Politik | 11.07.2014

Landrat Rainer Kaul verabschiedete ausgeschiedene Kreistagsmitglieder

Hermann Ilaender engagierte sich 30 Jahre für das Gemeinwohl

Neben ausgeschiedenen Mitgliedern ehrte Landrat Rainer Kaul Ute Starrmann und Wolfgang Kunz (beide SPD) bzw. Werner Wittlich (CDU) für langjährige Kreistagsmitgliedschaften.  FF

Kreis Neuwied. Einen reibungslosen Übergang von ehemaligen zu neuen Kreistagsmitgliedern bot die konstituierende Kreistagssitzung vergangene Woche. Landrat Rainer Kaul nahm nicht nur die neunzehn neuen Abgeordneten per Handschlag auf, sondern bedankte und verabschiedete sich mit Urkunde und Präsenten von den langjährigen Weggefährten, die als Ehrengäste eingeladen waren. Zum Teil brachten die es auf ganz beträchtliche Zugehörigkeiten. Allen voran Hermann Ilaender, der dem Kreistag seit 1984 angehörte und als ältestes Ratsmitglied die Sitzung alljährlich bei der Entlastung des Kreisvorstands leitete. Landrat Rainer Kaul wandte sich an Ehemaligen: „Sie konnten in einem der ältesten Landkreise von Rheinland-Pfalz maßgeblich Kommunalpolitik mitgestalten und damit den Kreis mit seinen Städten und Gemeinden so weiter entwickeln, dass er nicht nur der viertgrößte, sondern auch einer der wirtschaftsstärksten und attraktivsten im Lande ist. Es kann uns alle mit Freude und Stolz erfüllen, was in den zurückliegenden Jahren im Landkreis Neuwied trotz manch schwieriger Rahmenbedingungen und Widrigkeiten erreicht werden konnte. Zweifelsohne konnte die Wohn-, Arbeits- und Lebensqualität in den zurückliegenden Jahren erheblich verbessert werden. Natürlich war die Geschichte und Entwicklung unserer Heimat nie sorgenfrei. Nie war genügend Geld da, immer musste gespart und konsolidiert werden, aber dennoch ist die Bilanz dessen, was geschaffen bzw. auf den Weg gebracht werden konnte, außergewöhnlich positiv“. Als Beispiele nannte er die Sicherung und Fortentwicklung der Schullandschaft durch Fortschreibung eines zukunftsfähigen Schulentwicklungsplans, die damit verbundene Übernahme von zehn Schulen in die Trägerschaft des Kreises und den Ausbau und die Sanierung von 27 Schulen. Weiter nannte der Landrat den Ausbau der Kindertagesstätten, die Weiterentwicklung der Abfallentsorgung, die Verbesserung und Vernetzung des ÖPNV, die Verschmelzung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, den Aufbau des Job-Centers und die Klage gegen das Land wegen des unzureichenden Finanzausgleichs. Höhepunkte aus dem kulturellen und touristischen Bereich seien Rheinsteig, WW-Steig, Roentgen-Museum, Römerwelt, Willy-Brandt-Forum, Bruchhäuser-Stiftung und Monrepos. Verwaltungsintern erinnerte er an die Umstellung des Rechnungswesens auf die kaufmännisch orientierte Doppik zu einem Zeitpunkt, als die meisten Landkreise noch nicht so weit waren. Resümierend sagte Rainer Kaul: „Es gab also in all den Jahren viel zu tun und man kann fast den Eindruck gewinnen, dass besonders in den letzten Jahren außergewöhnlich viel Arbeit auf den Gremien des Kreistages und somit auf jedem einzelnen Kreistagsmitglied lastete. Denn die Kassen sind seit Langem leer und die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten beschäftigte uns in vielen Sitzungen und ich gehe davon aus, dass dies auch dem neuen Kreistag so ergehen wird. Ich will mich davor hüten, eine Wertung über die Schwere der Aufgaben einzelner Wahlperioden vorzunehmen. Ich glaube vielmehr, dass jede Zeit ihre besonderen Anforderungen und Herausforderungen hat, auf die entsprechende Lösungen gefunden werden mussten und weiterhin gefunden werden müssen“. Bei den Ehrengästen bedankte er sich dafür, dass jeder Einzelne seine Stärken, Gaben, Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und seine Persönlichkeit in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hatte. Trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen sei die Zusammenarbeit von gegenseitiger Achtung und Respekt füreinander gewesen. Bis zu sieben Jahre waren dabei: Ulrich Neitzert, Jutta Wertenbruch, Wilfried Huhn, Helga Sterzenbach, Wolfgang Collet, Uta Schellhaaß, Andrea Niebergall, Gert Winkelmeier, Ludwig Stolz, Sylvia Herzog, Alfons Kessler und Peter Hof. Neben der Urkunde bedankte sich der Landrat bei Jürgen Mertgen, Markus Wagner und Bernd Benner mit zwei Flaschen „Kreiströpfchen“ und dem Möbel-Design-Buch „Roentgen, Thonet und die Moderne“ für zehn Jahre Mitarbeit. Für 15 Jahre Treue und drei Wahlperioden zeichnete er Rainer Dillenberger, der zudem sechszehn Jahre Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf war, aus. Den Wappenteller des Landkreises erhielt Renate Pepper für 20 Jahre Kreistag. „Sie hat sich durch ihre engagierte und sachkundige Mitarbeit außerordentliche Verdienste erworben“, so Rainer Kaul. Der Landkreis hätte erheblich von ihrem Landtagsabgeordnetenmandat und den damit verbundenen Kontakten und Möglichkeiten profitiert. In unterschiedlichen Wahlperioden brachte es Karl-Heinz Esch von 1974 bis 1979 und von 1994 bis 2014 auf 25 Jahre Kreistagszugehörigkeit. Ganz tief Luft holen musste der Landrat bei Hermann Ilaender, als er dessen Aktivitäten aus 30-jähriger Ratszughörigkeit aufzählte. Er nannte die Mitgliedschaften und Zugehörigkeit in über einem duzend Ausschüssen, Gremien und Kuratorien. Als Dankeschön erhielt Hermann Ilaender eine edle Holzschatulle, die an die berühmten Möbelkünstler Abraham und David Roentgen erinnert, und von Schreinermeister Kurt Lindenlauf gefertigt wurde.

Verabschiedung der Beigeordneten Franz und Neitzert

Das Ergebnis der Kommunalwahl bringt einen neuen Kreisvorstand mit sich. Für Hans-Werner Neitzert aus Oberraden, seit Juli 2009 zweiter Beigeordneter und Udo Franz aus Ascheid, seit Juli 2009 dritter Beigeordneter, endet damit jeweils die Amtszeit. Hans Werner Neitzert war bislang für den Geschäftsbereich IV (Veterinärwesen, Verbraucherschutz, Agrarförderung und Gesundheitsamt) zuständig. Udo Franz hatte den Geschäftsbereich III (Soziales) inne. Da die neuen ehrenamtlichen Beigeordneten keine eigenen Geschäftsbereiche mehr haben, wird es zukünftig nachfolgende Neuordnung geben: Der Geschäftsbereich IV fällt in die Zuständigkeit des ersten Beigeordneten Achim Hallerbach. Die Abteilung Soziales geht an Regierungsdirektorin Hildegard Person-Fensch.

Neben ausgeschiedenen Mitgliedern ehrte Landrat Rainer Kaul Ute Starrmann und Wolfgang Kunz (beide SPD) bzw. Werner Wittlich (CDU) für langjährige Kreistagsmitgliedschaften. Foto: Foto: FF

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