Allgemeine Berichte | 16.10.2019

Frauentreff Meckenheim

Zu Besuch in der LVR-Landesklinik

Nachdenklich und betroffen machende Führung mit Rainer Selmann

Die Führung machte alle Teilnehmer nachdenklich. Foto: privat

Meckenheim. Der Frauentreff Meckenheim besuchte die LVR-Landesklinik und das Psychiatrie-Musem „Ver-rückte Zeiten“ in Bonn.

Carl Pelmann war Psychiater und Direktor der Rheinischen Provinz-Irrenanstalt und bekannt für seine rabiaten Methoden. Psychisch kranke Menschen oder auch nur auffällig andere wurden schon immer abgesondert und ausgegrenzt. Bevor es besondere Einrichtungen für sie gab, mussten sie in Bonn in den Nischen der Stadtmauer hausen, angekettet, den Unbilden des Wetters und den Blicken der „Gesunden“ ausgesetzt.

Dann wurde das „Irrenhaus“ mit 300 Betten 1882 eingeweiht. Die waren schnell belegt mit Kranken, die vorher in Siegburg unter erbärmlichen Umständen gehaust hatten. Hier gab es eine Heizung und sanitäre Anlagen. Sehr schnell war die Einrichtung mit 570 Personen überbelegt. Die Menschen glaubten, dass psychische Krankheiten körperliche Ursachen hatten, die mit brutalen Methoden wie Zwangsstehen, Zwangskorb und dem sogenannten „englischen Sarg“ behoben werden sollten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die traumatisierten Soldaten behandelt. Viele glaubten, dass das Gehirn für die Schüttelkranken verantwortlich war. Oberstes Ziel der Behandlung war, dass die Soldaten möglichst schnell wieder an die Front geschickt werden sollten. Während der Nazizeit reichten die „Behandlungen“ von Zwangssterilisationen bis zum Mord. Die ärztlichen Leiter suchten die Kranken aus, die mit Bussen in die Tötungsanstalten gebracht wurden. Als die Menge der zu Tötenden zunahm, wurden sie auch während der Busfahrt getötet, indem die Abgase in die Busse geleitet wurden. Nach dem Krieg wurden die Täter durch deutsche Gerichte freigesprochen, die Opfer bekamen keine Entschädigung. In neun Abteilungen zeigt die Ausstellung, wie die Gesellschaft zu verschiedenen Zeiten mit ihren „Irren“ umging. Sehr eindrucksvoll zeigt das auch der Film über die „Ver-rückten Zeiten“. Dies alles, dazu die eindrucksvollen Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, und das Gelände mit den prachtvollen alten Bäumen erlebten die Frauen des Frauentreffs auf der Führung mit Rainer Selmann. Nachdenklich und betroffen konnten sich die Teilnehmer beim anschließenden Kaffeetrinken alles noch einmal vor Augen führen.

Die Führung machte alle Teilnehmer nachdenklich. Foto: privat

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