23. Koblenzer AIDS- und Hepatitis-Forum im Kemperhof
Zwischen Spannung und Heiterkeit
HIV und AIDS sind keine tödlich schicksalhaften Erkrankungen mehr
Koblenz. Welch eine Entwicklung im Bereich der Medizin: HIV und AIDS sind von einer tödlich schicksalhaften Erkrankung zur chronischen Infektionserkrankung mit fast normaler Lebenserwartung geworden. Bis auf den letzten Platz gefüllt war das 23. Koblenzer AIDS- und Hepatitis-Forum im Kemperhof. Die infektiologische Tagung richtete sich gleichermaßen an medizinische Berufsgruppen, Pädagogen, Personen, die im Suchtbereich, in der Prävention, in der Jugendarbeit oder im Strafvollzug arbeiten, an Betroffene von HIV und Hepatitis sowie an Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitsdienst. Die befreiende Botschaft ist: „Wenn die HIV-Infektion unter der Nachweisgrenze liegt, ist keine Übertragung mehr möglich. Also man muss trotz Infektion keine Angst mehr haben, jemanden anzustecken oder angesteckt zu werden“, erklärt Dr. Ansgar Rieke, Chefarzt für Nephrologie und Infektiologie im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Kemperhof. Analog dazu ging es um Hepatitis C. Auch diese Erkrankung sei heilbar, so Rieke. In Gesprächsrunden wurde diskutiert, ob diese Infektion bis 2030 der Vergangenheit angehören kann.
Mikrobiomforschung begeisterte
Großen Anklang fand der Vortrag über die Aspekte der modernen Mikrobiomforschung für die Infektiologie von Prof. Dr. Hortense Sievogt aus Jena. Es sei sehr spannend gewesen, berichtet Rita Jung, Pflegedienstleiterin im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied, begeistert. Unglaublich, was an Potenzial dahinter stecke – wirklich bereichernd und interessant sei diese Welt. Es ging dabei um die Vielfältigkeit der Bakterien, die sich auf dem menschlichen Körper befinden und die Gesundheit viel mehr beeinflussen, als man denkt. „Hier beginnen wir erst, die Zusammenhänge zu verstehen“, so die Referentin. Die Themen im Forum spiegelten die spannende Buntheit des Ganzen wider. Das lebe man auch täglich in der Klinik – und das mache auch Spaß, fasst Rieke zusammen. Spaß machte auch der abschließende Vortrag von Dr. Manfred Lütz. Der Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Alexianer Krankenhaus Köln ist als Bestsellerautor, Vortragsredner, Interviewpartner und durch seine humorvollen Auftritte bekannt. Sein Thema in Koblenz: unvermeidlich glücklich; Lebenslust in unlustigen Zeiten. „Lesen Sie bloß keine Glücksratgeber, das ist schrecklich quälend. Die suggerieren doch, dass da jemand Fachkompetenz über Ihr eigenes Leben hat. So ein Quatsch. Nur Sie selbst sind kompetent über Ihr eigenes Leben. Nur Sie selbst wissen, wann Sie glücklich sind!“
Anekdoten aus dem Leben
Der Rheinländer brillierte mit viel Witz, Humor und Anekdoten aus seinem Leben. Die Zuhörer dankten es ihm mit schallendem Gelächter und viel Applaus. Gleichzeitig beeindruckte Lütz aber auch durch seine Tiefsinnigkeit. Wer den Tod verdränge, verpasse das Leben. Höchstes Glück empfinde man in sinnlicher und geistiger Ergriffenheit. Sinnvolles Tun mache glücklich, und nur wer in Leid, Schuld, Kampf und Tod glücklich sei, könne unvermeidlich glücklich sein.Pressemitteilung
Gemeinschaftsklinikum
Mittelrhein, Kemperhof
Dr. Manfred Lütz begeisterte mit rheinländischem Witz und Tiefsinnigkeit.
