SPD in der Verbandsgemeinde Unkel traf sich zum Stammtisch
Probleme benannt und Erfahrungen ausgetauscht
Flüchtlinge und die Situation ihrer Betreuer standen im Mittelpunkt
Unkel. Kürzlich fand im Café „Zeitgeist“ der zweite Stammtisch der SPD für dieses Jahr statt. Das Besondere ist, dass die SPD Ortsvereine der Verbandsgemeinde im kommenden Jahr diese Stammtische gemeinsam organisieren und dies somit der erste gemeinsame Stammtisch der SPD in der Verbandsgemeinde war - koordiniert von der SPD Unkel und Bruchhausen. Im Vorwort las Bernhard Reuter den §22 des Hamburger Programms von 2007 der SPD vor, indem Deutschland eindeutig als „Einwanderungsland“ benannt wird mit der Erkenntnis, dass Inte-gration notwendig ist und gemeinsame Anstrengung verlangt. Die anwesenden Gäste aus der gesamten Verbandsgemeinde hatten danach die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen und Problemfelder zu benennen. Es werde wirklich viel getan für und mit Flüchtlingen. Aber auch die Grenzen des Engagements kamen auf den Tisch.
Ein wesentliches Statement war, das ein Betreuer nicht mehr als eine Familie unterstützen kann. Die vielen Behördengänge, das Einarbeiten in die notwendigen Organisationsstrukturen, unterschiedliche Vorschriften in den Bundesländern, Fallstricke zwischen den Kulturen und auch die unterschiedliche Herkunft und soziale Stellung der Flüchtlinge in ihrer früheren Heimat machen die Betreuung zur Herkulesaufgabe.
Betreuer vermissen übergeordnete Konzepte
Nach etwas über einer Stunde interessanten Gedankenaustauschs beendete Bernhard Reuter die Sitzung und stellte zusammenfassend fest: „Es gibt viele gute amtliche und ehrenamtliche Initiativen - jedoch fehlt eine übergeordnete Instanz. Der Übergang vom Asylsuchenden zum Asylantenstatus ist mit großen Schwierigkeiten verbunden, wie zum Beispiel der Wohnungssuche. Hier fehlt ein Konzept, und es fehlt professionelle Unterstützung. Die Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus der letzten Jahrzehnte führt jetzt zu steigenden Preisen und der Rivalität zwischen heimischen Wohnungssuchenden und den Asylanten. Der Spracherwerb ist absolut entscheidend für eine Integration. Kurse mit 20 bis 28 Teilnehmern sind sinnlos, da die Menschen nicht in ihrem Lebensumfeld abgeholt und die unterschiedlichen Vorkenntnisse nicht berücksichtigt werden können. Es ist dringend eine Haftpflichtversicherung für die Asylsuchenden und Asylanten notwendig. Frage: gibt es eine Versicherung, die hier mit gutem Beispiel vorangeht? Man darf die seelische und zeitliche Belastung der Betreuer nicht vergessen. Diese Menschen, die bereit sind sich einzusetzen, gelangen oft an die Grenzen ihrer Kräfte. Ein Supervisor und ein runder Tisch zum Erfahrungsaustausch wären unbedingt notwendig. Wir sind uns einig, dass Menschen, die aus Kriegsgebieten flüchten, in Deutschland und auch hier in Unkel eine Bleibe bekommen müssen.“ Was jedoch im Gespräch sehr viele Fragen aufgeworfen hatte, war die Abschiebung von lange integrierten Flüchtlingen aus Albanien, dem Kosovo etc., die sich doch eigentlich längst mit Kraft und Willen in ihr neues Lebensumfeld eingefügt hätten und dort als willkommen aufgenommen wurden. Der nächste Stammtisch findet am 28. Februar 2016 in Erpel statt, ausgeführt vom SPD-Ortsverein Erpel. Willkommen sind alle Bürger. Pressemitteilung des
SPD-Ortsvereins
Unkel und Bruchhausen
