Politik | 17.09.2014

Dieter Sander wurde im Bürgerhaus von Kasbach festlich verabschiedet

Ein Altbürgermeister mit Herz

Von Wirbelwind-Kindern und Ehrengästen umgeben genossen Hedwig und Dieter Sander die Verabschiedung aus dem Dienst in der Kommune. DL

Kasbach-Ohlenberg. Im Namen der Gemeinde Kasbach-Ohlenberg sowie der Mitglieder des Gemeinderates der Doppelgemeinde begrüßte Bürgermeister Frank Becker Mitte voriger Woche zahlreiche Besucher im Bürgerhaus des Ortes. Eingeladen hatte er zur festlichen Verabschiedung seines langjährigen Vorgängers Dieter Sander. „Mein besonderer Gruß gilt am heutigen Tage natürlich dir lieber Dieter und deiner Ehefrau Hedwig, sowie den Familien deiner Kinder, Andrea und Thomas“ , betonte Frank Becker. Namentlich begrüßen konnte er mit Landrat Rainer Kaul einen langjährigen Weggefährten des Alt-Bürgermeisters und den frisch im Amt bestätigten Verbandsbürgermeister Günter Fischer. Willkommen heißen konnte Frank Becker natürlich auch weitere Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderatsmitglieder aus der VG, die jahrelang mit Dieter Sander in den unterschiedlichsten Gremien zusammengearbeitet haben, Vertreter der Ortsvereine. Ebenfalls begrüßen konnte Frank Becker die Vertreter der Kirchengemeinden, der Banken und der regionalen Wirtschaft.

Eine bewegte Laufbahn

„Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“, erinnerte der Laudator. Dieter Sander habe es aber zumindest relativ vielen Menschen recht getan. „Du bist, und das darf man anerkennend sagen, ein kommunal politisches Urgestein und warst dabei stets bei den Menschen“, so Frank Becker, bevor er auf die Laufbahn seines Vorgängers einging. Dem Gemeinderat von Kasbach gehörte Dieters Sander seit 1974 an, bevor er am 15. April 1976 erster Bürgermeister der durch die Gebietsreform zusammengelegten einst selbstständigen Kommunen Kasbach-Ohlenberg wurde. „Du hast vor der großen Herausforderung gestanden, den Beschluss auf dem Papier in die Lebenswirklichkeit der Menschen zu transferieren. Jeder, der schon einmal mit Menschen in Veränderungsprozessen zu tun hatte, kann abschätzen, was für ein Maß an Geduld, Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl aber auch Beharrlichkeit notwendig ist, um diesen bis heute andauernden Prozess des stetigen Zusammenwachsens zu begleiten und voranzubringen“, erinnerte der neue Orts-Chef, dessen Vorgänger sieben Mal in Folge wiedergewählt worden war. „Seit 1984 warst du 30 Jahre lang Mitglied des Verbandsgemeinderates. In dieser Zeit hast du dort zusätzlich zehn Jahre als Beigeordneter Verantwortung übernommen, die letzten fünf Jahre als 1. Stellvertreter des VG-Chefs. Seit 2009 bist du bis heute Mitglied im Kreistag Neuwied“, listete Frank Becker das kommunalpolitische Engagement von Dieter Sander auf, auf dessen reichhaltigen Erfahrungsschatz er auch in Zukunft nicht verzichten wolle. „Du hinterlässt mit der Gemeinde Kasbach-Ohlenberg ein bestelltes Haus, in dem viel erledigt wurde und viele positive Entwicklungen abgeschlossen oder zumindest begonnen worden sind“, hob er hervor und nannte: den Bau des Sportplatzes und des Feuerwehrgerätehauses in Ohlenberg sowie den Ausbau der „Stehle“ und den Bau des Bürgerhauses in Kasbach zu Beginn seiner Amtszeit; für die 80er und 90er Jahren den Bau des Sportlerheimes, den Ausbau des Ohlenberger Weges in Richtung Ockenfels, der Obererler Straße, der Gartenstraße und den Bau der Unterführung K21-B 42; daneben die Anbindung durch die Gasversorgung für beide Ortsteile, sowie die Breitbandverkabelung für Kasbach und Teile von Ohlenberg. „Damit die Gemeinde weiterwachsen konnte, wurden in dieser Zeit kontinuierlich die Neubaugebiete Kirchweg I und II, Obererler Straße in der Schleife am Kuckstein, im Winkel sowie Bergstraße/Krommeswiese erschlossen, daneben zahlreiche Bebauungspläne erstellt“, erinnerte Frank Becker.

Unermüdlicher Einsatz

Ein weiterer beispielhafter Kraftakt war die Um- und Anbausanierung des Kindergartens im Ortsteil Ohlenberg über das Jahr 2010 hinaus. „Deinem unermüdlichen Einsatz und Werben für die zeitnahe Erweiterung des Kindergartens ist es zu verdanken, dass die Gemeinde zum richtigen Zeitpunkt das mit einem erheblichen Kostenaufwand verbundene Großprojekt erfolgreich durchführen konnte. Ohne deine Weitsicht und deinen Einsatz für die Einwerbung von Fördermitteln hätte die Gemeinde dieses, für die Zukunft so wichtige Projekt, nicht angehen können“, lobte der Laudator seinen Vorgänger, dem er Weitsicht und Durchsetzungskraft bescheinigte, um seine sachorientierte Politik zum Nutzen der Bürger zu gestalten. „Dieter Sander hat sich in den letzten 40 Jahren um die Menschen in seiner Gemeinde gekümmert. Er hat die Bedürfnisse, Wünsche, Sorgen und Nöte seiner Mitbürger aufgenommen und hat sich um sie gekümmert“, zollte Frank Becker dem Altbürgermeister für seinen unermüdlichen Einsatz, aber auch für die kameradschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit höchsten Respekt und Dankbarkeit in die er auch Hedwig Sander einbezog, bevor die „Wirbelwind“-Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen um Sandra Schopp-Breuch anstimmten: „Herr Sander heute Abschied nimmt von allen Kindern Wirbelwind! Sein Mühen hat sich sehr gelohnt, für uns dafür ein großes Lob!“

Solide gewirtschaftet

Dank für eine großartige Arbeit und Leistung Dieter Sanders sagte auch Rainer Kaul, der daran erinnert dass der Kasbacher schon seit langem Träger der Freiherr-vom Stein-Medaille sei, der höchsten Auszeichnung für kommunalpolitisches Engagement. „Du bist den Leuten immer gradlinig als berechenbarer Gesprächspartner begegnet, hast als gelernter Banker solide gewirtschaftet und bei allen Entscheidungen die Mandatsträger voll eingebunden“, resümierte der Landrat, der Dieter Sander vor Jahren liebend gerne als Beigeordneten in der Kreisspitze gesehen hätte, als dieser aber aus familiären Gründen sein Mandat nicht wahrgenommen hatte. „Umso mehr freut es mich, dass du dich als Mitglied der FWG-Kreistagsfraktion nicht völlig aus der Kommunalpolitik zurückgezogen hast“, so Rainer Kaul. Dieter Sander übe ein ungeheuere Vorbildfunktion aus, die allerhöchsten Respekt verdiene, ergänzte Hans-Günter Fischer. Es sei eine überaus glückliche Fügung gewesen, dass sich die Eltern Sander nach dem Krieg in Kasbach angesiedelt hätten und dass Dieter Sander dann durch die Liebe zu seiner Hedwig im Ort seinen Lebensmittelpunkt gefunden habe. „Ich gratulieren denjenigen, die 1976 seine Talente erkannt haben. Mit seiner großen Amts- und Lebenserfahrung war er für uns Ortsbürgermeister der VG der Doyen“, erinnerte der VG-Chef. Ausgezeichnet mit einem Gespür für Menschen habe Dieter Sander mit Umsicht und Tatkraft Kompromisse zur Weiterentwicklung der Gemeinden herbeigeführt. „Du bist anderen immer mit Respekt und Fairness begegnet und hast auf deine ausgleichende Art immer den Konsens gesucht“, lobte der Christdemokrat den Freien Wähler.

Acht Legislaturperioden

Nachdem diesem die Sängergemeinschaft Kasbach-Ohlenberg/Unkel ein Ständchen gebracht hatte, dankte Dieter Sander der Kasbach-Ohlenberger Bevölkerung, den Vereinen und den Gemeinderatsmitgliedern, vor allem aber seinen Vorrednern sowie den kleinen und großen Sängern. „Aus meiner Zusagen 1976 für eine Legislaturperiode sind tatsächlich acht geworden. Aber ich möchte diese Jahre nicht missen. Sie haben mein Leben geprägt. Ich bereue keinen einzigen Tag und bin dankbar, die Entscheidung, Bürgermeister zu werden, vor 38 Jahren getroffen zu haben“, so der Altbürgermeister. Die Aufgabe „Dienst für den Bürger“ habe ihm sehr viel Spaß gemacht. „Eigentlich habe ich ja nur meine Pflicht getan, wie ich es beim Amtseide gelobt habe“, resümierte Dieter Sander bescheiden.

VG-Chef Hans-Günter Fischer dankte seinem ehemaligen Stellvertreter, den die Liebe zu seiner Hedwig in Kasbach-Ohlenberg gehalten hat.

VG-Chef Hans-Günter Fischer dankte seinem ehemaligen Stellvertreter, den die Liebe zu seiner Hedwig in Kasbach-Ohlenberg gehalten hat.

Von Wirbelwind-Kindern und Ehrengästen umgeben genossen Hedwig und Dieter Sander die Verabschiedung aus dem Dienst in der Kommune. Fotos: DL

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