Dekanat Maifeld-Untermosel - Ökumenischer Gottesdienst in Gondorf
Zeigen was ist, verändert die Welt
Nein zu Gewalt gegen Frauen!
Münstermaifeld. Eine Frau, die wehrlos zwischen Kampffronten steht, ein Mädchen - augenscheinlich Opfer von Gewalt, Zeichnungen von Käthe Kollwitz: diese Bilder gehen unter die Haut. Was diese unterschiedlichen Frauen vereint, ist, dass sie Opfer von Gewalt geworden sind. Bewusst stellten sich ca. 30 Frauen diesen und andern teilweise verstörenden Bildern. „Wir glauben, dass es hilft, sich zu zeigen mit dem, was ist. Es ist der erste Schritt, aufzuhören, auch noch gegen sich selbst gewalttätig zu sein. Aufhören sich zu verbiegen, um in ein fertiges Bild zu passen. Aufhören, eine erwartete Fassade zu zeigen. Zu beginnen, sich mit seinen Schrecknissen zuzumuten,“ meinte Iris Ney, evangelische Pfarrerin in Winningen, die den Gottesdienst mit vorbereitet hat. Der 25. November dient dazu, Jahr für Jahr die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen zu thematisieren, Unrecht zur Sprache zu bringen und Mut zu machen, sich gegen jegliche Form der Gewalt zu wehren. Deshalb hatte das Vorbereitungsteam aus der Region Maifeld-Untermosel am internationalen Gedenktag „Nein gegen Gewalt an Frauen“ zum ökumenischen Gottesdienst nach Gondorf eingeladen. Zudem wurden Werke des Kunstworkshops „Ophelia lernt schwimmen“ ausgestellt: Werke von ehemaligen Frauen aus dem Frauenhaus Koblenz. Sie haben mit der Künstlerin Cris Pink die Geschichte der Figur Ophelia aus dem Stück Hamlet neu erzählt. Im Anschluss an den Gottesdienst brachten die Gottesdienstteilnehmerinnen zur Sprache, welche Bilder sie beschäftigen. Sie teilten ihre Ängste, ihre Wut, ihre Trauer und ihre Hoffnungen miteinander. Zudem bereicherten Frau Adam vom Förderverein des Frauenhauses Koblenz und Frau Baumann-Warnke vom Beratungsladen für Frauen in Koblenz die Gesprächsrunde mit ihren Erfahrungen. „Es tut unglaublich gut, Frauensolidarität zu spüren und miteinander über Sorgen und Beängstigendes, aber auch über Schönes und Bestärkendes ins Gespräch zu kommen. Darum war für mich der Abend sehr wertvoll,“ meinte eine Teilnehmerin zum Abschluss.
