H.G. Butzko und Realschule Plus bereicherten das Kulturprogramm der VG Puderbach
Zwischen Kabarett und Malerei
Puderbach. Kürzlich hatten der Kulturförderkreis und die Jugendpflege der VG Puderbach ein weiteres Highlight für den stetig wachsenden Kreis der Kulturinteressierten im Alten Bahnhof im Angebot.
Der 1965 in Gelsenkirchen geborene Kabarettist H.G. Butzko besuchte den kleinen Ort im Westerwald. Getreu dem Motto: „Man kann alles machen – auch in einem Schalke-Trikot in den Dortmund-Fanblock gehen oder ein Bad in einem Piranha-Becken nehmen“ präsentierte der Ur-Gelsenkirchener ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm, das ihm zu Recht den Beinamen „Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts“ eingebracht hat. Nicht nur die deutschen Politiker von Joachim Gauck über Angela Merkel bis zu Andrea Nahles bekamen ihr Fett ordentlich weg, Butzko hielt auch dem Durchschnittsbürger und seinen oftmals kurzsichtigen Ansichten den Spiegel vor. Er definierte den Begriff des Wirtschaftsflüchtlings einmal ganz neu und mit seinem Beitrag „Man muss nur die richtigen Fragen stellen“ hatte er alle Lacher im ausverkauften Bahnhof auf seiner Seite.
Doch neben Politik und den alltäglichen Problemen unseres Landes stellte er seine Vielseitigkeit auch unter Beweis, als es um die Kirche ging. Seiner unschlagbaren Logik konnte sich keiner der Zuschauer entziehen und auch wenn es überdeutlich formuliert war, so steckte doch in allem, was er zu den Themen des Alltags zu sagen hatte, eine gute Portion Wahrheit. Butzko traf mit seiner Mischung aus politischem und alltäglichem Kabarett genau den Nerv der Zuschauer und unterhielt die Gäste in seinem zweistündigen Programm ausgezeichnet. Die Jugendpflege und der Kulturförderkreis der Verbandsgemeinde Puderbach haben wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie qualitativ hochwertig das Kulturprogramm der Verbandsgemeinde ist und dass sich ein Besuch im Alten Bahnhof immer wieder lohnt.
Auf den künstlerischen Spuren von Karl Bruchhäuser
Wer danach noch Lust auf mehr Kunst und Kultur hatte, für den hatte die Realschule Plus noch ein weiteres Angebot. Die Schüler der Friedrich von Bodelschwingh-Realschule hatten in einem Kunstprojekt zum Thema Karl Bruchhäuser eine Ausstellung organisiert, die in Steimel präsentiert wurde.
Die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse hatten mit viel Liebe und Aufwand ihre Bilder im Kunstunterricht gestaltet und die Ausstellung in Steimel organisiert. Karl Bruchhäuser wurde am 20. April 1917 geboren und bekam wegen seiner Begabung ein Stipendium an der Kunsthochschule Düsseldorf. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges änderte sich alles und er musste als Soldat in den Krieg. Bis 1946 war er in russischer Kriegsgefangenschaft, dann kehrte er zurück und lebte fortan in Neuwied. Im Jahr 1964 kaufte er ein Haus in Woldert, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2005 lebte und arbeitete.
Die Schüler wählten ganz unterschiedliche Ansätze für die Verwirklichung ihres Projekts und verbrachten einen kompletten Schultag im Haus der Bruchhäuser-Stiftung, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Die Bilder der Schüler verbleiben noch drei Wochen in der Ausstellung, die jeden zweiten, dritten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist.
