Allgemeine Berichte | 03.06.2026

Kinder erleben Stadtgeschichte

Mit Luzie & Lione auf Entdeckungstour durch die Koblenzer Altstadt

Im Statz’schen Gässchen.

Koblenz. Wie lebendig Geschichte sein kann, erlebten die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Grundschule Schenkendorf bei einer besonderen Stadtführung durch die Koblenzer Altstadt.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Constanze Schwertner begaben sie sich zusammen mit der Autorin Bine Voigt und der Illustratorin Catherina Baldauf auf die Spuren von „Luzie & Lione“.

Seit inzwischen 25 Jahren begleitet der beliebte Stadtführer Kinder und Familien durch Koblenz.

Die inzwischen vierte Auflage enthält neben neuen Sehenswürdigkeiten erstmals auch eine digitale Stadtrallye und verbindet damit auf spannende Weise Tradition und Moderne.

Der Rundgang begann am Schängelbrunnen, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Von dort führte der Weg über den Jesuitenplatz und das Jesuitengässchen zum Entenpfuhl. Am Entenbrunnen wartete bereits eine kleine Überraschung auf die Kinder: Bine Voigt verschenkte an jedes Kind einen Pfennig, der - verbunden mit einem persönlichen Wunsch - in den Brunnen geworfen werden durfte.

Weiter ging es über den Plan zu den berühmten Vier Türmen, dem eindrucksvollen Eingangstor zur Altstadt. Dort erwartete die Gruppe Jürgen Potratz von der Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“. Er öffnete den Kindern die Tür zu einem der verborgensten und zugleich schönsten Orte der Stadt: dem idyllischen Garten zwischen Altengraben und Altenhof.

Dieser kleine grüne Rückzugsort gilt bis heute als Geheimtipp. Benannt nach dem Kanonikus Statz und nach umfangreichen Sanierungsarbeiten erst 2021 wiederhergestellt, lässt er die Geschichte des mittelalterlichen Koblenz auf besondere Weise lebendig werden. Im Torbogen zum Statz’schen Gässchen (Eingang Altengraben 13) erinnert noch heute der originale Schlussstein aus dem Jahr 1749 an vergangene Zeiten.

Besonders beeindruckend war die Geschichte dieses Ortes. Nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs war das Areal dicht bebaut worden. Erst durch die Sanierung (die leider nicht zu Ende geführt werden konnte) wurde die historische Hofanlage wieder sichtbar gemacht werden. Heute laden auf 235 Quadratmetern blühende Stauden, Sträucher und Gräser zum Verweilen ein. Hochbeete aus Cortenstahl verleihen dem Garten seinen besonderen Charakter, während Natursteinpflaster und Sitzbänke eine Atmosphäre schaffen, die zum Entdecken und Ausruhen gleichermaßen einlädt. Für die Kinder war dies der perfekte Ort für eine wohlverdiente Frühstückspause.

Die Liebfrauenkirche war das nächstes Ziel und anschließend begegnete die Gruppe den bekannten Koblenzer Originalen Spitals Andun und dem Pfefferminzje, bevor ein Abstecher zur Florinskirche und zum ehemaligen Mittelrhein-Museum folgte. Auch wenn Gerüste und Absperrungen derzeit manche Sicht versperren, blieb die Faszination der historischen Altstadt ungebrochen und der Augenroller streckt zwar nicht die Zunge heraus, rollte aber vehement mit den Augen.

Der romantischen Garten Herlet war ebenfalls einen Besuch wert, bevor die jungen Entdecker schließlich den Görresplatz mit seiner beeindruckenden Historiensäule erreichten, auf der sich die Geschichte von Koblenz wie ein steinernes Bilderbuch nachverfolgen lässt.

Auf dem Rückweg führte die Route durch die Firmungsstraße. Dort lächelte die Hygiea hoch oben vom Giebel des Hauses Nummer 11 auf die Gruppe herab, als wolle sie die jungen Stadtforscher verabschieden. Der krönende Abschluss wartete schließlich am Johannes-Müller-Denkmal: Mit einem Eis in der Hand ließen die Kinder die vielen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.

Es war ein wunderschöner Tag voller Geschichten, Überraschungen und Entdeckungen. Die Koblenzer Altstadt zeigte sich dabei von ihrer schönsten Seite – geheimnisvoll, geschichtsträchtig und voller kleiner Wunder. Und eines wurde allen schnell klar: Selbst ein ganzer Tag reicht kaum aus, um alle Schätze dieser besonderen Stadt zu entdecken.

Im Statz’schen Gässchen. Foto: Bine Voigt

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Kommentare
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  • Nadja : Ganz einfach, sowas muss garnicht beschrieben werden wenn diese Daten vorliegen. Da kein Fremdverschulden vorliegt sollte man so sensible sein und hinterfragen ob es vielleicht Suizid war wegen genau so was ! Passiert leider garnicht so selten.
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