Politik | 28.08.2013

Regisseur Tom Schlagkamp aus Cochem

„Zu Scarlett Johansson würde ich nicht Nein sagen“

Thomas Schlagkamp ist ein Mann, der seine zweite Chance genutzt hat

Lässiger Typ mit Ambitionen - Tom Schlagkamp hat stets seine Ziele vor Augen, auch mit Sonnenbrille.privat

Cochem. Tom Schlagkamp ist 76er Jahrgang, wohnt mittlerweile in Berlin, kommt aber ursprünglich aus Cochem. Er ist Regisseur mit Leib und Seele und dazu noch erfolgreich. Erst kürzlich ist er für seinen Kurzfilm „Rock n Roll Manifesto“ mit dem Young Director Award in Cannes ausgezeichnet worden. Der Film ist ein Plädoyer für die Musik an sich und all die harte Arbeit, die damit verbunden ist. Einer der Anreize für das Projekt war die fast schon legendäre Ansprache von Sven Regener, Begründer der Band „Element of Crime“, der im Bayerischen Rundfunk seinen Unmut über Vorstöße aus der Politik äußerte, die seines Erachtens dazu beitragen die Urheberrechte der Musiker zu entkräften. Tom Schlagkamp schafft es, in gerade einmal 90 Sekunden den harten Alltag des Musikerdaseins authentisch darzustellen. Unterlegt mit der charismatischen Stimme von Phil Anselmo, stellt sich beim Betrachter Gänsehautatmosphäre ein, wenn der Pantera-Frontmann aus „It´s a long way to the top“ von AC DC zitiert.

Der lange Weg auf den Regiestuhl

Doch nicht nur im Musikgeschäft ist der Weg nach oben lang und steinig. Auch für Tom Schlagkamp ist es alles andere als selbstverständlich dort zu sein, wo er jetzt ist. Im Alter von 19 Jahren ist er in einen schweren Autounfall verwickelt und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Alles, was danach kommt, ist für ihn eine zweite Chance. Aus seiner Liebe zum Film, die ihn schon von Kindesbeinen an begleitet, will er einen Beruf machen, der eben gleichzeitig auch Berufung ist. Nach mehreren Praktika und einer Ausbildung zum Mediengestalter arbeitet er unter anderem im Bereich Promotion Producing für RTL. 2003 beginnt er dann sein Studium der Filmregie an der Filmakademie Ludwigsburg. Dort kommt ihm seine praktische Erfahrung zugute, denn genau die ist für ein Studium an der renommierten Filmakademie unverzichtbar.

„Regisseure müssen mutig sein“

Mittlerweile blickt der Sohn des Weinbauers Dieter Schlagkamp auf eine Vielzahl von Projekten zurück, die er vom Regiestuhl aus begleitet hat. Darunter finden sich Werbefilme für das Hamburger Kultbier Astra, Mercedes und Bosch Automotive Aftermarket. Auch wenn er sich glücklich schätzt, einem so abwechslungsreichen Beruf nachgehen zu können, träumt er davon in naher Zukunft auch einmal für einen Spielfilm Regie zu führen. Gefragt nach Vorbildern innerhalb seiner Profession, verweist Tom Schlagkamp auf große Namen wie Darren Aronofsky, Danny Boyle oder Kultregisseur Stanley Kubrick, der mit gleichermaßen verstörenden und gesellschaftskritischen Werken von „Full Metal Jacket“ bis „A Clockwork Orange“ zu polarisieren wusste. Für Tom Schlagkamp alles Künstler, „die mutig sind und alles für ihre Visionen tun.“ Abgesehen von Spielfilmen, würde der bekennende Musikliebhaber aber auch gerne noch mal für einige Musikvideos die Fäden ziehen. Idealerweise für Bands oder Musiker, die ihm auch persönlich gefallen. Die „Queens of the Stone Age“ oder „The Bronx“ wären da nur zwei namhafte Beispiele. Nicht weniger namhaft, wenn auch vielleicht (derzeit) weniger wahrscheinlich, ist sein Wunsch Schauspielerin Scarlett Johansson an einem seiner Sets begrüßen zu dürfen.

Wenn Tom Schlagkamp zurückblickt, gibt es nicht viel, dass er ändern würde. Höchstens öfters Urlaub in der Heimat machen, denn das gelingt ihm leider viel zu selten. Vielleicht, wenn aus dem Young Director Award die goldene Palme von Cannes geworden ist, dann ist sicherlich erst mal Zeit für Urlaub.

Niklas Helbach

Lässiger Typ mit Ambitionen - Tom Schlagkamp hat stets seine Ziele vor Augen, auch mit Sonnenbrille.Foto: privat

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