Allgemeine Berichte | 04.02.2020

Gelb-Rot“ tanzt, singt & lacht! der Narrenzunft Gelb-Rot Koblenz war eine gelungene Veranstaltung

„Zunft Müüs“ brachten die Halle zum Beben

Eine gigantische Leistung zeigten die „Zunft Müüs“ aus Köln.Fotos: Roland Schäfges - www.myfoto24.eu

Koblenz. Der erste große Auftritt vor eigenen Publikum, unter neuer Trainerin, nachdem man 33 Jahre durch Ellen Friedrich-Gaul begleitet, geleitet und trainiert worden ist, endete mit Standing Overationen und viel Lob einer anderen sich noch im Saal befindlichen Tanzgruppe aus Köln. Wie sagte es die zweite Vorsitzende der 1937 gegründeten Narrenzunft Gelb-Rot, Daniela Urmetzer-Müller am Ende dieser rund viereinhalbstündigen Veranstaltung so schön: „Besser kann es nicht sein, als dass uns die großen „Zunft Müüs“ so Loben! Die „Zunft Müüs“ sind ja wirklich über die Grenzen von Köln sehr bekannt. Wir bewundern die „Zunft Müüs“ sehr! Das Sie unsere Tanzgarde so beklatscht und bejubelt haben, ja besser kann es gar nicht gehen! Aber es ist auch mittlerweile eine gute Freundschaft zwischen unseren beiden Vereinen gewachsen. Das ist doch das Schöne an Karneval, dass dieser so verbindet!“

Was die sympathische Bankkauffrau aus dem „Vorstandsdreigestirn“ des ehemaligen Postvereins nicht direkt sagte ist, dass auf der großen Bühne der Rhein-Mosel-Halle nacheinander die in Ihren Tanzsportkategorien die jeweils mit besten Formationen aufgetreten sind.

Das Programm wurde durch eine sensationell tanzende Tara Groß eröffnet. Die von der langjährigen Tänzerin der Narrenzunft Tanja Felbecker großartig vorbereitete Nachwuchssolomarie lieferte eine fantastische und für Ihr noch junges Alter erstklassische tänzerische Leistung ab. Nach diesem rund dreiminütigen „Warm Up“ begann die fast fünfstündige Veranstaltung mit dem Aufmarsch aller uniformierten Karnevalisten des Vereins unter der Musik der über den ganzen Abend grandios und spontan aufspielenden, von Guido Klöckner angeführten Band „Edel Connection“.

Neue Sitzungspräsidenten nach 22 Jahren

Begrüßt wurden die bunt kostümierten Besucher der zu circa dreiviertel vollen Rhein-Mosel-Halle jedoch nicht, wie man es 22 Jahre gewohnt war von Ex-Prinz Frank Ackermann, sondern von seiner damaligen, 2003er Confluentia ChrisTina Vulicevic. Sie wurde, nachdem Sie bereits im letzten Jahr neben Frank Ackermann „Sitzungspräsidentin im Praktikum“ war, in diesem Jahr als neue Sitzungspräsidentin unterstützt von des in Koblenz sehr beliebten AKK-Vorstand und Karnevalsmusiker Jörg Alfter. Das neue dynamische Sitzungspräsidenten-Duo des Kowelenzer Sitzungskarneval, zeigte sich über den ganzen Abend sehr modern und erfrischend in Ihren Moderationen. Was so locker wirkte, war jedoch, wie es Jörg Alfter gegenüber BLICK aktuell verriet, sehr viel Arbeit! „Wir haben bereits im November angefangen, die ersten Texte zu schreiben. Darauf folgte vor einigen Wochen noch mal ein Sonntag mit über sieben Stunden, wo wir das Programm und den Ablauf zwischen uns detailliert geplant haben. Ich und Tina haben uns darüber hinaus zwei mal für rund vier Stunden getroffen, um alles Weitere zu besprechen. Grundsätzlich hatten wir aber direkt festgelegt, dass Tina, welche ja seit Jahrzehnten im Tanzsport etabliert ist, die Moderation für die Tänze übernimmt und ich, als Musiker, sozusagen den anderen Kram.“

Nachdem die verschiedenen Funkengruppen, die Offiziere, die Ehrengarde oder auch die Ehrensenatoren die Bühne wieder verlassen hatten, konnte es mit dem eigentlichen Programm und damit zunächst der großartigen Gardeshow losgehen. Die Gardeschau, bestehend aus Tänzen der Kindergarde, der Amazonen und Kadetten so wie der stolzen Confluentesgarde zeigte, dass der Verein absolut keinerlei Nachwuchssorgen hat. Worauf auch die zweite Vorsitzende sehr Stolz ist. „Unser eigenes Potenzial zu zeigen ist uns ganz wichtig! Das hat man vor allem bei den Kindern und Amazonen gesehen. Es zeigte, wie viel talentierten Nachwuchs wir zum Glück haben. Was aber keine Selbstverständlichkeit ist. Unseren Nachwuchs hegen und pflegen wir aber auch. So das Sie irgendwann, hoffentlich, in unsere Fußstapfen auch treten können. Das sieht bei uns derzeit sehr gut aus. Weil nur wenn das gelingt, können wir als Verein überleben.“

Von den kleinsten der Kindertanzgarde bis zu den großen in der Confluentesgarde präsentierten die von Maike Gietzen, Kerstin Kreuter und Antonia Lüttkenhaus betreuten Tänzerinnen und Tänzer ein wahres tänzerisches Highlight nach dem anderen. Den Abschluss bildete letztlich das junge Tanzpaar des Vereins um Levent Roos und Tara Groß.

Nach den ganz jungen, kamen untermalt mit dem passenden Udo Jürgens Hit „mit 66 Jahren“, die „ältesten“ Künstler des Abends auf die Bühne. Die „Rentner aus Leidenschaft“ strapazierten die Lachmuskeln des Publikums bis auf das äußerste. Gemeint sind natürlich die eigentlich gar nicht so „alten“ Mundartkünstler aus Koblenz, Willi und Ernst. Großartig unterhielten Sie mit Ihren einzigartigen Dialogen das gut zuhörende Publikum. Nach der Rede betrat jedoch keiner der Moderatoren die Bühne, sondern der Polcher Gebäck-Fabrikant Peter Gries. Der Präsident des Senats der Narrenzunft zeichnete die überregional bekannten und in Koblenz sehr populären Künstler hinter den „Kunstfiguren“ Willi und Ernst, die Schauspieler Markus Kirschbaum und Dirk Zimmer, als Ehrensenatoren aus.

Selbstverständlich durfte auch ein Besuch des Koblenzer Prinzen Marco I. vom Geisbach mit seiner Confluentia Kim mitsamt des gesamten Gefolges aus dem Eulenland nicht fehlen. Und das, obwohl seine Tollität just an jenem Tag seinen 43. Geburtstag feierte. Dies wusste natürlich auch der gastgebende Verein und überreichte entsprechend auch Geschenke.

Barde Friedrich hält der Politik den Spiegel ins Gesicht

Ein besonders herausragender Programmpunkt des Abends war trotz aller guten Tänze und der guten Musik, der närrische Jahresrückblick des „Gelb-Roten Barden“. Edgar Friedrich entlarvte in einer politisch nachdenklichen und rhetorisch messerscharfen Rede den heutigen doppelzynischen Zeitgeist. Wie man es in der Bütt so darf, kritisierte er mit deutlichen Worten, aber auch mit clever durchdachten Umschreibungen förmlich den weich gespülten Umgang mit vielen heutigen Themen und Problemen. Gerade den Schulstreik und Greta hatte der brillante Redner des Vereins besonders im Visier. Die perfekt gesetzten Pointen zündeten beim Publikum ebenso wie auch die nachdenklichen Wahrheiten in seiner Rede.

Besonders sehenswert und zu teilen ziemlich niedlich war der von der Kindergarde gezeigte Showtanz. Die von Kerstin „Kessi“ Kreuter und Antonia Lüttkenhaus trainierten Kids zeigen in diesem Jahr eine Geschichte um Eiskönigin Elsa sowie diversen Disney Prinzessinnen und Zwerge. Besonders stach dabei die kleine Hannah Alfter, Tochter des stolzen Sitzungspräsidenten raus, welche als jüngste Aktive des Vereins neben der fast gleichaltrigen Nele das Publikum mit ihrer natürlichen Art einfach nur begeisterte. Insgesamt waren in verschiedenen Auftritten und Funktionen letztlich elf Mitglieder der Familie Alfter am Abend aktiv. Direkt nach den jüngsten folgten mit den von Maike Gietzen trainierten Amazonen und Kadetten gleich das nächste Showtanz-Highlight.

Nach so viel Tanz musste es wieder was auf die Ohren geben. Der aus Waldbröl stammende Kabarettist Volker Weininger mimte gekonnt den betrunkenen, besserwisserischen Sitzungspräsidenten, welcher sich über die Deutsche Bahn und Fahrkartenautomaten herrlich aufregen konnte.

Eine Kultgruppe des Vereins sollte danach für staunen und lachen bei den Besuchern sorgen. Das Vereinseigene Männerbalett präsentierte eine ziemlich lustige Show mit dem Thema „Germany´s next Topfisch“.

Die bereits 2011 gegründete Kölschrockband „Lupo“ durften auch Ihr Talent beim großen Koblenzer Verein zeigen und präsentierte dem Koblenzer Publikum einige eigene Songs.

Tanzekstase pur

Die extra aus Köln, ähnlich wie bei Fußballvereinen, mit einem Bus im ziemlich coolen eigenen Design angereiste rund 45-köpfige Tanzgruppe „Zunft Müüs“ der KKG Fidelen Zunftbrüder um Kommandant Marc Britt, liessen bei ihren Verschwinden zurück in die Domstadt viele offene Münder und genauso viele begeisterter neuer Fans zurück. Die vor genau 25 Jahren aus den „Schusterjungen“ entstandene Tanzgarde der mittlerweile 101 Jahre alten Kölner Frackgesellschaft, zeigte eine Leistung, welche man selbst im Tanzsport verrückten Koblenzer Karneval so gar nicht kennt. Unzählige Saltos, Würfe oder sonstige teils unbeschreiblicher akrobatische Tanzelemente versetzten das dank der eigenen Tanzgruppe so verwöhnte Publikum zum staunen.

Auch die Moderatorin des Abends und Trainerin der darauf folgenden Showtanzgruppe der Narrenzunft zeigte sich gegenüber unserer Zeitung mehr als nur begeistert: „Superspitzenklasse, was die Jungs und Mädels da zeigten. Die Müüs sind für uns ein riesiges Vorbild. Sie sind eine sensationelle Garde. Ich beneide Sie wirklich für alles, was die drauf haben. Unglaublich“

Die neue Trainerin der Showtanzgruppe brauch sich bei aller Begeisterung trotzdem nicht vor den „Kölner Stars“ zu verstecken. Der Auftritt Ihrer Jungs und Mädels, sorgte wiederum bei den Kölner Gästen für große Augen! Im neuen, abermaligen musicalartigen und kostümreichen Showtanz der Gelb-Roten, machten vier Freundinnen gemeinsam Party. Dabei luden Sie natürlich viele gemeinsamen Freunde ein. Wie es auf so Party ist, haben letztlich alle einen über den Durst getrunken. Es folgt, was folgen musste. Jede der vier Freundinnen passiert im Verlauf des farbenfrohen Showauftritt verschiedene Missgeschicke. Fazit: Sehr unterhaltsam und sehenswert.

Abgerundet wurde die vielseitige Sitzung, bei welcher laut Jörg Alfter eine „Mega Stimmung“ herrschte, zum großen Finale, mit der großartigen Musik, durch den ehemaligen Frontmann der „Räuber“, Torben Klein. Seine großen Hits wie „Für die Iwigkeit“ sang jeder begeistert mit.

Unter dem Strich lies ein buntes und gekonnt durch den Literaten inzidiertes Programm den Abend kurzweilig werden. Auch Daniela Urmetzer-Müller zeigte sich am Ende begeistert. „Die Sitzung heute war wirklich bombastisch! Wir sind zurück in unsere Stube, der Rhein-Mosel-Halle, unserer Heimat! Es war absolut grandios! Es hat alles geklappt wie geplant! Wir waren sogar noch positiv davon überrascht, wie viele Karten heute noch verkauft wurden. Mega! Einfach genial! Wir sind super Stolz auf das, was unsere Mitglieder heute mal wieder geleistet haben. Wir wollen uns als Gelb-Rote mit unseren vielen Aktiven uns hier der Öffentlichkeit präsentieren. Aber dennoch wollten wir auch verbinden! Weswegen wir auch immer externe Künstler aus anderen Bereichen des Karnevals hinzufügen wollen. Wie heute bei Torben Klein, Lupo oder den Zunft Müüs!“

Bleibt zu Hoffen, dass im Jahr 2021, wenn unter anderem „Kempes Finest“ und Bernd Stelter die Bühne rocken, noch mehr Besucher den Weg zu „Gelb-Rot, tanzt singt & lacht!“ finden werden. Die Veranstaltung und der Verein hätten es sehr verdient.

Das Kultur-Duo „Willi und Ernst“ wurden von Senat des Vereins zu Ehrensenatoren ernannt.

Das Kultur-Duo „Willi und Ernst“ wurden von Senat des Vereins zu Ehrensenatoren ernannt. Foto: Roland Schaefges

Eine gigantische Leistung zeigten die „Zunft Müüs“ aus Köln.Fotos: Roland Schäfges - www.myfoto24.eu

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