Landesdatenschutzbeauftragter besucht die Jusos Cochem-Zell
Ernste Themen spannend verpackt
Edgar Wagner regte zu mehr Sensibilität im Umgang mit persönlichen Daten an
Cochem. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit, Edgar Wagner, referierte auf Einladung der Jusos Cochem-Zell im Kulturzentrum Kapuzinerkloster Cochem über aktuelle Themen und stellte sich anschließend den Fragen der Gäste. Viele interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger fanden den Weg zur gelungenen Veranstaltung im alten Refektorium. Herr Wagner, der extra aus Mainz angereist war, appelliere an das Publikum, vorsichtig mit den eigenen Daten umzugehen. „Datenschutz ist und bleibt ein wichtiges Thema - im vergangenen Jahr rückte es erstmals seit Jahren wieder stark in den Mittelpunkt, diese Ereignisse zeigten vielen erst wieder, wie fragil ihre Daten doch eigentlich sind.“
Er machte sehr eindrucksvoll klar, dass es in den kommenden Jahren auf eine möglichst frühzeitige Aufklärung ankommen wird. Ein Vergleich mit der Sicherheitsentwicklung in der Automobilindustrie brachte sehr bildhaft zum Ausdruck, dass viele schützende Projekte Zeit brauchen, wobei die Gesellschaft sich in Bezug auf Datenschutz gerade erst am Anfang befindet. Seine Behörde, so Wagner, könne im Jahr nur einen bestimmten Betrag aufbringen, um an Schulen zu informieren, dies sei allerdings nicht genug. „Wir brauchen eine noch bessere und noch früher stattfindende Sensibilisierung für das Thema“. Das Publikum stellte auch ganz persönliche Fragen an Wagner, der sich auch ein Bild über Datenschutzvorstellungen der Bürgerinnen und Bürger einholte. „Der Datenschutzbeauftragte hat es wirklich gut verstanden, auf die Zuhörerinnen und Zuhörer einzugehen“, lobte die stellvertretende Regionalsprecherin der Jusos Rheinland, Ksenia Stähle. Gespickt mit teilweise spektakulären Geschichten aus der täglichen Arbeit wusste Herr Wagner die Zuhörer zu faszinieren und zu informieren. Sei es durch zwei 14-jährige Jugendliche, die es schafften, die Systeme eines großen Sozialnetzwerks zu überlisten und auf einmal über eine erhebliche Datenmenge verfügten. Diesen beiden bot Wagner dann ein spannendes und lehrreiches Praktikum an: „Wir konnten den beiden dann einiges über Datenschutz zeigen und sie zeigten uns, wie geschickt sie in ihrem Alter schon mit dem PC umgehen konnten.“ Für Erheiterung sorgte das eigentlich ernste Thema der Wildkameras. Im letzten Jahr wurden mehr als 20.000 Exemplare allein in RLP verkauft, wobei das ein oder andere Foto datenschutzrechtlich relevant war, da darauf nicht nur Tiere zu sehen waren. Die große Resonanz im Publikum freute auch die Jusos, deren Vorsitzender, Markus Müller, den Abend folgendermaßen beurteilte: „Das Ziel unserer Veranstaltung war es, Menschen aus Cochem und Umgebung einerseits für die Bedeutung der eigenen Daten zu sensibilisieren und andererseits den Beweis zu erbringen, dass ernste Themen nicht zwingendermaßen langweilig sind. Dank Herrn Wagner ist uns das gelungen.“
Pressemitteilung
der Jusos Cochem-Zell
