Lokalsport | 23.03.2026

58. ADAC-Barbarossapreis eröffnete turbulent die NLS-Jubiläumssaison - ROWE-BMW erbt Platz 1

Max Verstappen nach souveränem Sieg disqualifiziert

Mit 25 000 Zuschauern konnte der 58. ADAC-Barbarossapreis eine Rekord-Zuschauerkulisse verzeichnen. Fotos:BURG

Nürburg. Mit dem vom MSC Sinzig ausgerichteten 58. ADAC-Barbarossapreis startete am vergangenen Samstag die Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) in ihre 50. Saison. Nachdem der erste Wertungslauf aufgrund der winterlichen Verhältnisse abgesagt werden musste, fiel dem Club von der Ahrmündung die Ehre zu, den motorsportlichen Einstand in das Jubiläumsjahr auszurichten. Und es sollte ein Einstand nach Maß werden.

Vor der beeindruckenden Kulisse von rund 25 000 Zuschauern rollten insgesamt 129 Boliden an den Start. Unter den Piloten in diesem Starterfeld durfte der MSC Sinzig keinen Geringeren als den viermaligen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen begrüßen, der neben den frühlingshaften Witterungsbedingungen mit seinem Debüt im Mercedes-AMG GT3 wesentlich zu dem enormen Zuschauerinteresse beigetragen haben dürfte.

Schon beim Qualifying sorgte der niederländische Ausnahme-Rennfahrer mit einer Zeit von 7:51,751 Minuten dafür, dass die in den weiteren 23 GT3-Boliden versammelte Nordschleifen-Elite in der Einführungsrunde nur die Heckpartie seines Mercedes-AMG GT3 sehen sollte. Dieses Bild blieb auch nach dem Grün der Startampel, worauf im Verlauf der ersten Runde ein packender Zweikampf zwischen Christopher Haase und Verstappen entbrannte. Am Ende der ersten Runde gelang es Haase, aus dem Windschatten heraus den Audi LMS des Meuspather Teams von Scherer-Phx an die Spitze des Feldes zu setzen. Was folgte, war ein rundenlanger, spektakulärer Zweikampf zwischen dem Red-Bull-Star und dem ehemaligen Audi-Werksfahrer, bei dem der Formel-1-Pilot bis kurz vor dem ersten Boxenstopp das Nachsehen hatte. Kurz vor diesem Stopp konnte Verstappen doch noch zurückschlagen und übergab den Mercedes-AMG GT3 in Führung liegend an Dani Juncadella. Diesem gelang es gemeinsam mit seinem AMG-Werksfahrerkollegen Jules Gounon, die Führung zu verteidigen. Für den letzten Stint übernahm wieder Verstappen den GT3-Boliden. In diesem hätte er den Sieg eigentlich nur noch verwalten müssen, doch Verstappen ließ noch einmal sein Können aufblitzen und überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 59,53 Sekunden.

Die Siegesfreude des Mercedes-Trios währte aber nur kurz, denn zwei Stunden nach dem Rennen wurde der Mercedes disqualifiziert. Bei der routinemäßigen Auswertung der verwendeten Anzahl an Reifen stellte die Technikkommission fest, dass das Team im Rennen sieben statt der erlaubten sechs Reifensätze verwendet hatte.

Der Sieg fiel somit an die Zweitplatzierten Dan Harper und Jordan Pepper im BMW M4 GT3 von ROWE RACING. Der Falken-Porsche von Sven Müller und Tim Heinemann erbten den zweiten Platz, während sich die Lokalmatadore von Black-Falcon mit ihrem Porsche GT3 über einen vollkommen unerwarteten 3. Rang in der Gesamtwertung freuen durften. Pilotiert wurde der Falcon-Renner von Patrick Assenheimer, Tobias Müller und Dylan Pereira. Mit diesem Resultat sicherte sich das Trio zudem den Pro-Am-Sieg.

Neben dem Erfolg im Gesamtklassement heimste die Mannschaft der schwarzen Falcon zudem noch drei weitere Klassensiege in den folgenden Wertungen ein: Fahrzeuge mit alternativen Treibstoffen, in der Klasse CUP2 sowie bei der Amateurwertung der GT3-Boliden. Komplettiert wurde der Teamerfolg, mit einem zweiten Rang in der Klasse SP10, in der das Team einen BMW M4 GT4 EVO einsetzte. In der SP10 kämpften insgesamt neun Fahrzeuge um den Sieg, den sich am Ende die Mannschaft von Prosport Racing aus Wiesemscheid mit einem Mercedes-AMG GT4 sicherte. Zudem standen in dieser Klasse auf Position drei mit Maik Rönnefarth (Kalenborn) und Tobias Wahl (Remagen) zwei weitere Piloten aus dem Kreis Ahrweiler auf dem Podium. Das Duo steuerte gemeinsam mit Christian Konnerth (Winnenden) einen BMW M4 GT4.

Ebenso trug das Team von Schmickler Performens aus Bad Neuenahr-Ahrweiler mit drei zusätzlichen Podestplatzierungen maßgeblich zur Erfolgsbilanz der regionalen Mannschaften bei. So sichert sich das Team in der Klasse V6 mit einem Porsche 911 den Sieg, ergänzt mit dem Rang 2 des BMW 230i in der VT2-RWD. Mit Rang drei in der Wertung für Porsche 718 Cayman GT4 komplettierte Stefan Schmickler, mit seinen beiden Teamkollegen Kai Riemer und Horst Baumann die Möglichkeiten der Podiumspositionen.

Über einen Klassensieg in der SP4 durfte sich auch Michael Mönch aus Adenau freuen, der gemeinsam mit Kevin Küpper einen BMW 325i pilotierte.

Der dritte Lauf der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie findet am 11. April statt. Die 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy führt über die klassische Distanz von vier Stunden.

Da zu diesem Zeitpunkt der Formel-1-Kalender keine Termine beinhaltet, könnte es sein, dass Max Verstappen auch diesem Rennen seinen Stempel aufdrückt. Die Aussage von Verstappen lässt die Fans zumindest hoffen: „Die Nordschleife ist für mich eine der verrücktesten Strecken der Welt. Ich will definitiv so oft wie möglich hier fahren.“BURG

Der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen drückte dem Rennen des MSC Sinzig seinen Stempel auf.

Der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen drückte dem Rennen des MSC Sinzig seinen Stempel auf.

Maik Rönnefarth und Tobias Wahl, die gemeinsam mit Christian Konnerth den BMW M4 GT4 auf Rang drei in der SP10 pilotierten.

Maik Rönnefarth und Tobias Wahl, die gemeinsam mit Christian Konnerth den BMW M4 GT4 auf Rang drei in der SP10 pilotierten.

Mit dem Mercedes-AMG GT 3 führte Max Verstappen das Feld der 129 gestarteten Fahrzeuge in die erste Runde.

Mit dem Mercedes-AMG GT 3 führte Max Verstappen das Feld der 129 gestarteten Fahrzeuge in die erste Runde.

Mit 25 000 Zuschauern konnte der 58. ADAC-Barbarossapreis eine Rekord-Zuschauerkulisse verzeichnen. Fotos:BURG

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