Politik | 17.09.2014

hDie Gleichstellungsbeauftragte der VG Linz, Astrid Thol, legte ihre Tätigkeitsbericht vor

Fischer startete 2. Amtszeit mit einem Appell gegen Blockbildung

Linz. Harmonisch verlief die 3. Sitzung des Verbandgemeinderates Linz, die erste nach der Wiederwahl von Hans-Günter Fischer als Verwaltungschef, Mitte voriger Woche. Auch wenn lediglich der CDU-Fraktionsvorsitzende Achim Nonnen zumindest im öffentlichen Teil seinem Parteifreund gratulierte und sich auf die Fortsetzung einer erfolgreichen Arbeit freute, von der vorangegangenen „Schmutzkampagne“ während des Wahlkampfes war keine Rede.

Gute Ideen sind willkommen

„Ich danke allen, die am Sonntag Demokratie ernst genommen haben und zur Wahl gegangen sind, um so ihrer Verantwortung gerecht zu werden“, so Hans Günter Fischer. Sein besonderer Dank galt natürlich den 4.028 Linzern, die ihm den Auftrag erteilt hatten, seine Arbeit fortzusetzen. „Ich biete nicht nur meiner ersten Beigeordneten, Andrea Sünning-Löhr und ihrem Kollegen Hermann Kröll eine vertrauensvolle Kooperation an. Willkommen sind gute Ideen jederzeit parteiübergreifend, von welcher Seite auch immer. Dabei setze sich auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung“, betonte der VG-Chef. Er werde den eingeschlagenen Kurs mit Nachhaltigkeit und Energie fortsetzen, der auch von einer sehr guten Zusammenarbeit mit anderen Kommunen geprägt sei. „In der Vergangenheit sind unsere Abstimmungen meist einstimmig in großem Konsens ausgefallen, was meinem Wesen entspricht. Wer mich kennt, weiß, dass ich einen um Ausgleich bemühten Charakter habe, denn nur so kann man wirklich gute Ergebnisse erzielen“, hob Hans-Günter Fischer hervor. Einer Blockbildung nach Faktionen oder gar einen Abschottung sei der falsche Weg. Entsprechend lade er jeden ausdrücklich ein, zu den Konzepten der VG inhaltlich seinen Beitrag zu leisten. „Ich formulieren diesen Appell extra etwas ausführlicher angesichts der teils sehr persönlichen Angriffe während der Schlussphase des Wahlkampfes“, so der Verbandsbürgermeister. Von dem nicht besonders ansprechenden Stil habe sich die Kasbach-Ohlenberger FWG aus der Gemeinderatssitzung zwei Tage zuvor dankenswerter Weise distanziert. „Die Bevölkerung hat einen Anspruch darauf, dass wir in ihrem Interesse gute Arbeit leisten und ich lade alle ein, diesen Weg mitzugehen“, beendete er sein Statement. Im Anschluss daran trug die Gleichstellungsbeauftragte der VG, Astrid Thol, ihren Tätigkeitsbericht vor. Diesen begann sie mit der positiven Veränderung im Landkreis Neuwied, da in diesem erstmals seit 1995 in allen acht Verbandsgemeinden, wie auch in der Stadt Neuwied eine Gleichstellungsbeauftragte im Einsatz ist, wobei sie selber in Linz und Unkel aktiv ist.

15. November ‚Start-up’-Veranstaltung

„Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten versteht sich als Querschnittsaufgabe, die alle Lebensbereiche von Frauen betreffen kann. Vorrangige Arbeitsschwerpunkte habe ich unter Berücksichtigung der Anfragen und Bedürfnisse aus der Öffentlichkeit, aber auch entsprechend der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung in Verbindung mit politischen Entscheidungen festgelegt, die sich nachteilig auf frauenrelevante Belange auswirken“, erklärte Astrid Thol einleitend. Im Vordergrund standen dabei die Themenkomplexe „Chancengleichheit auf den Arbeitsmarkt und beruflicher Wiedereinstieg“ sowie angesichts der Kommunalwahlen in diesem Jahr die „Politische Teilhabe von Frauen in kommunalen Gremien“. Das Ziel sei gewesen, Frauen verstärkt für ein politisches Engagement und die Mitarbeit zu motivieren, indem diese einerseits vom passiven Wahlrecht Gebrauch machen, gleichzeitig aber auch sich selbst als Kandidatin aufstellen und wählen lassen. Von übermäßigem Erfolg waren diese Bemühungen nicht geprägt, wie ein Blick nicht zuletzt auf den Linzer VG-Rat verdeutlichte, auch wenn dieser über eine weibliche Erste Beigeordnete verfügt. „Alle gewählten Mandatsträgerinnen sind am 15. November zu einer zentralen ‚Start-up’-Veranstaltung eingeladen, auf welcher etwa Fortbildungswünsche abgefragt und Netzwerkbildungen unterstützt werden“, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte. Hinsichtlich des Wiedereinstiegs von Frauen nach der Familienpause in den Beruf würden in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Neuwied und der Beratungsstelle „Frau und Beruf“ in Bad Neuenahr/Ahrweiler weitere Info-Veranstaltungen angeboten.

Aktionstag am 28. November

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Aktionen anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt, an dem unter anderem die Frauenbegegnungsstätte „Utamara“ in Kasbach besonders aktiv ist. „Wir haben in beiden Vorjahren mit der Interventionsstelle der Caritas, der Polizeiinspektion Linz und dem Weißen Ring einen Aktionstag in der Linzer Fußgängerzone zu diesem Thema durchgeführt darüber hinaus weitere lokale Beratungs- und Hilfsangebote gemacht. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist am 28. November in der Mittelstraße an der Sparkasse geplant“, so Astrid Thol. Außerdem wies sie auf die geringere Bezahlung von Frauen bei gleicher Arbeitsleistung wie ihrer männlichen Kollegen hin. „Aber auch die Tatsache, dass vor allem Frauen geringbezahlte Tätigkeiten ausüben, so dass ihre Rentenansprüche äußerst gering ausfallen, ist noch nicht ausreichend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Wir wollen vor allem junge Frauen über die Fallen und Risiken der weiblichen Erwerbsbiografie sowie über mögliche Strategien zur besseren Altersversorgung informieren, indem wir zu der Inforeihe ‚Altersarmut – Frauenarmut’ einladen, die im September in Linz beginnt“, beendete die Gleichstellungsbeauftragte ihren Tätigkeitsbericht.

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