht werden kann, sei den „klasse Teams“ im Hospizverein und in der Palliativstation zu verdanken. Jede Woche finden Teamsitzungen statt, die dem gegenseitigen Austausch dienen. Für den Mediziner steht fest: „Sowohl als Chefarzt im Hauptberuf als auch im Ehrenamt für den Hospizverein kann ich auf die motivierten Helfer zählen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Ausbaumaßnahmen für Geriatrie und Palliativstation

Dass es derzeit weitere Ausbaumaßnahmen für die Geriatrie und die Palliativstation am Krankenhaus gibt, freut Maasberg sehr. Es sei ein großer Verdienst der kommunalen Kräfte und stärke die vorhandenen Strukturen.

Auch für den Hospizverein gäbe es immer wieder Ideen und Überlegungen, ob man sich noch besser aufstellen könne. Viele Hürden seien noch zu nehmen. „Aber wir bleiben dran und helfen, 365 Tage im Jahr“ erklärte Maasberg.

Die Mitglieder des Seniorenbeirates informierten sich zudem über die jüngsten Aktivitäten des Netzwerks Demenz Mayen-Koblenz. Hieran hatten die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Anita Moskopp und Dorothea Kalus teilgenommen. Eine Exkursion zu zwei Wohngruppen im Westerwald, in Marienrachdorf und in Breitenau, lieferte ebenso neue Erkenntnisse wie die Wochen der Demenz. Die Teilnehmerinnen warben für einen verständnisvolleren Umgang mit Menschen mit Demenz, ihren Angehörigen und den Pflegekräften. „Es braucht Verständnis, Toleranz, Humor und Ruhe für die Begleitung von Demenzkranken. Da haben wir alle noch viel zu lernen“, so ihr Fazit.

In der nächsten Sitzung am 23. November will sich der Kreisseniorenbeirat mit dem Thema „generationengerechtes Einkaufen“ befassen.

Mehr Informationen gibt es bei der Geschäftsstelle des Kreisseniorenbeirats in der Kreisverwaltung MYK unter Tel. (02 61) 10 81 54 oder im Internet unter www.kvmyk.de.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung MYK

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