Allgemeine Berichte | 16.07.2018

Trecker-Liebhaber versammelten sich zu Hunderten in Wienau

Zwei Tage Kraftmeierei und fachsimpeln

Zweites Treffen der Schlepperfreunde Wienau war ein Riesenerfolg

In reih und Glied versammelte sich eine dreistellige Zahl landwirtschaftlicherZugmaschinen auf dem Festgelände der Schlepperfreunde Wienau. Fotos: -KER-

Wienau. Erst seit drei Jahren gibt es den Verein „Schlepperfreunde Wienau“. Jetzt hat er schon seine zweite Großveranstaltung organisiert, das zweite große Schleppertreffen am Ortsrand von Wienau. Weil beim ersten Mal die Resonanz so groß war, haben die Wienauer Schlepperfreunde ihre Veranstaltung jetzt, beim zweiten Mal, direkt auf zwei Tage ausgedehnt. Sie hatten Recht: Bereits am Samstag war das Gelände unterhalb des Wienauer Flugplatzes mit Traktoren und Besuchern gut gefüllt. Was aber noch kein Vergleich war zum Ansturm der Massen am Sonntag. Unterstützt wurden die Bemühungen der Schlepperfreunde Wienau natürlich vom Bilderbuch-Sommerwetter, was einen Ausflug ins Freie und zu den landwirtschaftlichen Maschinen geradezu zum Familien-Pflichtprogramm machte.

Jonas Weßler und Waldemar Neufeld vom Verein sagen: „Die ersten Teilnehmer sind sogar am Freitag schon angereist, die kommen aus dem Sauerland und hatten fünf Stunden Anfahrtzeit. Wir bieten für alle Übernachtungsgäste ein Fahrerfrühstück an.“ Sogar auf den sonntäglichen Gottesdienst mussten die Angereisten nicht verzichten. Vor den Werkshallen stand ein großer blauer Truck. Jonas Weßler erklärt: „Wir haben diesmal auch eine rollende Kirche dabei. Hier findet am Sonntag um 11 Uhr der Fahrer-Gottesdienst statt.“

An die kleinsten Festbesucher war auch gedacht. Sie konnten auf einer großen Platte mit Spielzeug-Traktoren rumkurven oder auf der Hüpfburg toben.

Am Zapfwellen-Prüfstand konnte man seine Leistung überprüfen

Richtig zur Sache ging es am Zapfwellen-Prüfstand. Hier hatte die angereisten Schlepperfahrer die Möglichkeit, die echte Leistung ihres Gefährtes dezimalstellengenau in Kilowatt und PS austesten zu lassen. Waldemar Neufeld: „Man kann auch Newton errechnen, aber so genau machen wir das nicht. Die meisten wollen nur wissen, wieviel Leistung ihr Traktor hat.“ Mit diesem zertifizierten Wissen in der Tasche konnte es dann zum großen Praxistest gehen. Unten im Berg stand eine Zugmaschine mit einem mit Erde schwer beladenem Anhänger. Alles zusammen eine Gewichtsmasse von 15 Tonnen. Wer es sich und seinem Fahrzeug zutraute, konnte versuchen diesen Koloss den Berg hochzuziehen. Waldemar Neufeld sagt schmunzelnd: „Wenn wir sehen, dass es einem Wettbewerber zu leichtfällt, dann ziehen wir ein bisschen an der Handbremse…“

Rein um die Geschicklichkeit des Fahrers ging es auf der Traktorwippe, wo das Arbeitsgerät ausbalanciert werden musste.

Aber es ging ja bei diesem Treffen nicht nur um die Show und den Effekt. Traktor-Liebhaber sind in erster Linie Schau-Menschen. Sie wollen ihr Gefährt zeigen und sich andere ansehen. Zu den Lieblingsstücken der Schlepperfreunde Wienau, sagen sie, zählen nach wie vor die alten Lanz Bulldog: „Die haben ihren ganz eigenen Sound!“ 60 und 70 „Lebens“-Jahre haben die schon auf dem Buckel. Auf dem Feld müssen sie ihre Arbeit aber nicht mehr verrichten. Sie genießen das Dasein von Liebhaberstücken. Genauso wie die mächtigen roten Schlüter-Traktoren eines Liebhabers aus Dierdorf, die dieser stolz in die Reihe der Schauteilnehmer stellte. Echte Nutzfahrzeuge waren aber auch zu sehen, weil es doch in Wienau und den umliegenden Ortschaften, noch einige richtige Landwirte gibt.

Kartoffeln aus der Region wurden angeboten

So zum Beispiel Christoph Kaul aus Dernbach. Der war allerdings nicht wegen seiner Traktoren gekommen, sondern wegen der herrlichen Venetia-Kartoffeln, die er schon von seinem Feld geerntet hatte und zum Verkauf anbot: „Die habe ich gestern auf meinem Feld in Dernbach ausgemacht. Reine Natur, wir wollen wieder zurück zu den natürlichen Anbauweisen mit verschiedenen Sorten Kartoffeln, Erbsen und Tomaten. Im Prinzip so, wie man es früher gemacht hat, mit viel Handarbeit.“ Ungedüngt, nicht gespritzt, versicherte Christoph Kaul seinen Käufern.

Ein Strohhut-Verkäufer, eine T-Shirt-Stickerei, ein Imbiss, ein Eisstand und ein Verkaufsstand für Fahrzeug-Elektrik, bereicherten das zweitägige Fest in Wienau. Kaffee und Kuchen gab es natürlich auch. Ein Teil der Einnahmen wird an die Kinderkrebshilfe in Gieleroth gespendet.

Weil die meisten Treckerfreunde ihrem Hobby nicht im stillen Kämmerlein nachgehen, sondern die Gemeinschaft suchen, bilden sich immer mehr Vereine. Die waren natürlich alle von den Wienauer Schlepperfreunden eingeladen worden: Kannenbäcker Land, Gieleroth, Isenburg, Maroth, Oberdreis und vielen anderen Orten. Die Wienauer selbst haben 30 Mitglieder in ihrem Verein, von 10 bis über 80 Jahre alt. Oft fährt man gemeinsam zu anderen Treckertreffen und einmal im Jahr findet die Vereinsweihnachtsfeier statt. Für nächstes Jahr denkt man über die Besichtigung eines großen Hersteller-Werks nach, vielleicht beginnend mit Fendt.

Am Rande des Treffens campierten Hermann Grevener und seine Ehefrau Cilli auf einer Wiese. Die Rentner waren mit ihrem amerikanischen „International“ (IHC) 644 S fünf Stunden aus Balve nach Wienau gefahren. Die beiden sind erfahrene Traktortreffen-Teilnehmer. Fast jedes Wochenende spannen sie den selbst eingerichteten Wohnwagen an und tuckern durchs Land, die weiteste Fahrt führt bis nach Süddeutschland. Die Greveners genießen ihre neue Freiheit, nachdem sie ein Arbeitsleben lang ihren Komplettbetrieb von 100 Morgen Land bewirtschaftet haben, neben der Industriearbeit von Hermann in der Fertigung.

Christoph Kaul aus Dernbach bietet Natur-Kartoffeln an.Seine frühe Ernte ging weg wie warme Semmeln.

Christoph Kaul aus Dernbach bietet Natur-Kartoffeln an. Seine frühe Ernte ging weg wie warme Semmeln.

Da fängt die Leidenschaft schon an: Für die Kinderwar eine Trecker-Spielelandschaft aufgebaut worden.

Da fängt die Leidenschaft schon an: Für die Kinder war eine Trecker-Spielelandschaft aufgebaut worden.

In reih und Glied versammelte sich eine dreistellige Zahl landwirtschaftlicher Zugmaschinen auf dem Festgelände der Schlepperfreunde Wienau. Fotos: -KER-

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