Cochemer Karnevalsgesellschaft 1848/49 e.V.
Närrische Rathaus-Invasion mit Hindernissen
Rot-weiße Streitmacht sah sich Behördenweg ausgesetzt
Cochem. Zwar spielte der himmlische Segen in Form eines anhaltenden Nieselregens dem regierenden Schultheiss „Wolfgang von und zu Lambertzius“ scheinbar in die Karten, jedoch ließen sich weder Vorhut noch Hauptstreitmacht der CKG-Narren davon beeindrucken. Angeführt von ihrem Oberbefehlshaber Günter Hammes mit seinem Adjudant und Schwadron-Kommandanten Michael „Brändy“ Brand, rückten die närrischen Streitkräfte gut ausgerüstet gegen das Rathaus vor. Hier hatte sich o.g. Schultheiss als letzter Verteidiger der Cochemer Regierungs-Bastion (seine feigen Vasallen hatten ihn traditionell mal wieder im Stich gelassen) im ersten Stock des Anwesens verschanzt. Erst nach mehrfacher, energischer Aufforderung durch die vorgetretene CKG-Heeresleitung öffnete er schließlich das „blinde“ Behördenfenster seiner gesetzgebenden Behausung und signalisierte den rot-weißen Angreifern, unter bestimmten Voraussetzungen, Verhandlungsbereitschaft. In der Folge reichte dem noch regierenden Stadtoberhaupt allerdings kein dünnes Tänzchen der Stadtsoldaten und auch das gesangliche Engagement der CKG-Obersten konnte den Schultheiss zunächst nicht erweichen. „Geht wieder heim - Ihr kommt hier nicht rein“, ließ sich „Wolfgang von und zu Lambertzius“ vernehmen und machte auch fortan keinerlei Anstalten die streitbare Übermacht einzulassen. Die besann sich einer närrischen Kriegslist und schleuste, in Ermangelung eines trojanischen Pferdes; einen CKG-Geheimagenten ein, der sich durch ein Fenster im Hochparterre Einlass verschaffte.
„Angreifer“ drangen ins Regierungsgebäude ein
Er öffnete dann auch alsbald die Rathauspforte von innen, worauf die Angreifer der CKG in Scharen ins Regierungsgebäude eindrangen. Dieser Übermacht sah sich der Schultheiss jetzt hilflos ausgesetzt und ließ sich ohne weiteren Widerstand dem jecken Publikum vorführen. Jedoch hielt er weiterhin den goldenen Schlüssel für die Pforte eisern umklammert und forderte die CKG-Invasoren zur strikten Einhaltung des vorgeschriebenen Behördenwegs auf. Analog dazu wurden die Eroberer mit einem überdimensionalen Antragsformular konfrontiert, dessen Inhalt es ganz im Sinne von „Wolfgang von und zu Lambertzius“ zu erfüllen galt. Dies gelang den rot-weißen Strategen der CKG mit Bravour und so händigte der Stadtchef schließlich den begehrten Schlüssel aus. In Empfang nahmen diesen, neben dem Oberbefehlshaber Günter Hammes, auch das frisch gekürte Kinderprinzenpaar des TV Cochem, mit seiner Tollität Prinz Lukas von Klang und Akkord sowie ihrer Lieblichkeit Prinzessin Luisa von Stall und Schall. Letztere schworen die Narrengemeinschaft auf eine tolle gemeinsame CKG-Session ein, die auch in ihrer neuen Kampagne einige Highlights zu bieten hat.
„Cochem Holau“
Nach einem dreifachen „Cochem Holau“ übernahm CKG-Protokoller Stefan Hilken das Wort und setzte mit seinen 11 närrischen Paragrafen die bestehende Gesetzgebung der Stadt außer Kraft. Er machte in seinen amüsanten Reimen keinen Hehl daraus, dass bis zum Aschermittwoch einzig und allein die Ansagen der CKG zum Tragen kommen.
Der zustimmende Beifall der rot-weißen Narrengilde war ihm dafür sicher. Auch der von „Wolfgang von und zu Lambertzius“ angemahnte leere Stadtsäckel beeindruckte die neuen Machthaber nicht, hatten sie doch Kenntnis über den wohl gefüllten Weinkeller des bisherigen Stadtoberhauptes. Mit Übernahme der Regierungsgewalt in Cochem stellten die CKG-Bosse auch einen neuen Mitbürger offiziell vor. So erhielt das verdiente Vereinsmitglied mit niederländischer Herkunft, Oscar van Hees, Handschlag, Urkunde und T-Shirt als Neubürger der Moselstadt.
