Allgemeine Berichte | 11.06.2026

Forschung & Innovation in Koblenz

Tag der Forschung 2026 an der Hochschule Koblenz: Innovationen & Unternehmenspraxis

Probesitzen im Tragschrauber beim Tag der Forschung: Minister Clemens Hoch, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit (MWG). Außerdem auf dem Bild: Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz und Prof. Dr. Jens Bongartz, Fachbereich Mathematik, Informatik, Technik (links neben dem Tragschrauber v.li.n.re.) sowie Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, Dr. Katrin Zaborowski, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit und Prof. Dr. techn. Antje Liersch, Vizepräsidentin für Forschung der Hochschule Koblenz (rechts neben dem Tragschrauber v.li.n.re.)

Koblenz. Wie Unternehmen von Forschung profitieren können, zeigte die Hochschule Koblenz beim Tag der Forschung 2026. Die Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und lernten zahlreiche Angebote kennen, mit denen die Hochschule Unternehmen bei Innovationen, Produktentwicklungen, Prüfverfahren und der Digitalisierung unterstützt. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum für Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen.

Forschung als Motor für Innovation

Zum Auftakt begrüßten Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel und die Vizepräsidentin für Forschung, Prof. Dr. Antje Liersch, die Gäste. Auch der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch nahm an der Veranstaltung teil und informierte sich über aktuelle Forschungsaktivitäten und innovative Projekte der Hochschule.

„Der Tag der Forschung zeigt die Innovationskraft unserer Hochschule und bringt Menschen zusammen, die gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft arbeiten. Der Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ist dafür von zentraler Bedeutung“, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel.

Auch Prof. Dr. Antje Liersch hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor: „Unsere Forschenden leisten in vielen Bereichen einen wichtigen Beitrag für gesellschaftliche und technologische Entwicklungen. Der Tag der Forschung bietet die Gelegenheit, diese Vielfalt sichtbar zu machen und neue Kooperationen zu initiieren.“

Wissenschaftsminister Clemens Hoch unterstrich die Bedeutung leistungsfähiger Hochschulen für den Innovationsstandort Rheinland-Pfalz: „Der Forschungstag der Hochschule Koblenz zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in der hochschulischen, anwendungsorientierten Forschung unseres Landes steckt. Die Forschenden schaffen wichtige Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis und liefern konkrete Impulse für Innovation, insbesondere in den Kompetenzfeldern Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Gesundheit. Durch den Transfer ihrer Erkenntnisse tragen sie maßgeblich zu wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt in Rheinland-Pfalz bei.“

Vielfalt der Forschung sichtbar gemacht

Im Mittelpunkt des Tages standen die vielfältigen Forschungsaktivitäten der Hochschule Koblenz. Forschende aus allen sechs Fachbereichen präsentierten aktuelle Projekte, innovative Lösungsansätze und praxisnahe Entwicklungen – von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung über nachhaltiges Bauen bis hin zu sozialwissenschaftlichen Fragestellungen.

Ein besonderer Fokus lag auf der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In einer Posterpräsentation stellten Promovierende ihre Forschungsarbeiten vor und kamen mit den Gästen ins Gespräch. Die jeweils drei besten Poster aus den Bereichen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und GEWI (Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften) wurden prämiert. Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge, Forschungsstände sowie Einblicke in Labore und Prüfstellen der Hochschule. Dort konnten Besucherinnen und Besucher moderne Forschungsinfrastrukturen kennenlernen und aktuelle Technologien sowie Anwendungen aus erster Hand erleben.

Forschung trifft Praxis: Angebote für Unternehmen

Der Tag der Forschung zeigte zugleich, wie eng die Hochschule Koblenz mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zusammenarbeitet. Zahlreiche Forschungsgruppen und Labore präsentierten konkrete Möglichkeiten für Kooperationen, Entwicklungsprojekte und Dienstleistungen.

Ein Beispiel hierfür ist das Forschungslabor für Mobilkommunikation und Internet of Things (IoT). Mit dem ersten 5G-Campusnetz seiner Art im nördlichen Rheinland-Pfalz bietet es Unternehmen die Möglichkeit, neue Anwendungen unter realen Bedingungen zu testen und innovative Produkte weiterzuentwickeln. Während 5G bereits seit Jahren produktiv in Industrie, Logistik und vielen weiteren Bereichen eingesetzt wird, richtet das Labor seinen Blick bereits auf die Mobilfunkgeneration von morgen. Gemeinsam mit internationalen Konzernen, mittelständischen Unternehmen und Start-ups forscht das Labor unter anderem zu Industrie 4.0, autonomer Logistik, resilienten IoT-Systemen, energieeffizienten Mobilfunknetzen und den technologischen Grundlagen zukünftiger 6G-Netze.

Die enge Vernetzung des Labors mit Wirtschaft und Forschung zeigt sich auch auf internationaler Ebene: Ein ehemaliger Doktorand des Labors übernimmt seit Kurzem eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des künftigen 6G-Mobilfunkstandards. Als Berichterstatter koordiniert er in der weltweiten Standardisierungsorganisation 3GPP die technische Studie, die die grundlegende Architektur zukünftiger 6G-Netze festlegen wird. Obwohl 6G noch Gegenstand internationaler Forschung und Standardisierung ist, werden hier bereits heute die Weichen für die Mobilfunknetze der kommenden Jahrzehnte gestellt. In diesem Gremium arbeiten Hunderte Expertinnen und Experten aus führenden Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen rund um den Globus zusammen.

Wie sich betriebliche Abläufe optimieren lassen, demonstrierte die Modellfabrik Koblenz. Hier können Unternehmen ihre Prozesse in einer realitätsnahen Umgebung simulieren, analysieren und gezielt verbessern. Zum Einsatz kommen unter anderem Methoden des Lean Managements. Sie helfen dabei, Verschwendung zu vermeiden und Prozesse effizienter zu gestalten. Ergänzend wird der Ansatz Six Sigma genutzt. Dieser zielt darauf ab, Fehler zu reduzieren und die Qualität von Prozessen systematisch zu verbessern. Forschungsprojekte zur KI-gestützten Prozessoptimierung und Qualitätskontrolle ergänzen das Angebot.

Großes Interesse weckten zudem Forschungsarbeiten zur Energieeffizienz. So entwickelt die Hochschule eine innovative Spray-Injektionstechnik zur nahezu isothermen Gaskomprimierung, die den Energieverbrauch bei der Drucklufterzeugung deutlich reduzieren kann. Die Technologie eröffnet zugleich neue Perspektiven für Druckluftspeicherkraftwerke und weitere Anwendungen der Energiewende.

Kompetenter Partner für Wirtschaft und Kommunen

Auch spezialisierte Transfer- und Prüfeinrichtungen präsentierten ihre Leistungen. Die EMV-Transferstelle (EMV = Elektromagnetische Verträglichkeit) unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung normgerechter und marktfähiger Produkte – von der Prüfung elektromagnetischer Verträglichkeit bis hin zur Begleitung auf dem Weg zur CE-Kennzeichnung.

Die staatlich anerkannte Prüfstelle für nichtmetallische Bau- und Werkstoffe bietet unabhängige Materialprüfungen für Beton, Holz und weitere Baustoffe an und steht Unternehmen als regionaler Forschungspartner zur Verfügung. Im Bereich nachhaltiges Bauen forscht das Erd- und Grundbaulabor an ressourcenschonenden Verfüll-Baustoffen aus aufbereitetem Aushubmaterial und unterstützt Kommunen sowie Ingenieur- und Bauunternehmen mit Prüf- und Transferleistungen.

Zukunftstechnologien zum Anfassen

Besondere Einblicke boten darüber hinaus das Robotik-Labor und das Labor für Regelungstechnik. Während im Robotik-Labor innovative Lösungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Smart Factory und robotische Automation entwickelt werden, verbindet das Labor für Regelungstechnik modernste Technologien mit einer praxisnahen Ausbildung in den Zukunftsfeldern Embedded Systems, digitale Signalverarbeitung und industrielle Automatisierung.

Die offene Atmosphäre bot zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Forschende, Promovierende, Unternehmen und Praxispartner nutzten die Veranstaltung, um Kontakte zu knüpfen, Ideen auszutauschen und neue Kooperationen anzubahnen.

Plattform für Austausch und Kooperation

Der Tag der Forschung machte erneut deutlich, wie vielfältig, praxisnah und gesellschaftlich relevant die Forschung an der Hochschule Koblenz ist. Zugleich bot die Veranstaltung eine wichtige Plattform, um den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weiter zu stärken und neue Impulse für gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte zu setzen.

Forschung in Zahlen

Aktuell werden an der Hochschule Koblenz rund 40 Forschungsprojekte durchgeführt. Im Jahr 2025 warb die Hochschule Koblenz Drittmittel in Höhe von 8,2 Millionen Euro ein. Derzeit promovieren 79 Doktorandinnen und Doktoranden an der Hochschule Koblenz.

Über die Hochschule Koblenz

Die Hochschule Koblenz ist mit 8.700+ Studierenden an den Standorten Koblenz, Remagen und Höhr-Grenzhausen die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Sie bietet mehr als 80 praxisorientierte Bachelor-, Master- und Fernstudiengänge sowie duale Studiengänge in 6 Themenfeldern: Bauwesen & Architektur, Ingenieurwesen & Technik, Mathematik, Informatik & Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Freie Kunst und Sozialwissenschaften. Mit engen Kooperationen, anwendungsnaher Forschung und einer internationalen Ausrichtung bereitet die Hochschule Koblenz ihre Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vor. Die hohe Zufriedenheit der Studierenden bestätigt der StudyCheck Award 2026: Die Hochschule Koblenz zählt zu den Top 50 Hochschulen in Deutschland und belegt Platz 1 unter den öffentlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz.

Weitere Themen

Probesitzen im Tragschrauber beim Tag der Forschung: Minister Clemens Hoch, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit (MWG). Außerdem auf dem Bild: Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz und Prof. Dr. Jens Bongartz, Fachbereich Mathematik, Informatik, Technik (links neben dem Tragschrauber v.li.n.re.) sowie Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung, Dr. Katrin Zaborowski, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit und Prof. Dr. techn. Antje Liersch, Vizepräsidentin für Forschung der Hochschule Koblenz (rechts neben dem Tragschrauber v.li.n.re.) Foto: Hochschule Koblenz, Martin Lisek

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