Allgemeine Berichte | 23.06.2015

CDU-Kreisverband Koblenz - zum Volksaufstand am 17. Juni 1953

Gedenken an die Opfer

„Todesstreifen war Bankrotterklärung des sozialistischen Systems“

Koblenz. Bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 hatte der 17. Juni als gesetzlicher Feiertag und „Tag der deutschen Einheit“ die schmerzliche Tatsache der deutschen Teilung im öffentlichen Bewusstsein wachgehalten und die Deutschen gemahnt, sich mit der widernatürlichen Spaltung durch Mauer und Stacheldraht nicht abzufinden. Nach der Wiedervereinigung blieb er zwar als nationaler Gedenktag erhalten, doch wird er als solcher von vielen kaum noch wahrgenommen.

Niederlegung eines Ehrenkranzes am Mahnmal

Nachdem im vergangenen Jahr die einst von dem früheren Koblenzer CDU-Vorsitzenden und ehemaligen Landtagspräsidenten Dr. Heinz-Peter Volkert begründete Tradition einer alljährlichen Gedenkveranstaltung für die Opfer des Volksaufstands am 17. Juni 1953 in der Sowjetischen Besatzungszone vom CDU-Kreisverband wieder aufgegriffen wurde, fanden sich auch heuer Mitglieder und Freunde der CDU gemeinsam mit Vertretern der Peter-Altmeier-Gesellschaft am Mahnmal der Deutschen Einheit am Deutschen Eck ein, um einen Ehrenkranz niederzulegen. Biebricher erinnerte in seiner Ansprache daran, dass der Eiserne Vorhang, der anderswo Staaten voneinander getrennt habe, bei uns ein ganzes Volk geteilt habe. Während sich in den westlichen Zonen, Marktwirtschaft, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit etabliert hätten, sei den Menschen in der SBZ nach sowjetischem Vorbild ein sozialistischer Weg aufgezwungen worden, wodurch deren Alltag von Enteignungen, Verhaftungen und Bespitzelungen bestimmt worden sei. Unfreiheit und Willkür hätten nicht nur zu einer beispiellosen Fluchtwelle von Ost nach West geführt, sondern auch zu wachsendem Unmut bei den Zurückgebliebenen, der sich am 17. Juni 1953 in seiner ganzen Wucht entladen habe als in mehr als 700 Orten über 1 Mio. Menschen die Arbeit niederlegt hätten und für Einheit, Recht und Freiheit auf die Straße gegangen seien. „Nur der Einsatz sowjetischer Panzer gegen die unbewaffneten Demonstranten rettete an diesem Tag das SED-Regime, das ansonsten vom Zorn der Massen hinweggefegt worden wäre“, machte Biebricher deutlich.

Mehr als tausend Menschen starben für die Hoffnung

Die anschließende Abriegelung der „DDR“ durch den Todesstreifen bezeichnete er als „Bankrotterklärung des sozialistischen Systems“, welches es nötig gehabt habe, seine Bürgerinnen und Bürger „mittels Beobachtungstürmen, Schießbefehl, Hundelaufanlagen, Antipersonenminen und Selbstschussanlagen einzusperren“. Er erinnerte an die mehr als tausend Menschen, die an der innerdeutschen Grenze ihre Hoffnung auf Freiheit mit dem Leben bezahlten. Im Anschluss berichtete Dieter Gube von der Landeszentrale für Politische Bildung als Zeitzeuge davon, wie nach dem Mauerfall das Mahnmal der Deutschen Einheit um die heute am Moselufer stehenden Mauersegmente erweitert wurde. In seiner Funktion als Geschäftsführer des Kuratoriums Unteilbares Deutschland Rheinland-Pfalz war er damals im Auftrage des Kuratoriumsvorsitzenden Heinz-Peter Volkert direkt in die Vorgänge involviert gewesen. Abschließend erinnerte auch der Präsident der Peter-Altmeier-Gesellschaft, Hans-Jörg Assenmacher, an das Wirken sowie die Verdienste seines Amtsvorgängers Heinz-Peter Volkert und ging noch einmal näher auf die Ereignisse am 17. Juni 1953 ein. Ein von ihm zitierter Augenzeugenbericht schilderte eindrucksvoll die dramatischen Stunden dieses Tages. „Wir dürfen die Opfer der Teilung und das Unrecht des SED-Regimes niemals vergessen“, betonte Assenmacher noch einmal die Wichtigkeit des gemeinsamen Gedenkens. Die Veranstaltung schloss mit der Kranzniederlegung und einer darauf folgenden Schweigeminute.

Pressemitteilung

CDU-Kreisverbandes Koblenz

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