Viel mehr als ein Haarschnitt
Friseurmeister Omid Shekaknia engagiert sich ehrenamtlich in Caritas-Wohnungslosenhilfe
aus Koblenz
Koblenz. Schneiden, Rasieren und Frisieren heißt es jeden Mittwochmittag in der Caritas-Wohnungslosenhilfe in der Koblenzer Neustadt 20. Das Beratungsbüro von Sozialarbeiterin Nina Mentowski verwandelt sich in einen Friseursalon mit Herz. Friseurmeister Omid Shekaknia engagiert sich seit einem Jahr ehrenamtlich in der Anlaufstelle für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen.
Kunden öffnen ihr Herz auf dem Friseurstuhl
Während der Bart eines Mannes gestutzt wird, sitzen bereits die nächsten Kunden im Wartebereich im Flur. Das Angebot hat sich schnell rumgesprochen, die Termine sind regelmäßig ausgebucht. In dem provisorischen Salon herrscht eine vertraute und herzliche Atmosphäre, in der auch gelacht wird. „Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte“, sagt Omid Shekaknia. „Es ist für mich eine sehr erfüllende Zeit. Ich spüre eine große Verbundenheit mit meinen Kunden.“
Hoffnung auf berufliche Perspektive
Omid Shekaknia stammt aus dem Iran, hatte dort mehr als 15 Jahre einen eigenen Friseursalon. Seit drei Jahren lebt der Kurde in Deutschland, aktuell läuft das Verfahren zur Anerkennung seines Meisterbriefes. Danach hofft er, wieder beruflich auf eigenen Beinen stehen zu können. „Mein Traum ist es, in Koblenz einen eigenen Salon zu eröffnen“, berichtet der 40-Jährige. Sein Engagement in der Anlaufstelle der Caritas ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Auch nach Dienstschluss freut sich der Friseurmeister, wenn er einem Kunden im Stadtgebiet begegnet und beide für einen kurzen Plausch verweilen.
Ehrenamt ein schönes Zeichen der Solidarität
Für die Neustadt 20 ist der sympathische Friseurmeister ein großes Geschenk, mit seiner emphatischen und freundlichen Art bereichert er das Team vor Ort. „Wir sind Omid Shekaknia sehr dankbar für das großartige ehrenamtliche Engagement“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Nina Mentowski. „Für unsere Klienten bedeutet ein Haarschnitt viel mehr als eine Frisur. Es geht um Solidarität, Wertschätzung und Menschenwürde.“ Omid Shekaknia strahlt, als sein letzter Kunde, ein Mann, der auf der Straße lebt, in den Spiegel schaut, dankbar seinen neuen Haarschnitt begutachtet und selbstbewusster vom Friseurstuhl aufsteht.
Es geht um Wertschätzung und Menschenwürde: Das Angebot hat sich schnell rumgesprochen, die Termine sind regelmäßig ausgebucht. Foto: Marco Wagner
Es geht um Wertschätzung und Menschenwürde: Das Angebot hat sich schnell rumgesprochen, die Termine sind regelmäßig ausgebucht. Foto: Marco Wagner
Omid Shekaknia und Caritas-Mitarbeiterin Nina Mentowski freuen sich über die tolle Resonanz. Das Beratungsbüro in der Wohnungslosenhilfe verwandelt sich jeden Mittwoch in einen Friseursalon mit Herz. Foto: Marco Wagner
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Friseurmeister Omid Shekaknia engagiert sich seit einem Jahr ehrenamtlich in der Caritas-Wohnungslosenhilfe. Foto: Marco Wagner