Sommernachtstheater in Kaisersesch
Robin Hood als tolles Open-Air-Schauspiel
aus Cochem
Premiere des mittelalterlichen Bühnenspektakels hinterlässt ein begeistertes Publikum
Kaisersesch. Im Rahmen des traditionellen Sommernachtstheaters entführen Regisseur Stephan Hilken und Dramaturgin Kirsten Roscher mit ihrem Ensemble TheaterKultur heuer ins späte 12. Jahrhundert. An dessen Ende vermisst die hungerleidende Bevölkerung schmerzlich ihren geliebten König Richard Löwenherz (Gerd Röser). Der befindet sich zu diesem Zeitpunkt in österreichischer Gefangenschaft und wird von seinem tyrannischen und intriganten Bruder Prinz John (Jakob Ellerich) auf dem Thron vertreten. Der lässt vom menschenverachtenden Sheriff (Johannes Fickert) und dessen Oberschergen Guy von Gisborne (Stephan Hilken) die ohnehin darbenden Untertanen massiv unterdrücken, um von denen auch noch die letzte Habe als Steuerabgabe zu erpressen. Die Zwangsabgaben landen dabei eigennützig in der Schatztruhe von Usurpator John.
Da taucht der totgeglaubte Kreuzzugheimkehrer Robin von Locksley (Lukas Baulig) auf und sieht sich mit der Ermordung seines Vaters durch Prinz Johns Vasallen konfrontiert. Der hatte sich geweigert besagte Steuern zu entrichten. Zusammen mit seinem Mitstreiter Philipp von Anjou (Christoph Baulig) verbündet sich Robin fortan mit einer Gruppe Gesetzloser im Sherwood Forrest, zu denen sich auch John Little (Walter Loreth) und der Mönch mit heiligem Durst, Bruder Tuck (Thomas Ellerich), zählen. So werden die als vogelfrei eingestuften Freiheitskämpfer jetzt mit erfolgreichen Überfällen auf die Geldeintreiber zum Dorn im Auge der royalen Obrigkeit.
Hier hält Prinz John mit Mutter Eleanor von Aquitanien (Claudia Scholz) und seinen Verschwörern weiterhin prunkvoll Hof, während der Bevölkerung der Hungertod droht. Einen Wettstreit der besten Bogenschützen des Landes sieht Nottinghams Sheriff als geeignete List, um Robin, der sich mittlerweile Hood nennt, endlich das Handwerk zu legen. Das kommt der am Hofe bediensteten Lady Marian (Cosima Heinrich) zu Ohren, für die zwar die Zwangsheirat mit Guy von Gisborne ansteht, die aber in Robin Hood verliebt ist. Über sie erfährt dieser von der Intrige und es kommt beim Bogenwettkampf zum entscheidenden Showdown. In dessen Folge erhalten mit der Rückkehr von Richard Löwenherz, dem Tod von Guy von Gisborne, der Gefangennahme des Sheriffs sowie der Verbannung von Prinz John nebst Erzeugerin. die Freiheit und Gerechtigkeit wieder Einzug in Nottingham.
Vor trefflich gestalteter Mittelalterkulisse, die sowohl feudale Verschwendung wie notleidende Existenz zeigt, wissen 35 Darsteller ihr Publikum mit Ausstrahlung, Charme und erfrischendem Spielwitz zu begeistern. Ein 120-minütiges und kurzweiliges Open-Air-Spektakel, das sicherlich als ein Schauspielhöhepunkt in die Vereinsgeschichte eingehen wird.
Showdown beim Wettkampf der Bogenschützen in Nottingham. Outlaw Robin Hood zeigt Guy von Gisborne dessen Grenzen auf. Foto: Thomas Esser
Der durstige Mönch und Kuttenträger Bruder Tuck stellt einmal mehr sein trickreiches Verhandlungsgeschick unter Beweis. Foto: Thomas Esser
Die Geldeintreiber von Prinz John gehen den Geächteten aus dem Sherwood Forrest ins Netz und werden ihrer Habe entledigt. Foto: Thomas Esser
Fotostrecke
Weitere Themen
Beim diesjährigen Open-Air-Sommertheater in Kaisersesch begeisterte das Ensemble TheaterKultur sein Publikum mit dem Schauspiel Robin Hood. Foto: Thomas Esser