Allgemeine Berichte | 04.04.2016

Theatergruppe Bell feierte die Premiere des Lustspiels „Alles, blus nur kän Jäß“

Zwerchfellerschütternde Pointen sorgten für Lacher am laufenden Band

Für ihre herausragenden Darbietungen wurde das gesamte Ensemble mit nicht enden wollendem Applaus belohnt. FRE

Bell. Die Premiere des Lustspiels „Alles, blus nur kän Jäß“ begeisterte am Samstagabend wieder einmal zahlreiche Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Beller Gemeindehalle.

Die zum Teil herausragenden Darsteller der Theatergruppe „Kirchenchor Cäcilia Bell“ verstanden es exzellent, ihr treues Publikum zwei Stunden lang mit zwerchfellerschütternden Pointen und einer bemerkenswerten schauspielerischen Leistung in Atem zu halten. Unter der Regie von Melanie Berresheim hatte das Ensemble das bayrische Lustspiel von Franz Rieder: „Der Landfrauenausflug oder bloß koa Goaß“ ganz auf das Leben in Bell „umgekrempelt“. Daraus entstand eine pfiffige Inszenierung mit zahlreichen zwerchfellerschütternden Sketchen, die selbstverständlich im Beller Platt präsentiert wurden.

In seiner Begrüßungsrede und Einführung in die Thematik des Stückes wies Stefan Zepp zunächst darauf hin, dass die Beller Landfrauen ihre Idee, einen „Jäßezuchtverein“ zu gründen, von einem Mendiger Kaplan aufgegriffen hatten, der nach einem Rundgang durch Bell beim Anblick des Jäßebrunnens erwähnte, wie gesund doch die Jäßemilch sei und es sich doch geradezu anbiete, mit der Geschichte der Beller Jäße eine Marktlücke zu schließen und eine Jäßezucht ins Leben zu rufen. Gesagt - getan.

Während den Männern die Sache im wahrsten Sinne des Wortes stinkt, da sie den Geruch der 30 Jäße nicht ertragen können, haben die Frauen ganz andere Sorgen: Für die Jäßezucht fehlt ein Bock. Kurzentschlossen lädt Anna die Züchterinnen zum Landfrauenausflug in den Schwarzwald ein, wo sie den besten Bock finden wollen. Während der Abwesenheit der Frauen genießen die Männer ihre kurze Freiheit bei Bier und Schnaps, angeführt von dem Viehhändler (Alfons Mauermann), der dem gutmütigen Bauern Franz (Willi Zepp) unbedingt beibringen will, wie er sich Respekt bei seiner rabiaten und rechthaberischen Frau Anna (Annemie Soetebier) verschaffen kann.

Bei der Rückkehr ins Dorf müssen die Frauen feststellen, dass alle Ziegen wie vom Erdboden verschwunden sind. Was hatte sich in ihrer Abwesenheit wohl ereignet? Davon konnte das restlos begeisterte Publikum sich bei der Premiere am Samstagabend ein ebenso lustiges wie überraschendes Bild machen.

In den weiteren Rollen glänzten Birgit Bohlen (Rosi), Marianne Zepp (Kathrin), German Heuft (Paul), Irmgard Schneider (Hedwig), Bernd Heuft (Felix), Alois Rothbrust (Toni) und Monika Bühler (Lisbeth). Als Souffleuse hielt Cilly Genn das Textheft wieder fest in der Hand. Hervorragende Arbeit leisteten auch Ewald Zepp, Willi Zepp und Alfons Mauermann, die den Fachmann Rudolf Klein bei der Bühnenarbeit tatkräftig unterstützten und auch hinter der Kulisse immer da waren, wenn Not am Mann war.

Zusatzaufführung am 8. April

Weitere Aufführungen finden am 9. und 10. April statt. Da die Kartennachfrage noch größer war als in den vergangenen Jahren, hat die Beller Theatergruppe sich entschlossen, noch eine weitere Aufführung am Freitag, 8. April um 20 Uhr hinzuzufügen. Karten gibt es nur noch für den 8. April im Vorverkauf in der Bäckerei Handeck in Bell, bei Marianne Zepp, Tel. (0 26 52) 14 94 und bei Melanie Berresheim, Tel. (0 26 52) 14 18. SF

Die männerbetörende Tochter des Hauses versteht es hervorragend, mit ihren Verehrern zu spielen.

Die männerbetörende Tochter des Hauses versteht es hervorragend, mit ihren Verehrern zu spielen.

Für ihre herausragenden Darbietungen wurde das gesamte Ensemble mit nicht enden wollendem Applaus belohnt. Fotos: FRE

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