Unkelerin bei Deutschen Badminton-Meisterschaften O35 - O75 in Berlin
Dreimal Silber für Brigitte Prax
Unkel. Zum dritten Mal in ununterbrochener Reihenfolge trafen sich 520 der besten Altersklassenspieler Deutschlands am Olympiastützpunkt im Ostteil der Bundeshauptstadt, um ihre Deutschen Meister zu ermitteln und die begehrten Tickets (Voraussetzung Halbfinalteilnahme) zur Ende September im schwedischen Helsingborg stattfindenden Weltmeisterschaft zu erspielen. Auch wenn man schon öfters dort aufgeschlagen hat, werden der harte Hallenboden und die grellen Lichtverhältnisse ihre Spuren hinterlassen haben. Dagegen sorgten die professionelle Turnierleitung, die gut gelaunten Schiedsrichter, die fleißigen Damen hinter der Theke sowie die hitzebeständigen Herren vom Grill für einen reibungslosen Ablauf und die nötige Verpflegung.
Die Zahl drei sollte für Brigitte Prax vom SV Unkel noch eine besondere Bedeutung bekommen, avancierte sie doch als Dienstälteste zur erfolgreichsten Teilnehmerin des Badminton Verbands Rheinland, als sie mit dem Erreichen von drei Endspielen einen eigenen Rekord aufstellte. Zudem spielte sie in allen Endspielen auch noch drei Sätze.
Vielleicht beflügelt vom gerade auf die Welt gekommenen dritten Enkelkind, legte „Oma“ Brigitte mit ihren 66 Jahren fulminant los: Mit klaren Erfolgen in den ersten Runden stürmte sie ins Endspiel. Und auch hier brachte sie die haushohe Favoritin und spätere Siegerin Gabriele Berge zunächst ins Wanken, indem sie ihr den ersten Satz abnahm. Aber dann setzte sich die Spielerin aus Leipzig doch noch durch. Am Ende des Tages stand der erste Vizemeistertitel zu Buche.
Überraschende Erfolge in verschiedenen Klassen
Der Samstag war Doppel-Tag und hier ging Brigitte Prax kurzfristig mit ihrer neuen überregionalen Partnerin Christine Krüll von Startplatz drei erstmals in O 65 ins Rennen. Souverän und glatt ging es auch hier bis ins Finale. Hier traf sie mit Peeck/Regineri auf alte Bekannte, mit denen sie in den letzten Jahren häufig sowohl mit- als auch gegeneinander die Schläger gekreuzt hatte. Bis Mitte des dritten Satzes noch in Führung schafften sie es nicht ganz und mussten sich am Ende knapp geschlagen geben. Der Titel der Deutschen Vizemeisterin im DD war aber mehr, als sie sich ausgerechnet hatte. Dieter Prax und Trevor Stewart (München) konnten nicht an ihre guten Ergebnisse von vor zwei Jahren anknüpfen und scheiterten bereits in der ersten Runde an späteren Finalisten.
Und dann kam noch der Mixed-Sonntag. Nach neun Spielen mit 22 Sätzen staunte man über den Platz auf dem Treppchen, mit dem Brigitte Prax nach den gesundheitlichen „Erlebnissen“ ihres bald 70-jährigen Mannes noch vor sechs Wochen am wenigsten rechnen konnte und über den sie sich wahrlich am meisten freute: Platz zwei an der Seite von Dieter - und wieder in drei Sätzen nur knapp von den Europameisterschafts-Dritten Pothmann/Regineri (NRW) geschlagen, nachdem sie die ersten Runden meisterlich überstanden hatten mit veränderter, den Umständen geschuldeter Taktik. Allerdings drohte der Mixedspezialistin nach dieser körperlichen Belastung vor Muskelschmerzen fast „der Arm abzufallen“.
Auch Claudia Bauch durfte an einem Tag bei den Besten aus Deutschland mitmischen und erreichte nach drei hart umkämpften Sätzen gegen zwei Spielerinnen aus NRW im Damendoppel O 50 das Viertelfinale, wo sie gegen die spätere Dritte unterlag.
Noch einmal wird nach diesen Ergebnissen für Brigitte und Dieter Prax der Traum wahr, bei den Weltmeisterschaften in Schweden dabei sein zu dürfen und die Freunde aus aller Welt Ende September wiederzusehen, vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit.
