Große Linzer KG bescherte außerirdisch-närrische Prunksitzung
Haitatai-Invasoren um Prinz Tobi I.
Darth Vader und die Artilleristen sorgten für eine Bombenstimmung
Linz. „Ich würde glatt noch mal reinkommen, so schön war dat. Wenn mer üch sieht, dann jeht einem et Hätz op“, schwärmte Prinz Tobi I. „vun de jröön-wiesse Husarenfamillich“ aus dem Hause Derek, nachdem er am Samstagabend wiesse Ruusen werfend mit seinen Adjutanten-Brüdern Hendrik und Holger in die Stadthalle von Linz eingezogen war. „Begrüßt mit mir unsere Tollität mit eine dreifachen Alaaf hatte die Präsidentin der Großen Linzer KG, Yvonne Adams-van Beek die bunt kostümierte Narrenschar kurz zuvor aufgefordert, nachdem sie mit den „Cremeschnittchen“ vom Elferrat um Kommandant Martin Flöck auf der Bühne Platz genommen hatte.
Allein gekommen war das Linzer „Dreigestirn“ natürlich nicht, das die Strünzer Narren unter dem Sessionsmotto „Linz is bunt, jeck un willich, Linz is ne jroße Fastelovendsfamillich“ regiert. Begleitet hatte es sein Jubiläumscorps, die Grün-Weißen Husaren um Kommandant Nihat Kökce samt dem Musikzug unter Leitung von Edgar Hausen. Zunächst aber schmetterten die „3 Ds“ gemeinsam das Prinzenlied, nachdem sie sich - Hacke - Spitze, Hacke - Spitze, 4 Jahreszeiten links - vier Jahreszeiten rechts“ - über die Bewegungsabfolge bei der Tanzeinlage angestimmt hatten. Dann schickten die Husaren ihr von Kai Augsburger trainiertes Tanzpaar, Sarah Korf und Genadi „Günni“ Winnekes, ins Rennen, bevor sich diese in die Männertanzgruppe einreihten, um die mit Alina und Jan Plag einstudierten Darbietungen zu präsentieren. Damit nicht genug, bewiese die grün-weiße Damen doch mit „Let’s rock“, dass Elvis immer noch lebt.
„Isch bin fädich“, bekannte dann Nihat Kökce und machte so die Bühne frei für die Hunnen, die ihre JA-Väterchen, den janz ahlen Attila Wolfgang Kuhsel „vom Speicher geholt“ hatten, der den Jecken im Saal rassige Samba-Tänzerinnen von der Copacabana versprach, die seine Truppe bei WM-Besuch in Brasilien gewonnen hatte. Allerdings zeichneten sich die teils recht stark gebauten Urlaubsmitbringsel durch Bartwuchs aus und belegten, dass nicht nur dicke Mädchen schöne Waden haben.
Dann konnte et „Yvönnche“ das Corps ankündigen, in dessen Farben sie sich immer noch, wen auch die letzte Session, kleidet. Die Blau-Wiessen um Kommandant Bernd Rechmann zogen auf samt Tanzgruppe um das Tanzpaar, Maria DiPrima und Niklas Brockhaus, sowie natürlich der „Bla-Wi-Tro“ von Stefan Klein und Theo Schmahl. Die zog als Husarenverschnitt das Jubiläumscorps durch den Kakao und warnten. „Zieht Euch warm an!“, während Rudolf Honnef auf dem „Steckenpferd-Aktivenhengst Festes“ über die Bühne trabte.
„O wie is dat schön“, schmetterten kurz darauf die Linzer Fanfaren vom TV 1882 um Michael Weinberg. Mit dem zweiten Teil dieses Schlagers aber langen sie grundfalsch. Nachdem sie sich mit „Bye, bye my love, maach et jood“ ins „Helau-Land“ verabschiedet hatten, bekamen die Jecken im Linzer Gürzenich wat ze seh’n, wat so schön wor, wie nix jet zevor. Außer Rand und Band war die Narrenschar entsprechend, als sich die grün-weiße Invasion mit dem gefürchteten Diener des Imperators, Darth Vader, deutlich zu erkennen an seinem pechschwarzen Metalleimer als Helm und dem gefährlichern Lichtschwert, auf der Bühne ergoss. Ihre wahre Gestalt zeigten die Truppe des Skywalker-Sohns aber erst, nachdem die gesichtslosen Aliens zu Joe Cockers „You can leave your hat“, einen Striptease hingelegt hatte. Zurecht hatte Darth Vader asthmatisch-rauchig gewarnt: „Haltet Eure jückije Wiever fest!“, bevor sich seine Kämpfer im hautengen, grasgrünen Zentai-Ganzkörperanzug um ihn scharten. „Der Todesstern is kapott. Mir mim ‚Schpeeiss-Taxi‘ över Düsseldorf un Kölle no Linz jekumme“, krächzte der Büttel des Imperators, um gleich darauf die Saalband zu warnen: „“Passt op do. Wenner noch emol tuscht, werden he Jobs frei. Isch han Üsch im Blick!“
Der eigentliche Grund für den Linzbesuch aber war ein ganz anderen als die Vernichtung seiner Heimat. „He im Rathaus herrscht die Faust. Dat hat den Imperator ärsch beeindruckt“, so Darth Vader. Nutzen wird dat den Schraate vom Hännesjetheater samt ihrem Herschi beim Rathaussturm der Linzer Tollität am Karnevalssonntag aber nichts. „Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. Tobi, ich bin dein Vater. Du bist unsere schwarze Seite der Macht im Linzer Fastelovend, die mir natürlich unterstützen“, so der intergalaktische Schwatte.
Schon da klagte nicht nur Yvonne Adams-van Beek über ’ne Jesichtslähmung un arjes Buchping“. Raderdoll wurden die Jecken im Saal, als Darth Vader nicht nur das Dreigestirn, sondern auch die Präsidentin zu sich bat, damit sie zusammen mit seinen „Haitatai-Söldnern“ um TRaumschiff-Kommandant „Spucki“, hinter dem sich niemand anderes als Tobis Prinzen-Vorgänger, der Commodore der Artilleristen Christian Sieberts verbarg, „a shower to the left, a shower to the right“ über die Bühne schwappen lassen konnten.
„Da sinn mer us einich. Mir bruche keine der us säht, wie mer Fastelovend fiere dät!“, kommentierten die Jecken im Saal diesen intergalaktisch-tollen Auftritt, den Nicole Derek mit den Schweren Artilleristen einstudiert hatte. „Das war absolute Spitze“, jubelte auch die Präsidentin und zündete die erste Rakete der Prunksitzung, die nach diesem intergalaktischen Auftritt der vorgesehenen Zeit gut 30 Minuten hinterherhinkte. Gut, dass mit Ur-Herseler „Strunz un Bügel“ ihre jecken Verzällcher vom „Buchnabels-Jupp“ und dem „Gümmi.Nasigum“-Besuch oder von ihrer Teilnahme bei „Wer wed Milligonäher“ vom Günni Jauchzt auswärtige Kräfte ihren Auftritt schon hinter sich hatten. Warten mussten allerdings die „Bond-Mädchen“ unter Leitung von Sabrina Polifka und Kommmandeuse Verena Kremer, die Rittmeister Tobias Grunwald und der Vorsitzende der Roten Husaren, Bernd Berg, zusammen mit MI5-Superagent 007 aus Großbritannien mitgebracht hatten. Mit dabei hatten sie natürlich auch den im Vorjahr gegründeten Musikzug „Blechjedöns“ um Wolfgang Steiger und den musikalischen Leiter Dominik Arz. Es war kurz vor Mitternacht als die Stadtsoldaten mit ihrem Tanzpaar Hanna Bahles und Stefan Willscheid sowie dem Musikzug unter Leitung von Markus Mollberg einzogen und mit ihrem Sänger Jan Erik Burkhard für ein furioses Ende der Prunksitzung sorgten.
Mit 007 und den Bond-Girls zogen die Roten Husaren in die Stadthalle ein.
Mit einem Striptease entpuppten sich die Invasoren als gesichtslose knatsch-grüne Aliens.
