Lokale Teilhabekreise – Aktion „Seitentausch“
Ziel der Initiativen ist es, Menschen mit Behinderung aktiv am Leben zu unterstützen
Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel setzte sich für einen Ausflug in den Mendiger Innenstadtbereich in einen Rollstuhl
Mendig. Die Lokalen Teilhabekreise aus Mayen, Mendig und Polch hatten am 15. Mai in das Polcher Forum zur Vorstellung des kommunalen Aktionsplans des Landkreises Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz eingeladen. Zunächst wurde eine gemeinsame kommunale Teilhabeplanung für Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen erstellt. Daraus ist der gemeinsame kommunale Aktionsplan entstanden, der die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Region fördern und sicherstellen soll. Der Aktionsplan beinhaltet 50 Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Die Teilhabekreise sind gemeinsame Initiativen der Caritas Werkstätten St. Johannes in Mayen und St. Stephan in Polch sowie des Caritas Zentrums in Mendig. Sie rekrutieren sich aus freiwillig engagierten Bürgern mit und ohne Behinderung. Das Ziel der Initiativen ist, Menschen mit Behinderung bei der aktiven Teilhabe am Leben in der Gemeinde zu unterstützen, sie aktiv am Gemeinwesen zu beteiligen und ihnen so eine Mitgestaltung zu ermöglichen.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die neue Aktion „Seitenwechsel“ vorgestellt an der Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis, Mendigs Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel und Polchs Stadtbürgermeister Gerd Klasen sich aktiv beteiligen.
Hans Peter Ammel schlüpft in die Rolle eines Rollstuhlfahrers
Am Donnerstag, dem 24. Mai bewies –ebenso wie seine beiden Kollegen aus Mayen und Polch- auch Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, dass er den „Seitenwechsel“ sehr ernst nimmt. So hatte er sich vorgenommen, in die „Rolle“ eines Rollstuhlfahrers zu schlüpfen, um einmal nachempfinden zu können, wie viele Hürden ein Rollstuhlfahrer im alltäglichen Leben bewältigen muss. Als er am späten Vormittag im Mendiger Caritas Zentrum eintraf, wurde er von der Leiterin der Tagesförderstätte Stefanie Pohl und Melanie Schuth (Leitung: des Bereichs „Wohnen in der Gemeinde Mendig“) an der Pforte bereits mit einem Rollstuhl empfangen. Außerdem kam Meike Ehses von der Tagesförderstätte mit Christian Krautkrämer hinzu, der schon lange auf den Rollstuhl angewiesen ist und den Stadtbürgermeister an diesem Tag als „Partner“ begleitete. Gemeinsam fuhren sodann die beiden Rollstuhlfahrer zur Tagesförderstätte, wo sie zunächst an einem Begrüßungskreis teilnahmen. Für dieses tägliche Ritual wird ein sogenannter Steinkreis gelegt, wobei jeder Stein den Namen des anwesenden Teilnehmers trägt. Für Hans Peter Ammel wurde eigens ein „Gaststein“ gelegt. Wie jeden Morgen wurde gemeinsam gesungen und die Teilnehmer erhielten Informationen über das Tagesgeschehen – angefangen von der Bekanntgabe des angebotenen Mittagessens, des Wetterberichts, die wichtigsten Geburts- und Namenstage und der nicht zuletzt der „Witz des Tages“. Anschließend lernte der Stadtbürgermeister die Arbeit von Christian Krautkrämer kennen, der sich mit der Gestaltung von Grußkarten befasst. Nachdem beide bei der Gestaltung einer Karte ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten, begaben sie sich per Rollstuhl in Begleitung von Meike Ehses, Stephanie Pohl und Jana Neumann in die Stadtmitte. Bereits in der Mühlenstraße musste Hans Peter Ammel sich mit den Widrigkeiten, der mitunter viel zu hohen Bordsteine auseinandersetzen. Problematisch wurde es jedoch, als keine Bordsteine mehr zur Verfügung standen und beide Rollstuhlfahrer ihren Weg auf der Straße fortsetzen mussten. Bei dieser Gelegenheit wurde nicht nur die zum Teil aggressive Verhaltensweise einiger Autofahrer deutlich. Da es außerdem noch eine beachtliche Steigung zu überwinden galt, war die Situation nicht nur für die beiden Rollstuhlfahrer stressig, sondern auch für Jana Neumann (Koordinatorin der drei lokalen Teilhabekreise Mendig, Polch und Mayen), die Hans Peter Ammel im Rollstuhl den Berg hinauf schob. Gefährlich wurde es noch einmal in der oberen Bahnstraße, da die beiden Rollstuhlfahrer wegen der viel zu hohen Bordsteine wieder die von PKW stark frequentierte Straße befahren mussten. Vorbei an der Adler-Apotheke, wo die parkenden Autos zum Teil bis in den Bordstein hineinragten, ging es dann in das Fachgeschäft von Ulrich Rawert, wo Christian Krautkrämer sich eine Sonnenbrille aussuchte.
Zurück zum Caritas-Zentrum nahmen die beiden „Testfahrer“ mit ihrer Begleitung den etwas einfacher zu bewältigenden Weg über die Blumenstraße zur Hospitalstraße, wo sie gemeinsam ein Mittagessen einnahmen.
Stadtbürgermeister war sehr begeistert
Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel zeigte sich zum Abschluss seines „Seitenwechsels“ zum einen tief beeindruckt von der liebevollen Betreuung der Bewohner des Caritas-Zentrums. „Ich war doch sehr erstaunt, wie viele Hindernisse ein Rollstuhlfahrer im Straßenverkehr und insbesondere bei der Suche nach geeigneten Bordsteinen bewältigen muss. Geradezu fassungslos hat mich die Reaktion einiger Autofahrer gemacht, die uns als Rollstuhlfahrer mit ablehnenden und zum Teil sogar aggressiven nonverbalen Reaktionen begegneten, da man uns offensichtlich als „Hindernis“ betrachtete“, so Hans Peter Ammel, der seinen „Seitenwechsel“-Mitstreiter Christian Krautkrämer am 6. Juni zu einer Besprechung in der Stadtverwaltung eingeladen hat. FRE
In der Tagesförderstätte lernte der Stadtbürgermeister die Arbeit von Christian Krautkrämer kennen und gestaltete gemeinsam mit ihm eine Grußkarte.
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