Franziskanerbrueder vom hl. Kreuz - Kloster Ebernach
In der Tagespflege aufgeblüht
Cochem. Derzeit leben in Deutschland schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. Im Jahr 2050 dürfte sich diese Zahl verdoppelt haben, schätzen Forscher. Oft stehen Angehörige und Freunde der Krankheit zunächst hilflos und überfordert gegenüber. Deshalb ist es besonders wichtig, sich mit dem Krankheitsbild einer Demenz auseinanderzusetzen und sich entsprechend zu informieren. Das hat auch Gabi Nowak aus Klotten gemacht, deren Mutter, Theresia Gerhartz, seit ein paar Jahren an Demenz erkrankt ist.
Theresia Gerhartz ist 85 Jahre alt und ein echtes Klottener Urgestein. Seit knapp einem Jahr besucht sie jetzt schon die Tagespflege für Senioren und Menschen mit Demenz in Ernst. Anfangs kam sie nur einmal die Woche, aber weil es ihr so gut gefallen hat, kommt sie jetzt vier Mal wöchentlich von Dienstag bis Freitag.
Theresia Gerhartz leidet an einer Demenz, die sich über die Jahre schleichend entwickelt hat.
2009 ist ihr Ehemann verstorben. Seitdem fühlte sie sich zunehmend einsamer zuhause. Morgens kommt seit geraumer Zeit regelmäßig der Pflegedienst, aber den Rest des Tages war sie meist allein daheim. Ihre Tochter, die direkt nebenan wohnt, kümmert sich neben ihrer Arbeit, so gut wie eben möglich um ihre Mutter. „Fremden gegenüber kann sie durch ihr schauspielerisches Talent ihre Demenz sehr gut verbergen, aber in der täglichen Betreuung wurde die Situation hier zuhause immer schwieriger. Oft hat sie tagsüber zum Beispiel viel zu wenig getrunken, wie das bei Senioren oft der Fall ist“, berichtet Gabi Nowak. Deshalb hat die Familie vor rund einem Jahr besprochen, dass Theresia Gerhartz eine Tagespflege besuchen soll.
Jetzt in der Tagespflege in Ernst gibt es jeden Tag Programm und Theresia Gerhartz macht eigentlich alles mit. Singen zum Beispiel mit der Seelsorgerin von Kloster Ebernach oder einem ehrenamtlichen Musiker, Masken für Karneval basteln, Kuchen oder Plätzchen backen, kochen und so weiter. Außerdem ist sie ein großer Fußballfan. In Klotten war sie früher fast bei jedem Spiel auf dem Spotplatz mit dabei. Die Tagespflege stellt für Gabi Nowak eine große Entlastung dar. „Ich weiß, dass meine Mutter gut versorgt ist und in Ernst Spaß hat. Seitdem sie in der Tagespflege zu Gast ist, hat sich ihr allgemeiner Zustand enorm verbessert. Sie hat wieder richtig Lebensfreude im Kontakt mit anderen Menschen gefunden“ freut sich Gabi Nowak. Morgens um 8 Uhr wird die Mutter von einem Fahrdienst abgeholt und nachmittags um 16 Uhr kommt sie wieder nach Hause. Freunden und Bekannten berichtet sie dann immer ganz stolz, was sie den ganzen Tag gemacht hat. „Ich bin sehr froh, dass wir uns für diesen Weg entschieden haben und kann nur jedem empfehlen, sich entsprechend zu informieren und beraten zu lassen“, sagt Gabi Nowak.
Weitere Informationen: Tagespflege für Senioren und Menschen mit Demenz, Moselstraße 37, 56814 Ernst unter Tel. (0 26 71) 60 08 -4 20, oder per E-Mail an: tagespflege@klosterebernach.de, www.klosterebernach.de.
