Politik | 04.09.2013

Koblenzer CDU-Politiker fordern Landesregierung zum Handeln auf

Schulsozialarbeit muss dringend weitergeführt werden

Andreas Biebricher (l.) und Dr. Michael Fuchs sehen dringenden Handlungsbedorf inSachen Schulsozialpolitik. privat

Koblenz. Im gemeinsamen Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat zum Gesetzgebungsverfahren des Bildungs- und Teilhabepakets hatten Bundesregierung und die Opposition vereinbart, den Ländern in den Jahren 2011 bis 2013 seitens des Bundes eine zusätzliche finanzielle Unterstützung zu gewähren. Unabhängig von den Leistungen des Bildungspaketes, sollten ihnen jährlich 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, über deren Verwendung die Kommunen im Rahmen ihrer Selbstverwaltung frei entscheiden konnten.

„Wenn diese Mittel auch nicht zweckgebunden waren, so bestand dennoch Konsens über das politische Ziel, sie für die immer wichtiger werdende Schulsozialarbeit und das außerschulische Hort-Mittagessen einzusetzen“, erläutert der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Fuchs den damaligen Kompromiss. Sein Koblenzer Landtagskollege Andreas Biebricher pflichtet ihm bei: „Wie ich mich selbst mehrfach überzeugen konnte, haben die Schulen im Land von der Etablierung der Schulsozialarbeit in einem hohen Maße profitiert. Nicht zuletzt ist dies auch zum Vorteil der Koblenzer Schulen gewesen.“ Beide Abgeordneten heben hervor, dass dies für viele Familien, aber auch die Lehrerkollegien ein großer Gewinn gewesen sei und eine spürbare Entlastung herbeigeführt habe. Dafür müsse man dem Bund, der die Leistungen freiwillig übernommen habe, obwohl es nicht in seinen Aufgabenbereich falle, dankbar sein.

Fuchs gibt jedoch zu bedenken: „Allerdings waren die Zahlungen des Bundes von Anfang an nur als befristete Anschubfinanzierung gedacht. Wenn nun seitens der SPD und der Grünen Forderungen laut werden, eine Finanzierung der Schulsozialarbeit durch den Bund über 2013 hinaus fortzusetzen, widerspricht dies nicht nur den ursprünglichen politischen Absprachen innerhalb des Vermittlungsverfahrens, sondern auch der vom Grundgesetz garantierten Bildungshoheit der Länder.“ Auch Biebricher weist auf den föderalen Aspekt hin: „Die rot-grünen Forderungen sind reines Wahlkampfgetöse. Der Bund könnte sein Engagement gar nicht verlängern, selbst wenn er wollte. In diesem Politikbereich kommt alleine der Landes- und nicht der Bundesregierung die Gestaltungskompetenz zu.“ Ohne eine Änderung des grundgesetzlich festgelegten Kooperationsverbots sei eine unbefristete und zweckgebundene Weiterführung der Finanzierung der Schulsozialarbeit durch den Bund nicht möglich. „Erste Vorschläge der Bundesregierung zu einer Aufweichung des Kooperationsverbots wurden jedoch“, so Fuchs, „mit der rot-rot-grünen Mehrheit im Bundesrat bereits abgelehnt.“

Beide Unions-Politiker sind daher der Ansicht, dass es die Landesregierung sehenden Auges versäumt habe, ihrem Gestaltungsauftrag nachzukommen. Obwohl man in Mainz gewusst habe, dass die bereitgestellten Bundesmittel zum 31.12.2013 auslaufen, habe man die bequeme Situation üppig fließender Bundesgelder ausgenutzt und die eigenen Anstrengungen zurückgefahren. Insgesamt sei die Landesförderung für die Schulsozialarbeit in den vergangenen zwei Jahren um insgesamt 3,9 Millionen Euro gekürzt worden. Da jedoch die Schulsozialarbeit ureigene Sache der Länder sei, sei es auch an der Landesregierung, für deren Zukunft Sorge zu tragen. Die beiden Koblenzer Abgeordneten fordern die Landesregierung daher auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und zeitnah ein auf den bislang gewonnenen Erfahrungen und Erfolgen der Schulsozialarbeit aufbauendes Anschlusskonzept vorzulegen, das es den Schulträgern ermöglicht, die bisherige Arbeit fortzuführen. „Wir dürfen die Schulen und Kommunen in einer solch wichtigen Frage nicht alleine im Regen stehen lassen“, erklären Fuchs und Biebricher abschließend.

Pressemitteilung

Büro des MdL

Andreas Biebricher (CDU)

Andreas Biebricher (l.) und Dr. Michael Fuchs sehen dringenden Handlungsbedorf inSachen Schulsozialpolitik. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Tag der offenen Tür
PR-Anzeige
Dauerauftrag 2026
Osteraktion
Empfohlene Artikel
Der Knotenpunkt Burgstraße Ostallee.
189

Lahnstein. Die Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ nimmt Stellung zu einem jüngst veröffentlichten Leserbrief in der lokalen Presse, in dem eine verbindliche Festlegung des Stadtrates auf die Ringlösung gefordert wird. Den Gegnern wird vorgeworfen, es mangele ihnen an seriösen Alternativen, sie würden wesentliche Punkte ausblenden und die Probleme der früheren Verkehrsführung ignorieren.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Blütenkönigin Antonia Augenstein, Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte) sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Stationen, Vereine und Sponsoren freuen sich auf das Blütenfest am 19. April. Fotos: DU
6

Traditionsveranstaltung geht am 19. April in die 16. Runde

Blütenfest verbindet Natur, Kultur und Gemeinschaft

Meckenheim. „Das Blütenfest hat eine Strahlkraft, die weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Deswegen ist es für uns sehr wichtig und wir freuen uns wieder auf eine schöne Veranstaltung“, hob Bürgermeister Sven Schnieber kürzlich die Bedeutung des Blütenfestes für Meckenheim hervor. Der Obsthof Dahlhausen war dabei zweifellos eine überaus passende Location, um auf die inzwischen 16. Auflage des am 19. April stattfindenden Traditionsevents vorauszublicken.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Titel
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Anzeige KW 14
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige