Allgemeine Berichte | 13.01.2016

Entwicklungsagentur Unkel

Forschungsprojekt Baukultur konkret vorgestellt

EA Unkel einer von zwölf bundesweiten Teilnehmern

In den Räumen der Burg Unkel stellte die Entwicklungsagentur mit Architekturfachleuten der Alanus Hochschule das Projekt vor. DL

Unkel. Zu Vorstandsmitglied Clemens Freiherr von Weichs in die ehemaligen Wirtschaftsräume der Burg Unkel hatte der Vorsitzende der Entwicklungsagentur (EA)Unkel, Rex Stephenson zusammen mit seinem Stellvertreter Daniel Schmitz und Stefan Wichmann Mitte voriger Woche eingeladen, um das Projekt „Baukultur konkret“ vorzustellen. Die im Mai 2014 ins Leben gerufene Initiative hatte sich erfolgreich für eine Teilnahme beworben und war mit elf weitere Gruppen in das bundesweite Forschungsprojekt aufgenommen worden. „Auf das Projekt ‚Historische Stadtbereiche - Städtebaulicher Denkmalschutz‘, das unserer Kulturstadt am Rhein über 15 Jahre hinweg finanzielle Mittel für eine Aufwertung von Problemgebieten und die Entwicklung ganzheitlicher Projekte verspricht, ist Stadtbürgermeister Gerard Hausen beim traditionellen Neujahrsempfang ausführlich eingegangen. Unser Thema heute Abend ist weiterführend, indem wir mit der Initiative ‚Baukultur‘ einen Mosaikstein in dem Prozess vorstellen, zusammen im Dialog mit Unkeler Bürgern Möglichkeiten zu erarbeiten, die Stadt baulich weiterzuentwickeln und so für die Zukunft fit zu machen“, erklärte der EA-Vorsitzende.

Unterstützung durch das Forschungsteam Baukultur konkret

Helfen bei diesem soziokulturellen Prozess wird den Unkelern das Forschungsteam „Baukultur konkret“ der Alanus Hochschule um Professor Florian Kluge, zu dem auch Professor Swen Geiss sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Miriam Hamel gehören die das Projekt kurz vorstellten. „Bearbeitet wird dieses im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-, und Raumforschung (BBSR) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) „Baukultur konkret“, zu der das Leipziger Büro für Urbane Projekte, der österreichische Verein ‚LandLuft‘ zur Förderung der Baukultur in ländlichen Räumen und eben wir, der Fachbereich Architektur der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter gehören“, so Swen Geiss. Begleiter und Partner des Forschungsprojekts ist die Bundesstiftung Baukultur, eine unabhängige Einrichtung mit Sitz in Potsdam. Sie tritt für die Bedeutung der Baukultur ein, da diese einen wesentlichen Faktor der Lebensqualität sowohl in den Städten als auch auf dem Land darstellt. Die Stiftung habe sich zum Ziel gesetzt, die gebaute Umwelt zu einem gemeinschaftlichen Anliegen zu machen, und trete daher als Interessenvertreterin für hochwertige Bauplanung und -umsetzung aufm, erklärte der Professor.

An der baukulturellen Entwicklung einer Gemeinde, einer Stadt oder einer Region zu arbeiten, kann vieles bedeuten: die Arbeit in Dorf- und Stadterneuerung, die Gestaltung konkreter Plätze, Straßenräume und öffentlicher Bauten, die strategischen Überlegungen bei der Entwicklung von Neubaugebieten, die Pflege von Baudenkmälern, die Umnutzung von Leerständen, der gezielte Rückbau, die Aufarbeitung der Siedlungsgeschichte, die kompetente Beratung von Bauherren oder das Experimentieren mit partizipativen Planungsprozessen. „Egal worum es sich handelt: Zur Unterstützung und Förderung von ‚Baukultur in der Breite‘ ist eine kompetente Beratung der Arbeit der Akteure vor Ort sinnvoll und hilfreich und daran setzt das Forschungsprojekt konkret an“, betonte Swen Geiss. Es gehe darum, Kenntnisse über den Stand von Baukulturinitiativen in ganz Deutschland zu gewinnen und die Hindernisse und Beschränkungen ihrer Arbeit zu erfassen und zu bewerten. Durch konkrete Interaktion vor Ort würden im Rahmen des Projekts zudem konkrete Hilfestellungen bei der Durchführung von baukulturellen Initiativen und Projekten im gesamten Bundesgebiet ermöglicht.

Baukultur Thema für Jedermann

„Früher hat man Baukultur als ein Thema ausschließlich für Professionelle angesehen. Inzwischen har man aber erkannt, dass möglichst viele Bürger, also auch Laien in einen entsprechenden Dialog einbezogen werden müssen“, so der Professor. So habe sich das Alanus-Team schon im Dezember mit EA-Mitgliedern zusammengesetzt um zu klären, wie man eine breitere Öffentlichkeit für dieses „Thema für Jedermann“ sensibilisieren und so zur Mitarbeit motivieren könnte. „Gemeinsam haben wir ein ‚Dialog-Programm‘ erarbeitet, berichtete Miriam Hamel. Start ist bereits Mitte dieses Monats mit einer Reise von EA-Vertretern nach Leipzig, um von dem Projekt-Teilnehmer, der „Öffentlichen Werkstatt Baukultur konkret“ zu erfahren, wie diese vorgeht und ob davon etwas auch für die kleinere Kulturstadt am Unkel relevant sein könnte.

„Die in Leipzig gewonnenen Erfahrungen werden zusammen mit einem Impulsvortrag zum Thema ‚Baukulturelle Prozesse‘, den ein Forschungspartner aus dem Planungsbüro Leipzig hält, schon am Donnerstag, 21. Januar, in geselliger Stammtisch-Atmosphäre in Unkel vorgestellt“, so zusammen mit dem Impulsvortrag eines Forschungspartners aus“, so wissenschaftliche Mitarbeiterin. Am Freitag, 26. Februar, geht es dann mit der Eröffnung einer „Baukultur-Wanderausstellung“ weiter, auf der Architekturstudenten der Alanus-Hochschule eine künstlerische Raumintervention in der Unkeler Altstadt präsentieren. Am ersten Montag im März wird dann der Film „Ort schafft Orte“ gezeigt, in dem es darum geht „Wie Baukultur Menschen und Orte verändert“.

Das alles seien unterstützende Maßnahmen, um in der Bevölkerung eine Prozess in Gang zu setzen, Projekte und Workshops zum Thema „Baukultur“ anzustoßen und weiterzuentwickeln. „Arbeitsgruppen, die sich mit Spezialgebieten befassen, haben wir in Unkel genug. Bei diesem Projekt geht es darum aufzuzeigen, wie sich Bürger engagieren können, um gute Ideen in Architektur, Freiräume und Städtebau Wirklichkeit werden zu lassen“, betonte Daniel Schmitz, der Leiter und Ansprechpartner für „Baukultur konkret“ in Unkel ist.

In den Räumen der Burg Unkel stellte die Entwicklungsagentur mit Architekturfachleuten der Alanus Hochschule das Projekt vor. Foto: DL

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