Allgemeine Berichte | 29.06.2026, 10:57 Uhr

Am Mallendarer Berg fahre der Bus deutlich zu wenig:

HeimatCheck: Vallendar: Senioren ärgern sich über ÖPNV-Angebot

Die Hoffnung ist groß, dass am Mallendarer Berg bald wieder mehr Bussefahren.  Foto: pixabay.com
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Vallendar. Im Rahmen der Reihe „HeimatCheck“ von BLICK aktuell rückt diesmal der ÖPNV in Vallendar in den Mittelpunkt, genauer gesagt die Situation am Mallendarer Berg. Anlass ist deutliche Kritik aus der Bürgerschaft, insbesondere aus der Seniorengruppe des Evangelischen Gemeindezentrums, die sich mit einem offenen Brief an Verwaltung und Verantwortliche wendet. Im Zuge der Bauarbeiten in der Jahnstraße sei der Mallendarer Berg aus Sicht der Betroffenen faktisch vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt worden. Lediglich die Haltestelle am Berufsförderungswerk werde derzeit noch angefahren. Diese Situation sei, so die Seniorinnen und Senioren, nicht akzeptabel und müsse umgehend korrigiert werden. Kritisiert wird vor allem, dass die Entscheidung offenbar „am grünen Tisch“ getroffen worden sei, ohne ausreichende Einbindung von Ortskenntnis und den Menschen, die direkt betroffen sind. Weder das beauftragte Busunternehmen noch übergeordnete Verwaltungsstellen könnten nach Ansicht der Initiative die konkreten Gegebenheiten vor Ort ausreichend beurteilen – entscheidend seien vielmehr die Erfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner selbst.

Die Kritik richtet sich auch auf die fehlende Kontinuität in der Planung: Während bei früheren Maßnahmen im Bereich der Jahnstraße eine vergleichbare Abkoppelung des Berges vom Busverkehr nicht erfolgt sei, werde die aktuelle Lösung als unverhältnismäßig angesehen.

ÖPNV wird dringend benötigt

Besonders betroffen sei die Bevölkerung am Mallendarer Berg, die überwiegend aus älteren Menschen bestehe, auch wenn zunehmend jüngere Familien hinzuzögen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner seien aufgrund eingeschränkter Mobilität zwingend auf eine funktionierende Busanbindung angewiesen. Hinzu komme, dass es im Ortsteil selbst kaum Infrastruktur für den täglichen Bedarf gebe: Weder Bank, Apotheke, Lebensmittelgeschäft, Bäckerei noch Drogerie seien vor Ort vorhanden. Einkäufe und Besorgungen seien daher ausschließlich im Talbereich möglich. Ohne eigenes Auto seien die Menschen darauf angewiesen, diese Wege zuverlässig mit dem Bus bewältigen zu können – ein längerer Fußweg über die teils steilen Straßen sei für viele keine realistische Alternative, insbesondere beim Transport von Einkäufen. Die Seniorengruppe fordert daher eine schnelle Rückkehr zur regulären Linienführung und kritisiert, dass bei solchen Entscheidungen offenbar nicht ausreichend berücksichtigt werde, dass nicht alle Menschen über ein eigenes Fahrzeug verfügen. In zugespitzter Form wird angeregt, Entscheidungsträger sollten die alltäglichen Wege der Betroffenen selbst nachvollziehen, um die tatsächlichen Belastungen besser einschätzen zu können.

Schlechte Situation ist der Verwaltung bekannt

Auf Nachfrage von BLICK aktuell bestätigt die Verbandsgemeindeverwaltung Vallendar die aktuelle Situation: Derzeit werde auf dem Mallendarer Berg ausschließlich die Haltestelle „Mallendarer Berg/BfW“ bedient. Die laufende Erneuerung der Wasserleitung in der Jahnstraße durch die ENM solle – sofern alles planmäßig verläuft – bis Ende September abgeschlossen sein. Im Anschluss sei eine Deckensanierung durch den Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz vorgesehen, ein genauer Termin hierfür liege jedoch noch nicht vor. Nach Abschluss der Arbeiten werde die ursprüngliche Linienführung wiederhergestellt, sodass sich die ÖPNV-Situation am Mallendarer Berg wieder normalisieren soll.

Mitmachen beim HeimatCheck!

Mit der Serie HeimatCheck bietet BLICK aktuell Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, auf Missstände oder Probleme vor Ort aufmerksam zu machen. Die Redaktion greift diese Hinweise auf, recherchiert Hintergründe und holt Stellungnahmen der zuständigen Behörden ein. Hinweise und Themenvorschläge können per E-Mail an heimatcheck@kruppverlag.de eingereicht werden. ROB

Die Hoffnung ist groß, dass am Mallendarer Berg bald wieder mehr Bussefahren. Foto: pixabay.com

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