Allgemeine Berichte | 17.09.2019

Beratung für Prostituierte in Koblenz feierte in der Kulturfabrik Jubiläum

Zehn Jahre Roxanne

Gründung erfolgte 2009 in Trägerschaft der profamilia Koblenz e.V.

Ministerin Anne Spiegel.Foto: privat

Koblenz. Die Beratungsstelle Roxanne feierte vor Kurzem ihr zehnjähriges Jubiläum in der Kulturfabrik Koblenz. Roxanne ist eine Beratungsstelle für Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind.

2009 wurde mit „Roxanne“ in Koblenz, in Trägerschaft der profamilia Koblenz e.V., die erste Fachberatungsstelle für Sexarbeiterinnen in Rheinland-Pfalz eröffnet und war als „Pilotprojekt“ beispielgebend für zwei weitere Beratungsstellen, die mittlerweile in Ludwigshafen und in Kürze auch in Trier ansässig sind.

Streetworker erreichen rund 500 Frauen jährlich

„Roxanne“ bietet Sexarbeiterinnen Unterstützung und Hilfe im psychosozialen Bereich an und setzt sich vor allem für bessere Arbeitsbedingungen in der Prostitution ein. Ebenso wichtig ist der Einsatz für mehr gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber den Frauen, die dieser Tätigkeit nachgehen. Hauptsächlich über Streetwork erreichen die Sozialarbeiterinnen von Roxanne rund 500 Frauen jährlich in und um Koblenz herum. In enger Zusammenarbeit mit anderen Institutionen steht „Roxanne“ mittlerweile für ein bekanntes und fest etabliertes Beratungsangebot in Koblenz und in den umliegenden Kreisen.

Den Abend eröffnete Anja Eisenblätter, Mitglied des Vorstands der Koblenzer pro familia, mit einer herzlichen Begrüßung und einer sehr berührenden Rede, die die Würde der Sexarbeiterinnen in den Mittelpunkt stellte. Geschäftsführer Achim Klein richtete anschließend seinen Dank an das Ministerium, die Stadt Koblenz, an Spenderinnen (zum Beispiel ASF im Lädchen Bad Neuenahr-Ahrweiler, Zonta Koblenz I, Lotto) und vor allem auch an das hochengagierte Beraterinnen-Team, bestehend aus der hauptamtlichen Sozialarbeiterin Christine Bangert sowie der beiden Sozialarbeiterinnen Marinela Botgros und Deyana Zheleva.

Gesetz von 2017 kritisch evaluiert

Die Politik schenkt der Beratungsstelle große Aufmerksamkeit. So haben sowohl die Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in RLP, Anne Spiegel, als auch die Bürgermeisterin Ulrike Mohrs in Grußworten die Arbeit der Beratungsstelle gewürdigt und sich bei den Mitarbeiterinnen, der Geschäftsführung und dem Vorstand bedankt. Ministerin Anne Spiegel stand auch später noch als Interviewpartnerin in einer Talkrunde zur Verfügung, wo es um die Umsetzung und erste kritische Evaluierung des 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetzes ging, aber auch um aktuelle Projekte der Beratungsstelle. Die Ministerin sieht im neuen Gesetz nur bedingt einen Fortschritt. Manche Schutzaspekte würden erfüllt, insgesamt gäbe es aber noch zu viele unerwünschte Effekte. So würden manche Frauen, die bislang selbstständig in eigener Wohnung tätig waren, durch Reglementierungen gezwungen, diese aufzugeben und in Bordellen oder auf der Straße zu arbeiten. In der Konsequenz würden die Prostituierten durch mehr Auflagen nicht zwangsläufig besser geschützt. Die offene Prostitution nähme nach ersten Erkenntnissen ab und verlagere sich in einen Graubereich, etwa, wenn sie sich die Prostituierten aus Furcht vor negativen Folgen nicht bei den Ordnungsämtern anmeldeten. Gerade auch diese Frauen zu erreichen, aufzuklären und hilfreich zu begleiten, formulierte die Ministerin als wichtige Aufgabe von Roxanne.

Erfahrungen geschildert

Anja Endres vom Ordnungsamt Koblenz, Gerald Wermter vom Gesundheitsamt Neuwied sowie eine aktive Sexarbeiterin schilderten in der Talkrunde ihre Erfahrungen und betonten die Notwendigkeit der Roxanne-Angebote und einer engen Vernetzung der Beratungs- und Hilfestruktur für Prostituierte.

Der Abend in der Kulturfabrik Koblenz war informativ, feierlich, aber auch entspannt und unterhaltsam. Das war auch der begeisternden Band „Stingchronicity“ zu verdanken, die viele Songs von The Police und Sting präsentierte.

Sexarbeiterinnen, Menschen aus der Politik, Kollegen, Interessierte, Freunde und Unterstützer der Beratungsstelle waren sich am Ende einig. Das war eine gelungene Feier.

Ministerin Anne Spiegel.Foto: privat

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