Politik | 06.05.2015

Analysebericht mit vielen Argumenten „für Alternativen der Energienutzung“ übergeben

„Fakten prüfen, statt Vorurteile pflegen“

Bürgerinitiativen gegen Windkraft in der VG Unkel treffen SPD-Fraktion der VG Unkel und SPD-Mitglieder aus den Gemeinden Rheinbreitbach, Unkel und Erpel

Die drei Bürgerinitiativen übergaben den SPD-Abgeordneten den einen Analysebericht. privat

Rheinbreitbach. „Es geht um einen echten Dialog, einander zu verstehen, ohne den anderen direkt in eine Ecke zu drängen“, meint Gerhard Hausen, Bürgermeister der Stadt Unkel und Mitinitiator seitens der SPD. Hierzu hatte die SPD-Fraktion der VG Unkel die drei Bürgerinitiativen aus der Region unterer Mittelrhein eingeladen, die sich gegen die Windkraftplanung im Naturpark Rhein-Westerwald zusammengeschlossen haben. Sie übergaben allen SPD-Abgeordneten einen Analysebericht, der viele Argumente gegen die Windkraft und für die Alternativen „Erdwärme, Wasserkraft und zum Ausbau von Gesundheitstourismus“ zusammenfasst. Nach der Eröffnung durch die beiden Mitinitiatoren SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Hillen und Dirk Seeling, Sprecher der BI „Romantischer Rhein“, stellte letzterer aus der Sicht eines Leitbildentwicklers dar, welche besonderen Stärken die Region besitzt und wie man diese mit einer Dachmarke, die „Erholung in der Stille, Kreativität, Einklang mit Natur und Mystik“ hervorheben könnte. Er machte die Auffassung der anwesenden Bürgerinitiativen deutlich, dass Windindustrie im Wald der VG Unkel die Wachstumschance auch für Erpel/Unkel/Rheinbreitbach nachhaltig schädigen würde. Aus diversen staatlichen Studien leitete er Umsatzverluste von 15 bis 25 Prozent bei Tages- und Übernachtungsgästen ab, was sich einen sechsstelligen Betrag pro Jahr ausmachen würde. Hinsichtlich der Flugdokumentation des EVM-Gutachtens bezüglich Schwarzstorch und Rotmilan sind die BIn und der BUND Siebengebirge der Auffassung, dass der Gutachter nichtnachvollziehbare Schlüsse gezogen hat, zumal er vor einem Jahr bei gleicher Sachlage sogar selbst zu anderen Schlüssen kam. Die von Roland Kohler vorbereiteten Unterlagen zeigten auf, dass die Flugbewegungen von Schwarzstorch und Rotmilan sowie anderer Arten in den „Restflächen für Windkraftanlagen am Auge Gottes“ genauso dicht und häufig wie in den Ausschlussgebieten sind.

Alternativen vorgeschlagen

Den BIn ist wichtig, auch Alternativen für Energienutzung und Klimawandel vorzuschlagen: Erdwärme und Wasserkraft. Bernd Rittershaus von der BI „Naturpark Leben zwischen Rhein und Wied“ konnte bereits den dortigen VG-Bürgermeister Mahlert davon überzeugen, dass es sich lohnt, Wasserkraft als grundlastfähige Energiegewinnungsform zu prüfen. Andreas Winters von der BI „Romantischer Rhein“ stellte ein Grobkonzept vor, wie die Gemeinde als Gesellschafter eines Erdwärmenetzes dauerhaft ausreichend genug Raumwärme für die ganze Gemeinde erzeugen kann und gleichzeitig damit Geld verdient.

Michael Reinert als Vertreter für die BI „Naturpark Pur“ äußerte seine Vermutung, dass es hinsichtlich des Umfangs der geplanten Windindustrie nicht um drei oder fünf Windräder gehe, dass die ersten Windräder nur der Einstieg in einen größeren Windpark sein dürften. „Wenn sich die ersten Windräder drehen, wird das nachteilige Auswirkungen auch auf die Tiere in den jetzt noch geschützten Bereichen am Asberg haben. Welche Begehrlichkeiten das bei EVM weckt, liegt auf der Hand“, so Reinert.

Ralf Lüdecke, Sprecher der BI „Naturpark leben zwischen Rhein und Wied“ und Abgesandter im Leader-Projekt, vertrat die Position, dass die Windkraftplanung allen sonstigen Zielen der Regionalentwicklung und des VG-übergreifenden Konzeptes Leader widerspricht. „Entscheidungen sollten auch unter Berücksichtigung der Folgen für die Nachbarn getroffen werden.“

„Konstruktiver, fachkompetenter und wertschätzender Meinungsaustausch“

Der Bürgermeister von Rheinbreitbach, Wolfgang Gisevius, äußerte sich zufrieden darüber, dass der Meinungsaustausch zwischen Befürwortern in der SPD und Gegnern der Windkraftpläne so „konstruktiv, fachkompetent und wertschätzend von beiden Seiten geführt wurde“. „Wir kommen ohne die Bereitschaft, auch unseren Teil zur Stromgewinnung“ zu leisten, nicht aus dem Atomkraft- und Kohledilemma raus“, formulierte Wolfgang Reimann von der SPD die Auffassung der Teilnehmer, die die Nutzung der Windkraft auch in dieser Region weiterhin für sinnvoll halten.

Die SPD-Fraktion der VG Unkel will weiterhin, so Ralf Hillen, alle Argumente, auch von der BI, prüfen, und begrüßt einen weiteren sachlichen Meinungsaustausch zum Thema „Chancen und Risiken von Windkraftanlagen in unserer Gemeinde“ ebenso wie die Prüfung anderer Möglichkeiten zum Ausbau regenerativer Energien in der Region.

Bürgerinitiativen

Pro Naturpark Pur e.V. /

Leben zwischen Rhein und Wied /

Romantischer Rhein

Fraktion der SPD in der VG Unkel

Die drei Bürgerinitiativen übergaben den SPD-Abgeordneten den einen Analysebericht. Foto: privat

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