Ostereierfärben im Kinderhort „Zweite Heimat“
Zwiebelschalen, Gemüsenetze und Co.
Kinder beschäftigen sich mit christlichen Bräuchen: Woher kommt die Tradition der Ostereier?
Höhr-Grenzhausen. „Wieso bringt eigentlich der Osterhase die Eier?“ Wieder einmal so eine spannende Kinderfrage, die beantwortet werden wollte. Der Osterhase hat diesen Job nämlich noch gar nicht so lange inne, erst seit dem 17. Jahrhundert. Vorher waren es je nach Gegend ganz unterschiedliche Tiere, wie zum Beispiel Fuchs, Kuckuck, Storch oder der Ostervogel, die die Ostereier brachten. In den Vogesen (Mittelgebirge in Ostfrankreich) bringen sogar die Kirchenglocken die Ostereier und „verstecken sie“. Hier fliegen die Kirchenglocken am Gründonnerstag nach Rom, bringen auf dem Rückweg in der Karsamstagnacht die Eier mit und lassen sie in die Gärten und Wiesen fallen, wo die Kinder sie dann am Ostersonntag suchen dürfen. Grund für die Entstehung dieser Geschichte ist wohl die Tradition, die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis in die Osternacht schweigen zu lassen, als Zeichen der Trauer über den Tod von Jesus Christus.
Das Ei an sich ist natürlich schon seit uralten Zeiten das Symbol für neues Leben und das auch fast überall auf der Welt. Das Christentum übernahm also diese Symbolik und interpretierte sie nur ein wenig mehr, der Triumph des Lebens oder Wiedergeburt aus einem leblosen Gegenstand, also die Wiederauferstehung Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz. Außerdem war in der Fastenzeit der Genuss von Eiern verboten, die gelegten Eier wurden also hart gekocht, somit haltbar gemacht und nach 40 Tagen Fastenzeit schon ein besonderer Genuss.
Bleibt nur noch die Frage nach dem „Färben der Eier“, auch hier gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Schon im alten Rom und Griechenland wurden während des Frühlingsfestes Eier bemalt, gefärbt und verschenkt. Ein anderer Erklärungsansatz ist die Legende von Maria Magdalena, die nach der Wiederauferstehung von Jesus Christus dem römischen Kaiser von diesem Wunder berichten wollte. Der Kaiser konnte dies nicht glauben und entgegnete: „Christus ist genauso wenig auferstanden, wie diese frisch gelegten Eier hier eine rote Schale haben.“ In diesem Moment färbten sich die Eier laut Legende vor seinen Augen rot, um die Wiederauferstehung zu bezeugen.
Eierfärben mit Naturfarben
Soweit die nicht ganz so graue Theorie, dann ging’s ran an die Zwiebeln, die Rote Beete und die zur Mustergebung wichtigen alten Gemüsenetze (Kunststoff). In diesem Jahr versuchten sich die Kinder des Kinderhortes „Zweite Heimat“ Höhr-Grenzhausen an Naturfarben zum Eierfärben. Die Zwiebelschalen und der Rote Beete-Saft ergaben einen angenehmen und vor allem ungiftigen Farbensud. Die alten Gemüsenetze wurden einfach mithilfe von Haushaltsgummis an den Eiern fixiert, mitgekocht und ergaben ganz unterschiedliche, aber sehr ansprechende Muster. Spätestens im nächsten Jahr möchten die Ostereierkündtler noch die Spinatvariante erproben. Das Fazit der Aktion: Natüriche Mittel zum Eierfärben sind eine echte Alternative zu den handelsüblichen Eierfarben.
Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren können im Kinderhort angemeldet werden. Anmeldungen sind von montags bis freitags im Kinderhort „Zweite Heimat“ möglich. Weitere Infos beim Leiter der Einrichtung, Werner Bayer unter Tel. (0 26 24) 72 57.
Pressemitteilung
Jugend- und Kulturzentrum
„Zweite Heimat“
Mit Gemüsenetzen und Naturfarben zaubern die Kinder Muster auf die Eier. Fotos: Privat
