Adventskonzert des Männerchor Lahnstein
Zuhörer waren begeistert
Lahnstein. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass der Titel der bekannten Operette „Maske in Blau“ so passend sein könnte. Die Melodien jedenfalls rissen alle Zuhörerinnen und Zuhörer mit und auch die zentrale Frage aus den letzten Takten: „Wann fällt deine Maske?“ ist aktueller als jemals zuvor.
Das diesjährige Chor- und Solistenkonzert mit dem Männerchor Lahnstein und dem Trio: „drei Freunde – drei Tenöre“ sowie der Pianistin Sigrid Althoff als Solisten bot allen Anwesenden musikalische Spitzenleistungen.
Das Traditionskonzert am zweiten Advent in der Stadthalle Lahnstein war der Höhepunkt des 2020 coronabedingt vereitelten Vereinsjubiläums: 145 Jahre Männerchor Frohsinn. Es war der erste anspruchsvolle, öffentliche Auftritt des mehrmaligen Meisterchores seit zwei Jahren. Beinahe wäre auch dieses Konzert 48 Stunden vor Beginn noch abgesagt worden, aber da alle Sänger und Besucher die strengen Auflagen der 29. Corona-Bekämpfungsverordnung erfüllten, stand einem Abend mit einem Hauch von Normalität nichts im Wege.
So begrüßte Stargast Stefan Lex, der bereits vor drei Jahren mit dabei war, das Publikum augenzwinkernd mit den Worten „Auch wenn Sie alle inkognito heute hier sind, so erkenne ich Sie alle wieder“. Der Gesangssolist aus Dortmund hatte dieses Mal außer seiner Frau Sigrid Althoff, einer vielfach ausgezeichneten Pianistin und einfühlsamen Liedbegleiterin, auch seine beiden Freunde mitgebracht: die beiden stimmgewaltigen Tenöre Thomas Heyer, gebürtig aus Waldniel, der als renommierter Professor an der Musikhochschule Frankfurt am Main unterrichtet, und Michael Kurz, der vor seiner Operettenkarriere als KFZ-Meister in Neuwied wirkte. Der Chor begann mit dem stimmungsvoll vorgetragenen „Mondchor“ aus „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai. Schnell sprang der Funke auf das Publikum über und alle lauschten dem Tenorterzett bei einem Opernmedley mit Melodien aus „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi und „Fedora“ von Umberto Giordano. Es folgten drei Tenorsoli, zunächst Michael Kurz mit „Komm, Zigan“ aus der „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kalman, Thomas Heyer mit dem berühmten Wolgalied aus dem „Zarewitsch“ von Franz Lehar und Stefan Lex mit dem bekannten Schlager von Robert Stolz „Ich liebe die Welt“. Lex, der seinem Ruf als strahlend lyrischer Tenor auf ganzer Länge gerecht wurde, füllte zugleich seine zweite Rolle als Moderator mit Witz und Esprit aus. Seine Frau schütze ihn davor, dass er nicht alle Frauen gleichzeitig liebt, so scherzte er.
Anschließend überzeugte der Männerchor Lahnstein, dem traditionsgemäß auch immer einige Projektsänger angehören. Unter dem Dirigat von Franz-Josef Stein sangen sie die „Melodie der Nacht“ aus dem Phantom der Oper und den „Fliegermarsch“ aus „Der fliegende Rittmeister“ von Hermann Dostal. Hochkonzentriert schauten auch dabei alle Sängeraugen auf das Dirigat und die Mimik ihres Dirigenten, um dieses Lied rhythmisch perfekt und auswendig zu singen. Das fesselte das Publikum und riss dieses zum Mitklatschen hin. Als einer der Höhepunkte sangen Chor und Solistenterzett gemeinsam ein Medley aus der „Maske in Blau“ von Fred Raymond.
Nach einer Pause wurde es Advent- und weihnachtlich mit „Nun nahet sie wieder, die heilige Zeit“, gefolgt vom „Weihnachtsfrieden“ von Rolf Kern. Die „Drei Freunde“ aus Nordrhein-Westfalen boten jetzt besinnliche Tenorsoli wie das „Pieta Signore“ von Allessandro Stradella (vorgetragen von Michael Kurz), „I will walk with God“ von Nikolaus Brodszky (Thomas Heyer) und das andächtige „Vater unser“ von Albert Hay-Malotte (Stefan Lex). Natürlich durfte auch der Weihnachts-TV-Klassiker „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda nicht fehlen - dieses Mal als Klaviersolo brillant gespielt von der hochbegabten Pianistin Sigrid Althoff, deren jahrelange Erfahrung und Freude am Musizieren man bei jedem Ton spüren konnte. Der Chor sang andächtig „Still, o Himmel“ von Erich Sopp und die „Christrose“ von Robert Stolz. Die Soli in der „Christrose“ übernahmen die drei Tenöre.
Chor und Solisten boten in ihrer Gesamtheit vor dem aufmerksamen Publikum „Leise rieselt der Schnee“ in einer Version von Erich Best. Kein Wunder, dass das hochzufriedene Publikum nach Zugabe rief. Vorsitzender Bernd Geil versprach daraufhin das wohl schönste und weltbekannte Weihnachtslied, aber nicht bevor er sowohl allen Mitwirkenden auf der Bühne herzlich danken durfte, als auch dem treuen Publikum, das die ganze Zeit äußerst diszipliniert mit Mund-Nasen-Abdeckung zugehört hatte. Stolz waren die Sänger, als sich die Zuhörer zum Applaudieren von ihren Plätzen erhoben, ehe die Sänger mit der „Stillen Nacht“ einen musikalisch wunderschönen Abend beschlossen. Bernd Geil wünschte allen Zuhörern sowie deren Angehörigen und Freunden im Namen aller Sänger mehr denn je Gesundheit und baldige Normalität sowie ein frohes Weihnachtsfest.
