Dattenberg feierte vier Tage lang Kirmes
Junggesellenverein feierte gebührend sein 255. Stiftungsfest
Dattenberg. Mit einem Fackelzug durch den Ort eröffneten die Dorfvereine von Dattenberg die Kirmes im Rööpeland. Im Mittelpunkt des viertägigen Festes stand dieses Jahr aber zunächst das 255. Stiftungsfest der Junggesellen. Befreundete Vereine aus nah und fern bevölkerten am Samstag den Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus, um sich nach ausgiebiger Stärkung in den von Hauptmann Sebastian Donner und Leutnant Benjamin Wegener angeführten Festzug der Gastgeber durch den Ort einzureihen.
Zuvor aber stand das Preisfähndelschwenken auf dem Programm, zu dem die Fähnriche Raphael Schwarz, Max Homscheid, Robin Randt, Oliver Schneider, Nico Grunwald und Kilian Birrenbach antraten, währen Hendrik Sartor und Christian Felten das Teilnehmerfeld komplettierten, ohne dass ihre Leistungen für den ebenfalls ausgeschwenkten Amtspokal der Verbandsgemeinde Linz gewertet wurden.
Sie alle stellten sich im Saal des Bürgerhauses der vierköpfigen Jury. Lange sah es so aus, als ob der Amtspokal in Dattenberg bleiben würde, dann jedoch konnte Kilian Birrenbach ausgerechnet beim letzten Schlag die Fahne nicht festhalten, sodass Max Homscheid noch vor seinem Vereinskameraden Robin Randt den Amtspokal nach Kalenborn entführte. Beim Preisfähndelschwenken musste sich der Kalenborner als insgesamt Zweiter jedoch Hendrik Sartor aus Bad Hönningen geschlagen geben. Ausgezeichnet wurden die Sieger des Schwenkens erst gegen Mitternacht. Da hatte die Cover-Band „Saint“ das Rööpeland vier Stunden lang rocken lassen. Ein Ende der Rocknacht war aber nach der Preisverleihung noch lange nicht abzusehen. Entsprechend schwer dürfte das Wecken der Honoratioren ab 7 Uhr am Sonntagmorgen, auf das die Messe in der Kirche „Heilige Schutzengel“ folgte, einigen Junggesellen gefallen sein. Ausruhen konnten sie sich aber beim anschließenden Bürgerfrühschoppen. Vor diesem ließen dann Hauptmann Sebastian Donner und Leutnant Benjamin Wegener um 16.30 Uhr den Königszug antreten, um die Junggesellen-Majestäten Paul Kuhn und Marion Schmitz abzuholen. Diese erwarteten ausnahmsweise gemeinsam den Zug, wollte Königin Marion den Junggesellen doch den weiten Weg bis zum Hof Ronig ersparen. Dafür berücksichtigten diese die Verletzung der Majestät und stellten dem Königspaar für den Weg zum Feuerwehrgerätehaus, wo sie von Bürgerkönig Ralph Westerhoff erwartet wurden, ein Cabrio zur Verfügung. Angeführt vom Dattenberger Tambourcorps „Frohsinn“, erreichte der Königszug so das Etappenziel, an dem schon alles für eine mehr als fürstliche Bewirtung vorbereitet war, das vor allem die „Ohlenberger“ genossen.
Mit diesen sind in Dattenberg die eigenen JGV-Ältesten gemeint. Diese tragen den Namen, seitdem sich auf einer Kirmes in der Nachbarschaft einige nicht so ganz manierlich benommen haben sollen. Auf die Frage, wo diese denn herkämen, hatte man diesen als „Ohlenberger“ ausgegeben.
Ein Privileg dieser „Ältesten“ ist neben dem obligatorischen Rööpe-Schwingen, dass sie aus dem Königszug ausscheren dürfen, um sich eine Abkürzung zu erlauben. Davon dürften sie auch dieses Jahr Gebrauch gemacht haben. Nicht ganz so fröhlich verlief der Abschlusstag der Dattenberger Kirmes, formierte sich doch am Abend der Trauerzug der Junggesellen. Denn auch im Rööpeland findet die Kirmes mit der Beerdigung des Kirmesmanns traditionell ein tränenreiches Ende.
Im offenen Cabrio fuhren Paul Kuhn und Marion Schmitz beim traditionellen Königszug durch den Ort.
