Caritas-Jahreskampagne will Bewusstsein für Auswirkungen des eigenen Tuns schaffen
„Weit weg ist näher, als Du denkst“
Kreis COC. Das Konsumverhalten hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen - rund um den Globus - und meist negative. Zum Klimawandel tragen die Industrie- und Schwellenländer am meisten bei. Die Folgen sind dabei dramatisch - nicht nur „am anderen Ende der Welt“, sondern auch zunehmend in der Heimat. Um auf diese Zusammenhänge hinzuweisen, hat der Deutsche Caritasverband das diesjährige Caritas-Jahresthema, das sich mit dieser Problematik befasst, ganz bewusst unter das Motto „Weit weg ist näher, als Du denkst“ gestellt. Mit Plakaten soll in deutlicher Weise aufgezeigt werden, dass unsere Lebensweise auch für die ökologische und soziale Zukunft anderer Menschen entscheidend ist. Darüber hinaus will die Jahreskampagne einen Beitrag dazu leisten, die Globalisierung menschlicher zu gestalten und sich dafür einsetzen, dass zukünftige Generationen eine lebenswerte Umwelt vorfinden. „Es soll deutlich gemacht werden, dass jeder Mensch seinen kleinen, aber wichtigen Teil dazu beitragen kann, dass unser aller Lebensgrundlagen auch in Zukunft sichergestellt werden können“, so Katy Schug, Geschäftsführerin des Caritasverbandes Mosel-Eifel-Hunsrück e.V., der diese Kampagne mit verschiedenen Aktivitäten und Aktionen ebenfalls unterstützt. „Die Themen sind vielfältig und bieten die verschiedensten Ansatzpunkte, das eigene Handeln zu überprüfen und zu verändern“, so Rudolf Bollonia, Geschäftsstellenleiter der Caritas-Geschäftsstelle Wittlich. Ein Aspekt ist der Klimawandel, der mittlerweile in fast allen Teilen der Welt zu Überschwemmungen, Dürren und bedrohlichen Stürmen führt. „Hier kann jeder sofort mithelfen, gegenzusteuern. Wer sorgsam mit ökologischen Ressourcen umgeht, Wasser, Strom, Heizenergie und Benzin sparsam einsetzt und umweltfreundliche Produkte verwendet, setzt sich effektiv für den Klimaschutz ein“, so Rudolf Bollonia. Auch das eigene Kaufverhalten beeinflusst das Leben der Menschen global. Der Kauf von Massen-Billigware aus asiatischen Ländern fördert die Produktion der Waren, die zu Dumpinglöhnen unter oft menschenverachtenden Produktionsbedingungen in schlecht ausgestatteten und oft lebensgefährlichen Produktionsstätten hergestellt werden. Die Katastrophen in Bangladesch haben dies vor Kurzem erst deutlich vor Augen geführt. „Es liegt hier an uns allen, wo immer es möglich ist, zu prüfen, wo und unter welchen Bedingungen das Produkt hergestellt wurde und sich zu bemühen, nachhaltig und fair produzierte Produkte zu kaufen“, so Karl Dumont, Geschäftsstellenleiter der Caritas-Geschäftsstelle Cochem. Auch wer gedankenlos in kurzen Abständen neue Handys, Smartphones, Tablets und Laptops kauft, unterstützt den Krieg um Rohstoffe in den ärmsten Ländern, denn die Unternehmen aus den Industrieländern sind Handelspartner von korrupten Strukturen der Staaten, in denen die zur Produktion der Geräte benötigen Rohstoffe abgebaut werden - zulasten der dort immer ärmer werdenden Bevölkerung. „Wer Elektroprodukte recycelt und nicht in der Mülltonne entsorgt, tritt dieser Entwicklung damit ebenso entgegen, wie mit dem Kauf von zertifizierten fair produzierten Produkten“, so Rainer Martini vom Fachdienst Caritas der Gemeinde. Doch auch auf zunächst unvermutet andere Weise wirkt unser Verhalten auf die soziale Situation anderer Menschen. Um die Betreuung von Pflegebedürftigen bei uns sicherzustellen, werden vor allem ost- und mitteleuropäische Pflege- und Haushaltshilfen gesucht. „Zwar erhöht sich bei diesen Arbeitsmigrantinnen das Einkommen - auch für deren Familien zu Hause - und damit die materielle Sicherheit, die Abwesenheit belastet aber dort ganze Familien, insbesondere die Kinder oder die pflegebedürftigen Angehörigen der Haushaltshilfen“, so Elke Lehnen, Leiterin des AHZ Zell. Und nicht zuletzt zeigt der Blick in die Nachrichten ein weiteres Feld, das es zu betrachten gilt: Weltweit waren im Jahr 2012 rund 45 Millionen Menschen auf der Flucht, wie z.B. in Syrien, in Mali und im Sudan. Flüchtlinge müssen alles aufgeben, verlieren ihre Arbeit, ihren Besitz und jegliche Perspektive. „Auch wir müssen Flüchtlingen hier bei uns in Deutschland eine Chance geben - mit Spenden und Projekten, die helfen“, so Andrea Kien von der Caritas-Geschäftsstelle Wittlich, die im Beirat für Migration engagiert ist. Mit verschiedenen Aktionen wird der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. sich dem Caritas-Jahresthema widmen, so z.B. mit Aktionen bei der Gewerbeschau in Bernkastel-Kues, mit einem Aktions-Tag am Caritas-Sonntag im September rund ums Markus-Haus in Wittlich, dem Kino-Abend für Ehrenamtliche in Wittlich und weiteren Aktivitäten zu verschiedenen Themen rund um den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und sozialen Fragen.
