Koblenzer Stadtrat: Im Jahr 2021 wird die Albert-Schweitzer-Schule auf dem Asterstein geschlossen
Rat beschloss das „Aus“ für Realschule plus
Neuwahl - Joachim Seuling wurde zum neuen Behindertenbeauftragten gewählt
Koblenz. Eine komplette Schule wird geschlossen, beziehungsweise „auslaufen gelassen“, wie dies im Verwaltungsjargon heißt. Betroffen ist die Albert-Schweitzer-Realschule plus im Stadtteil Asterstein, die laut knappem Mehrheitsbeschluss des Stadtrats jetzt endgültig „dichtgemacht“ wird. „Für die jetzigen Schülerinnen und Schüler ändert sich demnach vorerst nichts. Sie werden auch weiterhin in den Räumen des Schulgebäudes der Albert-Schweitzer-Realschule plus unterrichtet und können an diesem Schulstandort ihren angestrebten Bildungsabschluss erwerben“, steht in der Beschlussvorlage für den Koblenzer Stadtrat.
So werden ab dem Schuljahr 2016/17 keine neuen Schüler mehr aufgenommen, jedoch geht der Schulbetrieb mit den derzeit 273 Schülern ganz normal weiter. Hintergrund für die Schließung sind die Schülerzahlen, die in vier Jahren um 110 gesunken sind. So gingen auch die Neuanmeldungen vom Schuljahr 2010/11 bis jetzt von 43 auf 26 zurück. Im aktuellen Schuljahr 2014/15 ist die Albert-Schweitzer-Realschule plus bis auf die Jahrgangsstufe neun zweizügig.
Rückläufige Schülerzahlen sind der Grund für die Schließung
Daher wird diese Schule ab 2016/17 durchgängig nur noch zweizügig sein, was der gesetzlichen Mindestgröße nicht entspricht, heißt es und auch, dass weitere im Stadtgebiet Koblenz befindliche Kooperative Realschulen plus auch für die rechtsrheinischen Stadtteile von Koblenz im vertretbaren Umfang zu erreichen seien und die Profile der Ganztags- als auch der Schwerpunktschule abdecken würden. Ferner gebe es aus Gründen der Siedlungsstruktur kein schulisches Bedürfnis für den Bestand einer zweizügigen Albert-Schweitzer-Realschule plus.
Viele CDU-Ratsmitglieder stimmten dem Beschluss nicht zu, da auf dem Asterstein die einzige Realschule Plus der auf rechten Rheinseite sei. Auch die BIZ-Fraktion wollte diese Realschule plus erhalten, da die Entfernungen zu anderen Schulen unzumutbar wären. Weil schon lange über das Auslaufen der Realschule plus diskutiert wird, seien auch die Schülerzahlen so gering, meinte die BIZ.
Die FWG-Fraktion wies darauf hin, dass eine zweizügige Realschule plus keine Landeszuweisungen mehr bekommt, und stimmte deshalb für die Schließung.
Verschiedene Fraktionen äußerten sich zu dem Beschluss
Dass die Zahlen gegen Erhalt der Realschule plus sprechen, unterstrich die SPD-Fraktion und gab zu bedenken, dass das Land auf Dauer die Albert-Schweitzer-Schule nicht mit den notwendigen Dingen ausstatten werde. Ein langsamer Tod auf Raten sei unredlich, betonte die Fraktion der Grünen. Von Immendorf seien Schüler schneller in der Stadt als auf dem Asterstein. Angesichts der geringen Zahl der Neuanmeldungen trage man den Beschluss mit.
Wegen der demografischen Entwicklung und der Haushaltslage der Stadt Koblenz stimmt auch die FDP schweren Herzens zu, teilte die Fraktion mit und meinte, dass es bald noch mehr ähnliche Entscheidungen geben werde. Kulturdezernent Detlef Knopp führte aus: „Bei einer durchgängig zweizügigen Realschule plus wird auf Dauer die pädagogische Qualität leiden. Das Land wird einer Schule, die künstlich erhalten wird, keine Mittel mehr geben.“ Schließlich stimmten 29 Ratsmitglieder für die Schließung der Schule und 22 waren dagegen.
Der Stadtteil Asterstein tauchte auch in einer weiteren Beschlussvorlage im Stadtrat auf. Der beschloss einstimmig die Aufhebung des „Soziale Stadt“ - Fördergebietes Am Luisenturm/Grüner Weg. In diesem Programm wurden seit 2002 Gebäude neu strukturiert, Außenanlagen und Grünflächen hergestellt und eine neue Straße gebaut, um die Situation in diesem Gebiet deutlich zu verbessern. Dies hat das Land aus Mitteln des Programms „Soziale Stadt“ gefördert und jetzt mitgeteilt, dass alle Zuwendungsmittel zweckentsprechend und wirtschaftlich verwendet wurden.
Ferner hat die Stadt Koblenz einen neuen Behindertenbeauftragten. Einstimmig wählte der Stadtrat Joachim Seuling für den Rest der Wahlperiode bis 2019. Seuling war bisher stellvertretender Behindertenbeauftragter. Der Diplom-Pädagoge kam als Berufssoldat nach Koblenz und arbeitet seit seiner Pensionierung als Gästeführer und jetzt als Behindertenbeauftragter. Seinem Vorgänger Christian Bayerlein dankten Oberbürgermeister Dr. Joachim Hofmann-Göttig und auch der Rat für geleistete Arbeit.
