Grandiose Prunksitzung der Großen Erpeler KG im Jubiläumsjahr
Ein Feuerwerk aus Spaß und Freud´
Erpel. Nur mit lautem Scheppern der Sitzungsglocke konnte sich Joachim „Waldi“ Waldmann im „Erpeler Gürzenich“, der Turnhalle der Johannes Grundschule, Gehör verschaffen, bevor die Große Erpeler KG (GEK) um die neue Vorsitzende Martina Schwager zur Prunksitzung in die bunt dekorierte Narrhalla einzog. Im 111. Jahr des Bestehens wollte das Elferratsmitglied, das aus gegebenem Anlass wieder die Funktion des Sitzungspräsidenten übernommen hatte, auf die Anfänge des Fastelovend an der Ley hinweisen. Der Einzug des Elferrats wurde von den Stadtsoldaten und der Prinzengarde eskortiert. Das Tambourcorps sorgte auf der Bühne für Stimmung. „Erheben Sie sich von Ihren Plätzen und begrüßen Sie mit mir unsere Tollität, Prinz Oli I. mit seinem Gefolge“, forderte der Präsident die bunt kostümierten Narren auf, unter diesen auch die Landtagsabgeordneten Ellen Demuth, VG-Chef Karsten Fehr und Bürgermeisterin Cilly Adenauer samt Schulleiter Jens Heinroth. Unter frenetischem Beifall der Jecken zog der Narrenherrscher von der Ley mit seinem vierköpfigen Team ein, an der Spitze Prinzenführer Uwe Kochems. Die Rolle des Leibkochs hat Dieter Heck übernommen, während Kai Kruse als Köbes eine Dehydration schon im Ansatz vermeiden wird. Mit dabei als Ordens- und Nädelchenverwalter ist Jörg Buchmüller, für den "Präsi-Rentner Waldi“ die Leitung durch das von seinem Nachfolger zusammengestellte Top-Programm übernommen hatte.
Jubiläumssitzung mit tollem Programm
In letzter Sekunde hatte Oli I. die Erpeler Jecken beim Sessionsstart als „Last-Minute-Tollität“ davor bewahrt, dass sie im Jubiläumsjahr ohne närrischen Führer feiern müssen. So aber konnte das Sessionsmotto umgeschrieben worden: „In Erpel, dat is klar, feiern wir Fastelovend im 111. Johr.
Wir sind mit Herzblut bei der Sache und lassen es jetzt richtig krachen!“
Das nahmen sich zunächst die von Nina Wambach und Marina Schmitz trainierte Kindergarde zu Herzen, die sich direkt die erste, aber nicht die letzte Rakete an diesem Abend verdiente. Und schon nahm das „Luxusproblem“ der GEK seinen Lauf.
Nur unterbrochen vom Trommelwirbel der BlwWiTros aus Linz mit Reminiszenzen an Pop-Größen wie AC/DC und Michael Jackson, strapazierten „Ne komische Hilije“ und „Ne Flachlandtiroler“, zwei Kölner Büttenredner, die Lachmuskeln der Jecken im Saal. Die von Britta Baumann-Peikert trainierte Prinzengarde und Stadtsoldaten präsentierten dann „The Final Countdown“. Diese schickten zunächst Solomariechen Anne Dung ins Rennen, bevor Sarah Kirschbaum und Alexander Alscheid rieten: „Nur nicht aus Liebe weinen!“ Nach dem traditionellen Wibbel stand Kommandant Felix Weber der Sinn, bevor die Tänzer nicht nur „am Himmel die Stääne danze“ ließen, sondern auch die Narrenschar im Saal zum „Hüppe“ brachten, die sich mit einer Rakete bedankten.
Dann bewies et Tussnellche, dass es jedes Jahr im Winter parat steht und dabei kölschen Büttenrednern in nichts nachsteht. Auch Christel Heck ließen die jecken Gäste nicht ohne Zugabe von der Bühne.
Nach dem Gastspiel der KG Köln Worringen eroberte die zweite Grand Dame des Erpeler Fastelovend die Bühne, et Oma Finchen, die aus dem Christinenstift trotz Hexenschuss und Rückenpein wieder in die Heimat gekommen war. An der Spitze der Nahrungskette angekommen, outete sie sich als „AMWM“, anonyme Mettwurstanhängerin. Unmittelbar vor der Pause setzte auch noch Horst Schlemmer seinen „Jakobsweg in Erpel“ zwischen den Tischreihen der Narrhalla fort. Frei nach dem Motto „Sind die Zähne erst mal weg, hat die Zunge freies Spiel“ riss er die Erpeler zu wahren Begeisterungsstürmen hin. „Immer janz dicht dran“ schilderte er als investigativer Auslandskorrespondent seine Erlebnisse in Saudi Arabien. „Bei deren König legste de Ohren an, wenn de se nur mal behältst. Da weiß de Bescheid“, unkte Stefan Heck in der Hape Kerkeling-Paraderolle. Die nächste Rakete war fällig.
Viel Spaß an der Freud´
Nach der Pause wurde vom Hünnijer Prinz Olaf I., vor allem aber von der Gulaschkapell viel Spaß an der Freud´ verbreitet, bevor die Prinzengarde lange nach Mitternacht einen rasanten Schluss unter eine Karnevalssitzung zog, wie man sie selbst bei der Großen Kölner Gesellschaft wohl schon lange nicht mehr erlebt hat.
Die Tanzgruppen begeisterten das närrische Publikum mit tollen Darbietungen.
Um den Nachwuchs muss sich die GEK keine Sorgen machen.
