Allgemeine Berichte | 01.02.2021

Deutsch-Französischer-Tag: lebendige Geschichtsstunde erlebt

Wunden des Krieges wurden auch durch Radler geheilt

Bereits im letzten Jahr bereiteten sich die Radsportler der „Equipe France“ vergeblich auf die Rundfahrt aus Anlass des Partnerschaftsjubiläums von Montabaur und Tonnerre vor – in diesem Sommer soll die große Tour nachgeholt werden. Foto: privat

Montabaur/Nassau. Seit Jahrzehnten setzen sie sich im Rennradsattel für die deutsch-französische Freundschaft ein: die Radler der „Equipe France“. Für deren Mitglieder in den beiden heimischen Radsportvereinen RSG Montabaur und RSV Nassau ist ein Tag zum Jahresbeginn immer von besonderem Interesse: der 22. Januar. Aus Feinden sollten Freunde werden - das war das Ziel des Élysée-Vertrags von 1963, der damals am 22.1. unterzeichnet wurde. Seitdem ist dies der Deutsch-Französische Tag. Die Radsportler der Equipe und die Freunde in den französischen Partnerstädten in Burgund und der Bretagne konnten diesmal nur digital „feiern“.

Dieser Tag ging leider aktuell etwas unter im Corona-Krisen-Chaos. Aber für die Equipe und deren Umfeld ist er keine Selbstverständlichkeit. Ohne die Freundschaft mit Frankreich, ohne den Élysée-Vertrag würde es wohl die Europäische Union nicht geben. Dieser deutsch-französische Freundschaftsvertrag markiert einen tiefgreifenden Einschnitt in den deutsch-französischen Beziehungen. Aus „Erbfeinden“ wurden Freunde. Die deutsch-französische Geschichte war über Jahrhunderte eine Geschichte der kriegerischen Auseinandersetzungen.

Heute ist die deutsch-französische Freundschaft eine Selbstverständlichkeit. Die beiden Partner können zufrieden auf fast sechzig gemeinsame Jahre zurückblicken. Vieles wurde zusammen erreicht und heute erscheint es geradezu absurd, dass Franzosen und Deutsche sich feindlich gegenüberstanden. Die Radler der Equipe sind stolz darauf, dass sie über 43 Jahre mit insgesamt 52 deutsch-französischen Radsportbegegnungen etwas dazu beitragen konnten.

Doch der Gedenktag war trotz Corona auch diesmal eine gute Gelegenheit daran zu erinnern, dass die Annäherung keine Selbstverständlichkeit war und nicht nur im Rennradsattel viele Brücken gebaut werden mussten. Einige der Radler waren beispielsweise schon in den 70er Jahren im Nachbarland unterwegs und durften mehrfach eine bis heute nachwirkende lebendige Geschichtsstunde erleben. Denn damals war noch deutlich zu spüren, dass die tiefen Wunden des Krieges noch nicht verheilt waren. „Uns wurde während einer Schulfahrt nicht nur einmal zu verstehen gegeben, dass wir herzlich willkommen sind, aber nur, weil wir so jung waren“, berichtete ein Radler beim digitalen Austausch. Wer konnte das den Gastgebern, die den Zweiten Weltkrieg noch in schmerzlicher Erinnerung hatten, verdenken?

Am 28. März beginnt eine neue Epoche

Am Sonntag, 28. März soll nun für die Equipe eine neue Epoche anbrechen: die Radler wollen sich künftig mit dem Treten in die Pedale neben der deutsch-französischen Freundschaft mehr für Europa, Demokratie und Klimaschutz einsetzen. Unter dem neuen Teamnamen „Equipe EuroDeK“ sind bereits einige thematische Rundfahrten und Aktionen in Planung, die den Zielen Nachdruck verleihen sollen.

Mit den vier Hauptsponsoren Holzbau Kappler im Gelbachtal, dem Fahrradhersteller MÜSING, der Rechtsanwaltskanzlei CaspersMock und der NASPA soll dann zunächst wieder Frankreich Ziel einer großen Rundfahrt sein: die 53. Deutsch-Französische Radsportbegegnung vom 12. bis 20. Juni in Form der „MonTon-Etappenfahrt“ führt zu vier Partnerstädten in Burgund. Diese „Tour de France“ fiel im vergangenen Sommer der Pandemie zum Opfer und wird nun (hoffentlich) nachgeholt. Anlass dafür ist das Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Montabaur und Tonnerre seit 50 Jahren.

Weitere Infos dazu und zur Equipe gerne per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Bereits im letzten Jahr bereiteten sich die Radsportler der „Equipe France“ vergeblich auf die Rundfahrt aus Anlass des Partnerschaftsjubiläums von Montabaur und Tonnerre vor – in diesem Sommer soll die große Tour nachgeholt werden. Foto: privat

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