Künstlerresidenz Linz
Richard Wester als erster StadtStrünzer in Linz am Rhein mit Konzert 2026
aus Linz
Linz am Rhein. Zehn Tage lang war das historische Rheintor Wohnort, Tonstudio und musikalische Inspirationsquelle: Vom 1. bis zum 10. Juli 2026 lebte und arbeitete der gebürtige Linzer Saxophonist und Komponist Richard Wester als erster StadtStrünzer der Stadt Linz am Rhein in der neu geschaffenen Künstlerresidenz. Er komponierte, begegnete zahlreichen Menschen und setzte sich auf sehr persönliche Weise mit seiner Heimatstadt auseinander.
Mit dem StadtStrünzer hat Linz ein eigenes „Artist-in-Residence“-Programm ins Leben gerufen. Künstlerinnen und Künstler erhalten dabei die Möglichkeit, für eine begrenzte Zeit im Rheintor zu wohnen und zu arbeiten. Während ihres Aufenthalts sollen sie sich mit Linz, seinen Menschen und seiner Geschichte beschäftigen und ihre Eindrücke künstlerisch verarbeiten. Der Name StadtStrünzer greift die liebevolle Bezeichnung für die Linzerinnen und Linzer auf.
Am 1. Juli wurde Richard Wester im Ratssaal des Historischen Rathauses offiziell zum ersten StadtStrünzer ernannt. Stadtbürgermeister Helmut Muthers überreichte ihm die Ernennungsurkunde und den symbolischen Schlüssel zum Rheintor. Anschließend zog Wester gemeinsam mit den Gästen zu seiner neuen Wohn- und Arbeitsstätte am Burgplatz.
Das Rheintor - Musikstudio und Probenraum
Für den Musiker bedeutete der Aufenthalt zugleich eine Rückkehr in die Stadt seiner Kindheit und Jugend. Obwohl ihm das Rheintor seit vielen Jahren vertraut war, hatte er das Gebäude zuvor nur von außen gekannt. Nun richtete er sich in einem der Atelierräume einen musikalischen Arbeitsplatz ein. Besonders begeistert zeigte sich Wester vom Klang und der Akustik der historischen Räume.
Möglich wurde die Künstlerresidenz durch das große Engagement der sieben Mitgliede des Rheintor-Teams. In jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit renovierten sie die Räume des historischen Rheintors und schufen so einen einzigartigen Wohn-, Arbeits- und Begegnungsort für Kunstschaffende. Mit Richard Wester zog nun erstmals ein Künstler in die neue Residenz ein und erfüllte das Rheintor mit Leben und Musik.
Täglich arbeitete er mehrere Stunden an neuen musikalischen Ideen. Während seiner Residenz entstanden sechs erste Kompositionen, in denen Wester Erinnerungen, Begegnungen und aktuelle Eindrücke aus Linz verarbeitet. Einige dieser neuen Stücke werden bei seinem Konzert am 18. September in der Stadthalle zu hören sein. Wie wohl er sich im Rheintor fühlte, brachte Wester zum Ende seines Aufenthalts deutlich zum Ausdruck: Am liebsten würde er noch einige Monate dort wohnen und weiterarbeiten.
Zusammentreffen mit den Linzern
Ein wichtiger Bestandteil des StadtStrünzer-Projekts war der Austausch mit den Menschen in Linz. Am 3. Juli besuchte Richard Wester die Kindertagesstätte Strünzer Pänz und musizierte gemeinsam mit den Kindern. Am Abend stellte er sich beim öffentlichen Talk im Katharinenhof vor. Moderiert von Wolfgang Latz, berichtete Wester über seine Jugend in Linz und seinen Weg vom Chemiestudenten und Journalisten zum Berufsmusiker. Beim StadtStrünzer-Frühstück am folgenden Tag im Café Reinartz standen persönliche Gespräche und Begegnungen im Mittelpunkt.
Der musikalische Höhepunkt der zehn Tage folgte am 5. Juli in der Kirche St. Martin. Das Improvisationskonzert „Saxophone, Stimmen, Orgel, Licht“ war bis auf den letzten Platz besucht. Gemeinsam mit Musikerinnen, Musikern und Sängerinnen aus Linz verband Wester Saxophon und Flöte mit Orgel, Stimmen, Gitarre und Licht. Die mal kraftvollen, mal meditativen Klänge und die besondere Atmosphäre der Kirche machten den Abend zu einem eindrucksvollen Gemeinschaftserlebnis.
Am 8. Juli öffnete Wester beim Pressetermin „Der StadtStrünzer bei der Arbeit“ die Türen des Rheintors. Medienvertreterinnen und Medienvertreter erhielten Einblicke in seine Wohn- und Arbeitsräume sowie in die Entstehung seiner neuen Kompositionen. Auch SWR Kultur begleitete das Projekt. Ein Radiobeitrag über den ersten Linzer StadtStrünzer soll in den kommenden Wochen ausgestrahlt werden.
Am Abend des 10. Juli endet die erste StadtStrünzer-Residenz mit einer Abschlussveranstaltung im Ratssaal des Historischen Rathauses. Gemeinsam lassen Richard Wester, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt sowie die Gäste die vergangenen Tage mit ihren Begegnungen, Erlebnissen und musikalischen Momenten noch einmal Revue passieren. Zum Abschluss trägt sich Wester in das eigens geschaffene StadtStrünzer-Buch ein. Darin sollen künftig alle Künstlerinnen und Künstler festgehalten werden, die im Rheintor leben, arbeiten und ihre persönliche Sicht auf Linz hinterlassen.
Nach dem erfolgreichen Auftakt soll das Projekt im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Gesucht werden zwei weitere StadtStrünzerinnen oder StadtStrünzer. Das Rheintor-Team kann sich Kunstschaffende aus unterschiedlichen Bereichen vorstellen – von Musik und Malerei bis hin zu Literatur oder einer Tätigkeit als Stadtschreiberin beziehungsweise Stadtschreiber.
Abschlusskonzert im September
Ganz verabschieden müssen sich die Linzerinnen und Linzer von Richard Wester noch nicht. Am Freitag, 18. September 2026, kehrt er für ein großes Konzert in die Stadthalle zurück. Gemeinsam mit seiner Band und musikalischen Gästen präsentiert er unter dem Titel „70/50 … Best of“ ein Programm zu seinem 70. Geburtstag und seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum. Auch Kompositionen aus seiner Zeit im Rheintor werden an diesem Abend zu hören sein.
Karten für das Konzert sind im Vorverkauf in der Tourist-Information Linz oder unter: https://www.reservix.de/tickets-richard-wester--band-7050best-of-in-linz-am-rhein-stadthalle-linzrhein-am-18-9-2026/e2576840 erhältlich. Eintritt ab 23€.
Stadtbürgermeister Helmut Muthers ernennt Richard Wester am 1. Juli zum StadtStrünzer. Foto: Katharina Frings
Richard Wester und Stadtbürgermeister Helmut Muthers bei der feierlichen Schlüsselübergabe am 1. Juli vor dem Rheintor. Foto: Katharina Frings
Der StadtStrünzer wird auf der Straße angesprochen. Foto: ©Creativ Picture / H.-W. Lamberz
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v. l.: Stadtbürgermeister Helmut Muthers und Richard Wester nach dem Eintrag ins Strünzerbuch. Foto: Katharina Frings