Die Verbandsgemeinde Unkel führte als zehnte Kommune im Bundesland die Ehrenamtskarte ein
Das kleine Jubiläum passte gut ins Bild
Unkel. Als zehnte Kommune hat die Verbandsgemeinde Unkel die landesweite Ehrenamtskarte eingeführt. Grund genug für den Chef der Mainzer Staatskanzlei, Staatssekretär Clemens Hoch, zusammen mit Agnes Neureiter, der Referentin der Leitstelle „Ehrenamt und Bürgerbeteiligung“, in die Kulturstadt zu reisen, um mit Verbandsbürgermeister Karsten Fehr im Trauzimmer der Verbandsgemeinde die entsprechende Kooperationsvereinbarung für die Ehrenamtskarte zu unterzeichnen. Begrüßen konnte der VG-Chef dort unter anderem die beiden Vorsitzenden der Willy-Brandt-Stiftung, Christoph Charlier und Rudolf Barth, sowie Geschäftsführer Rudolf Rupperath und zudem Ute Bockshecker und Ute Thomalla von der Fairtrade-Steuerungsgruppe.
„Es ist eine besondere Ehre für uns, dass sie aus Mainz nach Unkel gekommen sind. Damit unterstreichen sie den hohen Stellenwert, den das Ehrenamt in Rheinland-Pfalz genießt“, hieß Fehr den hohen Besuch willkommen. Die Einführung der Ehrenamtskarte sei im VG-Rat etwas ins Stocken geraten, nachdem sich die Mandatsträger mehrheitlich dagegen entschieden hatten, Besitzern dieses Ausweises eine Ermäßigung des Eintrittspreises für das Hallenbad zu gewähren, so dass eine der beiden geforderten Vergünstigungen entfallen war.
„Somit könnten wir die Ehrenamtskarte ohne das Willy-Brandt-Forum heute gar nicht einführen. Während sich die Fairtrade-Steuerungsgruppe sofort bereit erklärt hat, das jährlich stattfindende Ehrenamtsfrühstück der VG Unkel zu übernehmen, bietet jetzt das Unkeler Brandt-Museum Besitzern der Ehrenamtskarte eine Ermäßigung beim Eintritt von drei statt fünf Euro an“, berichtete Fehr.
„Ich bin gern nach Unkel gekommen, zum einen, weil ich Christoph Charlier aus Mainz gut kenne, zum anderen, weil wir hier bei ihnen ein kleines Jubiläum feiern können, da sie als zehnte Kommune die Ehrenamtskarte als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung für ehrenamtlichen Einsatz einführen, die vom Ministerrat voriges Jahr ins Leben gerufen worden ist“, erklärte Hoch. Zwar biete auch Mainz Vergünstigungen in landeseigenen Einrichtungen sowie bei Sonderaktionen, die Ehrenamtskarte würde aber vorwiegend von der Kooperation mit Städten und Gemeinden leben. „Es haben inzwischen schon weitere 60 Kommunen Interesse bekundet, bei diesem Projekt mitzumachen. Je mehr sich an diesem Projekt beteiligen, desto größer wird die Liste der Vergünstigungen“, erläuterte der Staatssekretär.
Erhalten kann die kostenlose Ehrenamtskarte jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist und der sich in einer der teilnehmenden Kommunen durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich engagiert und dafür keine pauschale finanzielle Entschädigung bekommt. Die Erstattung für Telefonkosten, Büromaterial oder für Fahrtkosten zählt nicht als Entschädigung. „Beantragt werden kann die Ehrenamtskarte mit einem Formular, das im Internet unter www.wir-tun-was.de zu finden ist“, so Hoch. Auf diesem Antragsformular muss der Verein oder die Organisation - es können auch mehrere sein - das ehrenamtliche Engagement des Antragstellers sowie den entsprechenden zeitlichen Umfang bestätigen. Der Antrag muss dann an die Verwaltung der Kommune geschickt werden, die ihn nach Prüfung an die Leitstelle „Ehrenamt und Bürgerbeteiligung“ in der Staatskanzlei weiterleitet.
„Die Ehrenamtskarte ist zwei Jahre gültig und kann nach Ablauf dieser Zeit neu beantragt werden“, informierte Agnes Neureiter. Weitere Fragen werden unter Tel. (0 61 31) 16 40 83 beantwortet - oder Mail an leitstelle@stk.rlp.de. Einrichtungen und Unternehmen, die das landesweite Projekt mit Vergünstigungen unterstützen, sind an dem Aufkleber „Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz - wir machen mit“ zu erkennen.
„Der Termin für die Unterzeichnung unserer Kooperationsvereinbarung ist wirklich trefflich gewählt“, erklärte der gebürtige Andernacher, falle der doch mitten in die fünfte Jahreszeit, die Hochzeit der Karnevalisten. „Abgesehen von großen Organisationen wie den Freiwilligen Feuerwehren oder dem DRK, dann sind es zusammen mit den Sportvereinen die Gesellschaften und Corps, die mit ihrem Einsatz für den Erhalt des Brauchtums hervorragende Jugendarbeit und damit einen unschätzbaren Beitrag zur Integration leisten“, betonte der Staatssekretär. Den informierte Fehr, dass es in der VG Unkel rund 140 Vereine, Verbände, Organisationen oder Initiativen gibt, in denen Ehrenamtler aktiv sind. „Sie alle leisten freiwillig einen enorm wertvollen Beitrag für die Gesellschaft, indem sie sich mit ihrer Zeit, ihrer Tatkraft und ihrer Kreativität für andere einbringen“, hob der VG-Chef hervor.
Diese gelebte Solidarität benötige das Zusammenleben der Menschen, weshalb ihm die Einführung der Ehrenamtskarte besonders am Herzen gelegen habe, erinnerte er an seine Ausführungen im VG-Rat. „Mit der Ehrenamtskarte wird die Kultur der Anerkennung entscheidend weiterentwickelt, weil sie die vielfältigen, symbolischen Formen der Wertschätzung mit geldwerten Vergünstigungen verbindet“, resümierte Fehr, um dann zusammen mit Hoch den Kooperationsvertrag zu unterzeichneten.
