Bereits zum 42. Mal lud der Kirchenchor Sankt Severinus zum Tag der Kirchenmusik nach Erpel ein
„Machet die Tore weit“
Erpel. Unter dem Motto „Machet die Tore weit“ hatte der Kirchenchor Sankt Severinus Erpel traditionell zum „Tag der Kirchenmusik“ in die ehrwürdige Basilika des kleinen Ortes eingeladen. Und mit dem gleichnamigen Lied von Andreas Hammerschmidt nach Psalm 24 begrüßte er auch die zahlreichen Zuhörer, wobei er vom Kirchenchor des gesamten Seelsorgebereichs der VG Unkel und vom Kammerchor Sankt Pantaleon unterstützt wurde.
„Wie begehen schon seit 1973 jährlich am 2. Advent diesen Tag der Kirchenmusik und seit zwei Jahren arbeiten wir in der Chorgemeinschaft der Seelsorgegemeinschaft unter der Leitung von Kirchenmusiker Martin Monter mit. Es ist erfreulich, dass auch die größere Chorgemeinschaft diese Tradition des Tages der Kirchenmusik aufgreift und weiterführt“, berichtete der Vorsitzende des Erpeler Chors, Hans Simon. Besonders stolz sei er, dass dieses Jahr auch wieder der Kammerchor die Sänger verstärke.
Sopranistin Christa Steege
Nur die Frauen dieser Sangesgemeinschaft intonierten nach dem Stück des evangelischen Barockkomponisten aus Böhmen die moderne Vertonung der Verse nach Jesaja 35, 1-4 „Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet Euch nicht!“ des Engländers Bob Chilcott. Nicht nur der Kammerchor Sankt Pantaleon, auch die Rheinbreitbacher Sopranistin Christa Steege trug zu dem „Tag der Kirchenmusik“ bei. An der Orgel begleitet von dem Bonner Christoph Hamm sang sie die Solo-Arie „Höre Isarael“ aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, bevor sie „Verleih uns Frieden gnädiglich“ mit allen Sängern bat. Diesen verschaffte der Organist mit der Orgelsonate g-moll von Carl Philipp Emanuel Bach, dem berühmtesten Sohn des Thomaskantors, eine kleine Pause.
Kirchenmusik ins Bewusstsein bringen
„Mit diesem Abend wollen wir die Kirchenmusik wieder stärker ins Bewusstsein bringen und Freude an ihr wecken. Natürlich hoffen wir auch, bei Ihnen Interesse an einer aktiven Mitgliedschaft wecken zu können“, so Hans Simon zu den Zuhörern. Diese sollten sich nicht abschrecken lassen von der großen Zahl der Sänger, die gerade vor dem Altar zu sehen gewesen sein. „Die einzelnen Kirchenchöre der Gemeinden, vor allem wir, sind bei den Proben um ein Vielfaches kleiner“, versicherte der Vorsitzende. Oft müssten die Sänger sogar fürchten müssten, alleine einen Auftritt überhaupt nicht bewerkstelligen stemmen zu können. „Lassen Sie sich von unserer Freude an der Kirchenmusik anstecken und kommen sie auch zu der Festmesse am Sonntag, die musikalisch mitgestaltet wird von dem Klarinettisten Valerij Orkin, den Elena Dimitrieva zusammen mit Monter an der Orgel begleitet“, so Hans Simon.
Am Freitagabend ging es zunächst mit dem Kammerchor weiter, der Josef Rheinbergers „Rorate coeli“ anstimmte. bevor er die Zuhörer mit dem Engländer Christopher Tambling aufforderte: „Jubelt, jauchzet und singt!“ Fortgesetzt wurde die Zeitreise durch die Kirchenmusikgeschichte von Christa Steege mit der Sopranarie „Öffne Dich, mein ganzes Herz, aus der Kantate Nr. 61 des berühmten Barock-Komponisten Johann Sebastian Bach. Dessen Zeitgenosse Christoph Graupner war dann mit der Komposition „Wie schön leuchtet uns der Morgenstern“ vertreten, die der Kammerchor vortrug, bevor Christoph Hamm den bekannten Orgelchoral „Nun komme der Heiden Heiland“ intonierte, dem alle Sänger Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ folgen ließen.
„The Time of Snow“
Auch wenn es draußen noch nicht danach aussah, besang Christa Steege anschließend „The Time of Snow“ von Bob Chilcott, dem alle Sänger das Magnificat von Alan Wilson folgen ließen. Weiter ging es mit dem französischen Pianisten und Komponisten Camille Saint-Saens, der als 23-Jähriger das zehnteiliges „Oratorio de Noël“ aus Texte aus der Vulgata und der lateinischen Weihnachtsliturgie geschrieben hat. Mit seiner das Weihnachtsoratorium beschließenden Aufforderung „Tollite hostias“, leiteten die Sänger über zu dem bekannten Adventslied „Tochter Zion“ von Georg-Friedrich Händel. Durch das Programmblatt auch hinsichtlich der zweiten und dritten Strophe textsicher gemacht, stimmten die Zuhörer in das Lied ein, mit dem der „Tag der Kirchenmusik“ in Sankt Severinus ein stimmungsvolles Ende nahm.
