In Swisttal wurde ein neuer Arbeitskreis gegründet
Zahl der Flüchtlinge nimmt immer mehr zu
Swisttal. Am Ende einer zweistündigen intensiven Diskussion, zu der Tobias Leuning, Vorsitzender des Jugend-, Senioren-, Kultur- und Sozialausschusses, eingeladen hatte, waren sich die 23 Teilnehmer, darunter Vertreter von 15 mit der Hilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge in Swisttal befassten Organisationen und Einrichtungen, einig: „Wir brauchen - nicht zuletzt auch zur Unterstützung der Gemeindeverwaltung - angesichts der zunehmenden Zahl der nach Swisttal kommenden Flüchtlinge wieder einen Arbeitskreis Flüchtlinge.“ Die Koordinierung des Arbeitskreises wird Jürgen Hein übernehmen, der in den neunziger Jahren den von der evangelischen Kirchengemeinde gegründeten, aber ausgelaufenen „Arbeitskreis Flüchtlinge“ geleitet hatte. Unterstützt wird er von Michael Schleupner und Axel Fuhs.
Armin Wallraff, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung/Soziales der Gemeinde Swisttal, bewertete die Gründung als Zeichen bürgerschaftlichen Engagements und aus Sicht der Gemeinde willkommene Unterstützung bei der Betreuung der Flüchtlinge. Er berichtete, dass in den gemeindeeigenen Asylbewerberheimen in Heimerzheim, Odendorf und Ludendorf gegenwärtig insgesamt 51 Menschen aus mehreren afrikanischen, asiatischen und osteuropäischen Staaten untergebracht seien und in nächster Zeit mit weiteren kurzfristigen Zuweisungen zu rechnen sei.
Unterbringungsprobleme ergäben sich zunächst nicht, da in den Heimen noch 25 Plätze verfügbar seien. Notfalls werde die Gemeinde leere Wohnungen anmieten. Die Grundversorgung der Asylbewerber sei von der Gemeinde sichergestellt, zusätzliche Hilfe bei der Versorgung mit Kleidern, Lebensmitteln oder Kinderspielzeug sei jedoch erwünscht. Die Kleiderstuben von AWO und CDU sowie der Swisttaler Tafel seien hier besonders gefragt und auch bereit. Besonders wichtig sei die Einbeziehung der Flüchtlinge, von denen die meisten vermutlich auf Dauer hier bleiben würden, ins gesellschaftliche Leben der Gemeinde, unter anderem auch in die Vereine. Schwerpunktthemen der Diskussion waren die dringend nötige Sprachförderung sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder sowie die Organisation und Koordinierung ehrenamtlicher Mitarbeit, zu der in Swisttal eine große Bereitschaft besteht. Der Arbeitskreis plant im Januar einen Aufruf in den lokalen Medien und eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Begleitung von Flüchtlingen zu Behörden, Ärzten, Schulen oder Kitas und dazu nötige Fahrdienste ehrenamtlich zur Verfügung stellen möchten. Dazu sollen auch Vertreter der Swisttaler Vereine eingeladen werden.
Dringend benötigt wird ehrenamtliche Mitarbeit bei Sprachunterricht, zum Beispiel durch pensionierte Lehrerinnen und Lehrer, sowie bei Übersetzungen. Beschlossen wurde die Einsetzung von ehrenamtlichen Betreuern für die drei Asylbewerberheime.
Wallraff kündigte an, dass die Gemeinde in den nächsten Wochen einen mehrsprachigen Flyer für die Flüchtlinge mit wichtigen Informationen über Ansprechstellen und Hilfsangebote erstellen werde.
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