Allgemeine Berichte | 04.02.2026

Start der EAZA-Kampagne „Wetlands for Life”

Zoos setzen sich für bedrohte Feuchtgebiete ein

Die Flamingos sind die Botschafter der EAZA-Kampagne „Wetlands for Life".  Fotos: Eva Fritsch

Neuwied. Moore, Flussauen, Mangroven oder das Wattemeer: Feuchtgebiete schützen uns vor Überschwemmungen, Verschmutzung und verbessern die Wasserqualität. Hier tummeln sich so viele Tier- und Pflanzenarten wie in kaum einem anderen Lebensraum. Sie beheimaten rund 40% der weltweiten Artenvielfalt und sind somit unabdingbar für den Artenschutz. Doch mehr als ein Drittel dieser Lebensräume ist in den letzten 50 Jahren weltweit verloren gegangen – schneller als jeder andere Lebensraum. Mit ihnen verschwinden auch viele Tierarten.

„Feuchtgebiete sind wahre Lebensspender – für Tiere, für das Klima und letztlich für uns Menschen“, erklärt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Wenn wir sie verlieren, verlieren wir mehr als nur Landschaften: Es ist der Verlust von wertvollen Lebensräumen. In den wissenschaftlich geführten Zoos des VdZ übernehmen wir Verantwortung mit gezielten Erhaltungszuchtprogrammen, Bildung, Forschung und Schutzprojekten. Ob die bedrohte Europäische Sumpfschildkröte in unserer Region oder die Riesenotter in Südamerika – wo es gelingt, Arten zu schützen und wieder anzusiedeln, wächst auch die Hoffnung, dass Feuchtgebiete erhalten bleiben und neues Leben entstehen kann.“

Wie Zoos bedrohte Arten retten

Genau hier setzen moderne Zoos an: Sie züchten bedrohte Tierarten, erforschen ihre Lebensweise und bereiten ihre Rückkehr in die Natur vor. Die Europäische Sumpfschildkröte etwa war in vielen Regionen Deutschlands nahezu ausgestorben. Heute züchten Zoos diese einzige heimische Schildkrötenart erfolgreich nach und setzen die Jungtiere in wiederhergestellten Feuchtgebieten aus – gemeinsam mit Naturschutzbehörden und Umweltverbänden.

Auch die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke profitiert von der Zusammenarbeit von Zoos und Naturschutzorganisationen. Die kleine Amphibie ist auf flache, temporäre Tümpel angewiesen – Lebensräume, die immer seltener werden. Im Zoo Neuwied werden Gelbbauchunken gehalten und als Botschafter für den Schutz heimischer Feuchtlebensräume vorgestellt. Über den Artenschutzeuro unterstützt der Zoo Neuwied zudem ein Projekt des Arbeitskreises für Natur- und Umweltschutz Asbacher Land e.V. (ANUAL), bei dem Kleingewässer entlang von Streuobstwiesen angelegt und gepflegt werden. 2025 wurde die Anschaffung eines mobilen Wasserfasses gefördert, das die Versorgung der Unkengewässer insbesondere in Trockenperioden erleichtert.

„Artenschutz braucht einen langen Atem und praktische Lösungen“, erklärt Zoodirektor Mirko Thiel. „Mit der Unterstützung des ANUAL-Projekts tragen wir dazu bei, dass Lebensräume für die Gelbbauchunke dauerhaft erhalten bleiben – und leisten so einen konkreten Beitrag zum Schutz dieser stark bedrohten heimischen Art.“

EAZA-Kampagne „Wetlands for Life"

Der Welt-Feuchtgebiete-Tag am 02. Februar erinnert an die Unterzeichnung der Ramsar-Konvention, die 2026 ihr 55-jähriges Bestehen feiert. Passend dazu startet der Europäische Zooverband EAZA seine zweijährige Kampagne „Wetlands for Life", die auch von deutschsprachigen Zoos, wie auch dem Zoo Neuwied, unterstützt wird. Die Flamingos sind die Botschafter der Kampagne. Die eleganten, rosafarbenen Vögel brauchen flache Salzseen und Lagunen zum Brüten und Fressen. Wenn diese Lebensräume verschwinden, geraten die Populationen in Gefahr.

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Die Gelbbauchunke ist vom Aussterben bedroht.

Die Gelbbauchunke ist vom Aussterben bedroht.

Die Flamingos sind die Botschafter der EAZA-Kampagne „Wetlands for Life". Fotos: Eva Fritsch

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