Der Barbarossamarkt verwandelte Sinzig in eine mittelalterliche Erlebniswelt
Zeitreise rund ums Schloss
Sinzig. Wer sich am vergangenen Wochenende durch Sinzig in Richtung Schloss bewegte, rieb sich verwundert die Augen. Auf der Straße waren mystisch wirkende Frauen in dunklen Gewändern, bunt gekleidete Narren mit klingenden Schuhen und mit blankem Stahl bewaffnete Rittersleute unterwegs. Waren da etwa Protagonisten des Mittelalters irgendwie im neuzeitlichen Sinzig gelandet? Mitnichten! Es war wieder Barbarossamarkt-Zeit und damit auch Zeit für eines der etabliertesten und traditionsreichsten Events, das Mittelalter-Flair, entspanntes Beisammensein, Köstlichkeiten und einfach nur eine gute Zeit für alle Generationen miteinander vereint. Rund um das Sinziger Schloss entsteht dabei eine eigene Welt, die alle Sinne anspricht. Gerüche von süßen Versuchungen, Gegrilltem oder dampfendem Eintopf mischen sich mit dem Rauch des Schmiedefeuers und der derben Seife des Zubers. Apropos Zuber: in dieser hölzernen Badewanne schwingt „Zuberkönig“ Mariö Monleon das Zepter – und seine Untertanen springen ebenso bereitwillig wie furchtlos zu ihm in die Bütt. Überhaupt tummelten sich beim Barbarossamarkt wieder einige ganz besondere Figuren – vom Aussätzigen, der Münzen im Käscher abgreift, über eine schaurig-liebe Hexe bis hin zu aus nördlichen Gefilden angereisten Wikingern. Wer mittelalterliches Handwerk erleben wollte, war bei Glas- und Steinkunst, beim Ledermacher oder beim Kupferschmied bestens aufgehoben. Dank Met, Räucherwurst, Kräuterringen, Crepes oder Baumstriezel herrschte in Sachen „Leckerey“ die Qual der Wahl. Wer mit den Standbetreibern, die viele ähnliche Veranstaltungen Deutschlandweit kennen, ins Gespräch kommt, hört unisono ein Fazit: der Barbarossamarkt spielt in der Beletage der Mittelaltermärkte. Dass diese Erlebniswelt überhaupt alljährlich entstehen kann ist dem Verein „Wir helfen e.V.“ und damit vielen Ehrenamtlern zu verdanken, die mit viel Herzblut und noch mehr Engagement vor und hinter den Kulissen aktiv sind. Und dann ist da – last but not least – noch der wichtige Charity-Aspekt des Barbarossamarkt: allein in den vergangenen fast 25 Jahren konnten aus den Erlösen aus Eintritt, Spenden und Getränkeverkauf rund 450.000 Euro gespendet werden – unter anderem an die freiwillige Feuerwehr Sinzig, an die AWO, an das THW oder an das DRK.
Ob hier der Medicus noch helfen kann?
Beste Laune herrschte bei dieser bunten Barbarossamarkt-Truppe. Fotos:DU