Selbsthilfegruppe wird in Kirchen gegründet: Ein Zufluchtsort für Frauen nach toxischen Beziehungen.
„Zurück zu sich“
Kirchen.Am 29. September um 16 Uhr öffnet ein neues Refugium seine Pforten in der Verbandsgemeinde Kirchen: Die Selbsthilfegruppe „Zurück zu sich – Frauen nach toxischen Beziehungen mit psychischer Gewalterfahrung“. Ein sicherer Ort für Frauen, die den beschwerlichen Weg aus toxischen Beziehungen beschritten haben und wieder zu ihrer wahren Identität finden möchten.
Statistisch gesehen sind 25 Prozent der Frauen Opfer von Gewalt durch aktuelle oder frühere Partner. Während physische Gewalt oft äußerlich sichtbar ist, bleibt psychische Gewalt im Verborgenen. Erniedrigungen, Isolation, finanzielle Abhängigkeit und Manipulation sind nur einige der schwerwiegenden Aspekte psychischer Gewalt. Die Anerkennung dieser Gewalt gestaltet sich oft als schwierig – nicht nur von Außenstehenden, sondern auch von den Betroffenen selbst.
Die Sätze wie „So hat er es nicht gemeint“ oder „Du hättest dich ja trennen können“ sind für die Betroffenen oft schmerzhafter als erwartet. Das Unverständnis und die Vorurteile aus dem Umfeld sind oft verletzend und wenig hilfreich. Daher ist der Austausch mit Gleichgesinnten von unschätzbarem Wert, um die eigenen Kräfte zu bündeln und den Zyklus der toxischen Beziehungen zu durchbrechen.
Für Mütter, die trotz der Trennung durch gemeinsame Kinder Kontakt zum Ex-Partner aufrechterhalten müssen, bietet diese Gruppe besondere Unterstützung. Durch gemeinsames Zuhören und gegenseitige Stärkung in einem geschützten Umfeld können die Frauen wieder zu sich selbst finden. Die Gruppensprecherin selbst, die den herausfordernden Weg aus einer gewalttätigen Beziehung gemeistert hat, wird die Teilnehmerinnen leiten.
Die Gruppe soll jedoch nicht als Ersatz für eine Therapie dienen, sondern als zusätzlicher sicherer Hafen für den Erfahrungsaustausch. Während die ersten Treffen unter der Anleitung von WeKISS-Mitarbeiterinnen stattfinden werden, sind sie kostenfrei, vertraulich und auf freiwilliger Basis.
Die Interessentinnen können sich bei der Selbsthilfekontaktstelle WeKISS | DER PARITÄTISCHE in Westerburg unter info@wekiss.de, Tel. (0 26 63) 25 40 (Sprechzeiten montags 14-18 Uhr, dienstags 9-12 Uhr mittwochs und donnerstags 9-14 Uhr) melden.
Hotlines: Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (08 00) 116 016, Hilfe für Opfer von Straftaten (08 00) 116 006.
Hier kann man Hilfsangebote in der Nähe finden: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/hilfe-vor-ort.html.
BA
